Eröffnungswochenende: Einweihung des Forum Gesseler Goldhort im Kreismuseum Syke

Ein neuer Platz für einen sehr alten Schatz

Am Samstag, den 3. Oktober 2020, öffnet das Forum Gesseler Goldhort am Kreismuseum Syke für das Publikum. Der Gesseler Goldhort ist einer der größten mitteleuropäische Goldfunde der Bronzezeit und gilt als archäologische Sensation. Seinen Namen verdankt er seinem Fundort im gleichnamigen Ortsteil von Syke. Die 117 Einzelstücke bilden nun das Herzstück einer umfangreichen Ausstellung im Museumsneubau. Besucher*innen können dort bis Ende März 2021 den vollständigen Original-Schatz sehen. Ab April 2021 bleiben drei wechselnde Originalstücke zusammen mit hochwertigen Repliken als Dauerleihgabe in Syke.

Historischer Fund, neues Wissen

Im April 2011 wurde im Rahmen von archäologischen Voruntersuchungen zum Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) unweit des Syker Ortsteils Gessel im Landkreis Diepholz ein bronzezeitlicher Goldhort entdeckt. Der geschlossene Fund mit 117 Teilen aus Gold stammt vermutlich aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. und gehört nach dem Eberswalder Goldschatz zu den größten prähistorischen Hortfunden von Gold in Mitteleuropa. Es handelt es sich überwiegend um Spiralen verschiedener Arten und Größen, teilweise wohl Halbfertigprodukte. Nach Sicherung des Erdblocks erfolgten Untersuchungen mit mehreren bildgebenden Verfahren (Röntgenuntersuchung, Computertomographie), um Einblick in den Inhalt zu erlangen. Die Daten wurden computergestützt in 3D visualisiert und eine Nachbildung der Goldteile aus Kunststoff erstellt.

Die Ausgrabung des prähistorischen Schatzes ermöglichte Expert*innen unerwartete Einsichten etwa zur Entwicklungsgeschichte Norddeutschlands, zur Bronzezeit im Landkreis Diepholz und zu weltweiten Handelswegen lange vor der Globalisierung.

Dieses Wissen erschließen sich Besucher*innen des Forums Gesseler Goldhort interaktiv in verschiedenen Themenwelten. Ein zentrales Element der Ausstellung ist das Mitmach-Labor im Erdgeschoss des Museumsneubaus. An sechs professionell ausgestatteten Labortischen lässt sich anschaulich nachvollziehen, wie archäologisch geforscht, dokumentiert und restauriert wird. „Wir möchten den Besucher*innen nicht nur die historischen Dimensionen des Goldfundes nahebringen, sondern auch Bezüge zu unserer Gegenwart verdeutlichen“, so Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding zum Ausstellungskonzept.

 

 

Wenn Sie schon einen Blick auf den Goldhort werfen wollen, empfehlen wir das Portal Kulturerbe Niedersachsen

 

Weitere Information zur Ausstellung finden Sie hier

 

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