Ein Stollen aus Holz

Von Katharina Malek

Die Erhaltung von Holz gelingt nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Im Bergbau ist es nicht allein die Feuchtigkeit, sondern es sind vor allem die Salze der Schwermetalle wie z.B. Kupfer. Diese sorgen dafür, dass gewebezersetzende Bakterien abgetötet werden und so das organische Material Jahrhunderte überdauern kann.
Bei den Ausgrabungen im Alten Lager am Rammelsberg in Goslar wurde ein mittelalterlicher Stollen aus massiven Holz entdeckt: Drei Bretter bildeten eine Rutsche hinein. Auf den in regelmäßigen Abständen gesetzten massiven Türstöcken lag die Firste aus runden Stämmen. Eichenbohlen verschalten die Seiten. Die Verfüllung des Stollens bestand aus feinen Sedimentschichten, die einen Hinweis auf seine ursprüngliche Funktion geben. Er diente allem Anschein nach nicht zum Abbau der Kupfer- und Blei/Silber-Erze, sondern zum Führen von Wasser. Er war in lockeres Material getrieben und verlief in Richtung des Tals.


Zum Weiterlesen:
  • L. Klappauf/K. Malek: Vorwärts in die Vergangenheit. Die Bedeutung der Archäologie im Welterbe, in: 25 Jahre Weltkulturerbe Rammelsberg. Goslarer Bergkalender 2017 (Goslar 2016) 93-96.
  • K. Malek: Montanarchäologische Forschungen im Harz. Ein Ausblick, in: Montanregion als historisches Erbe. Reflexionen und Ausblicke. Beiträge zum Kolloquium 25 Jahre Welterbe im Harz am 22.und 23. September 2017 (Rammelsberger Schriften, 3), Goslar 2017, 139-148.

Mehr zum Erzbergwerk Rammelsberg im Denkmalatlas Niedersachsen:

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