Die Friedenskapelle in Braunschweig

Die Friedenskapelle wurde 1902 in der südöstlichen Gemarkung Altewiek in Braunschweig nach einem Entwurf des Braunschweiger Architekten A. Bierberg errichtet. Sie diente seit ihrer Erbauung als Leichenkapelle für das Krankenhaus des Marienstiftes, einer evangelisch-lutherischen Diakonissenanstalt. Das Marienstift nahm seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als karitative Einrichtung eine wichtige Rolle in der Krankenversorgung der wachsenden Großstadt Braunschweig ein. Sie Krankenhausanlage und die dazugehörige Kapelle sind also Zeugnisse für die Sozialgeschichte im Deutschen Kaiserreich mit seinen durch zunehmende Industrialisierung und Urbanisierung entstandenen Problemen und Lösungsansätzen.

Architektonisch ist die Friedenskapelle von einer neogotischen Formensprache mit Motiven des mittelalterlichen Kathedralbaus gekennzeichnet, der eine für die Bauaufgabe als angemessen erachtete charakteristisch sakrale Aura zugesprochen wurde. Der freistehende Backsteinbau besitzt einen Sockel und Details (insbesondere die Maßwerkfenster) aus Werkstein.

Die fantasievolle und kleinteilige Architektur, die mit zahlreichen handwerklich aufwendigen Bauformen ausgeschmückt ist, ist beispielhaft für den Historismus in der Zeit des Deutschen Kaiserreichs. Die Friedenskapelle wurde, wie das gesamte Marienstift, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und erst 1964 wiederhergestellt. Zurzeit laufen Restaurierungsarbeiten an der Friedenskapelle. Sie soll dann als neugeschaffenes „Zentrum Würde“ genutzt werden.





Die Friedenskapelle des Marienstifts im Denkmalatlas Niedersachsen

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