Ein seltener Denar des Commodus

Von Ulrich Werz

Im Herbst letzten Jahres fand Vassili Efstratiadis, einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter des NLD, bei seiner Begehung der Wüstung Hatteln in der Nähe von Rinteln einen Denar des Commodus, der aufgrund seiner Seltenheit besonders bemerkenswert ist. Das Stück zeigt auf der Vorderseite den Kopf des Kaisers mit Lorbeer nach rechts und der Legende M(arcus) COMM(odus) ANT(oninus) P(ius) AVG(ustus) BRIT(annicus) P(ater) P(atriae). Auf der Rückseite ist Securitas dargestellt, die nach links auf einem Thron sitzt, ihren linken Arm auf dessen Lehne legt und in der vorgestreckten Rechten die Weltkugel hält. Das Bild soll den Eindruck vermitteln, dass unter der Herrschaft des Commodus die Welt sicher vor allen Gefahren sei. In der zugehörigen Legende wird dies mir den Worten SEC(uritas) ORB(is) ausgedrückt. Nachfolgend sind die Ämter des Prägeherren Commodus genannt: P(ontifex) M(aximus), TR(ibunicia) P(otestas) XIIII CO(n)S(ul) V DES(ignatus) VI. Er bekleidete also das Amt des Pontifex maximus, führte die tribunizische Gewalt zum 14. Mal, hatte das Konsulat zum 5. Mal inne und war für ein 6. Konsulat vorgesehen. Aufgrund dieser Ämterkombination kann die Herstellung dieser Prägung auf das Jahr 189 datiert werden (RIC 190). Das Stück war bereits länger im Umlauf gewesen bevor es in den Boden kam, da es stark abgegriffen ist.

Durch die Anordnung der Legende im Bezug zum Bild lassen sich bei der rückseitigen Darstellung drei Varianten unterscheiden.
1) Die Legende SEC ORB PM TR P XIIII COS V DES VI läuft um die sitzende Göttin herum. Das Gros der erhaltenen Prägungen in den Sammlungen und aus Funden gehört dieser Variante an.
2) Das Münzrund wird von der Umschrift SEC ORB PM TR P XIIII COS V umschlossen, die Angabe DES VI ist im Abschnitt angebracht. Überliefert sind hiervon 16 Stücke aus dokumentierten Funden.
3) Allein SEC ORB PM TR P XIIII ist um die Gestalt der Securitas herum angebracht, die Bekleidung des Konsulats und der Hinweis auf ein weitere Amtszeit COS V DES VI sind beide im Abschnitt wiedergegeben. Von dieser Variante ist bislang nur ein Stücke ohne Fundort publiziert.

Von diesem Münztypen mit seinen Varianten sind dem Autor insgesamt 47 Exemplare bekannt geworden. Da die Münze durch ihren Fundzusammenhang zum archäologischen Objekt wird, lohnt es sich einen Blick auf die Orte ihrer Auffindung zu werfen. Die meisten Prägungen stammen aus Horten, die, bis auf einen Fund in Spanien, in den Randprovinzen oder außerhalb des römischen Reiches liegen.

Der von Vassili Efstratiadis gefundene Denar gehört der zweiten Variante an und ist der erste dem Autor bekannte Einzelfund. Neun weitere Exemplare stammen aus dem Hortfund von Llíria (Spanien) und sechs Stücke aus dem Schatz von Marcianopolis-Réka Devnia im heutigen Bulgarien. Die Fundverteilung dieser Prägungen zeigt, dass sich Vergleichsbeispiele zur Einordnung archäologischer Objekte, die in Niedersachsen ans Licht kamen, oftmals nur sehr weit entfernt finden lassen.

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