Das Kloster St. Marienberg in Helmstedt

Von Jens Reiche

Hoch über dem westlichen Stadtgebiet von Helmstedt thront auf einem Berg die Klosteranlage St. Marienberg. Seit über acht Jahrhunderten leben hier fast ununterbrochen Frauen in Gemeinschaft für den christlichen Glauben – zuerst katholische Nonnen mit einer Äbtissin, später evangelische Konventualinnen mit einer Domina.

Das Kloster wurde 1176 durch Wolfram, den damaligen Abt des Doppelklosters Werden-Helmstedt, auf eigenem Besitz gegründet. Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel führte 1569 den evangelischen Glauben ein. Seit 1754 ist vertraglich geregelt, dass die Dominastelle von der Familie von Veltheim besetzt wird. Domina Charlotte von Veltheim (1848-1911) reformierte in ihrer langen Amtszeit das Kloster grundlegend und stellte das klösterliche Leben auf eine neue Grundlage; unter anderem gründete sie eine Schule, ein Krankenhaus, das unter anderer Trägerschaft immer noch besteht, und die bis heute im Kloster fortgeführte Paramentenwerkstatt, die für die Restaurierung und Neuanfertigung von liturgischen Textilien Weltruhm genießt. Heute wird St. Marienberg durch die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz verwaltet, und seit 1989 leitet Mechthild von Veltheim als Domina den Konvent von momentan vier Frauen.

Die Anlage des Klosters zeichnet sich durch die aus dem 13. Jahrhundert überkommenen Gebäude des inneren Bereichs aus: die spätromanische Klosterkirche im Süden und daran angebaut die im Kern fast gleichzeitig entstandenen Klostergebäude im Norden, die frühere Klausur der Nonnen. Vier Flügel sind um den Kreuzgang mit seinen romanischen Säulen und den Friedhof des Klosters in der Mitte angeordnet. Diese Anlage baute Charlotte von Veltheim grundlegend um und passte sie den veränderten Bedürfnissen an, die romanischen Außenmauern blieben jedoch erhalten. Im Kloster ist auch ein kleines Museum eingerichtet, in dem unter anderem hochkarätige mittelalterliche Textilien zu sehen sind. Um das Kloster befinden sich einige Nebengebäude in einem parkartigen, zur Stadt abfallenden Gelände.





Das Kloster St. Marienberg im Denkmalatlas Niedersachsen

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