Ruderverein Leer
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Ledastraße 2
- Objekttyp
- Bootshaus
- Baujahr
- 1909
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- fc802428-03f0-4aad-a83b-1de6b30978f0
- System-ID
- #61540808
- ADABweb-ID
- 35663967
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Eingeschossiges Bootshaus mit Sockelgeschoss sowie hohem Sattel- und Walmdach. Das massive Sockelgeschoss als Bootslager, durch das abfallende Terrain zur Leda als Vollgeschoss mit zwei Toröffnungen, der Giebel darüber mit senkrechter Holzschalung und breitem Fenster (ehemals Loggia). Nach Westen flacher Schuppenanbau. Der Hauptbaukörper im Erdgeschoss mit Zierfachwerk und geputzten Gefachen, enge Ständerstellung ohne Streben, dazwischen schmale Fenster, Riegelketten nur auf Brüstungs- und Sturzhöhe, unterhalb der Traufe alle Gefache mit friesartig aneinandergereitem Rautenmotiv. Der Haupteingang an der Ostseite mit Freitreppe und kleinem Vordach. Erbaut 1909, westlicher Schuppenanbau wenige Jahre später.
- Denkmalbegründung
- Mit dem Bau der Seeschleuse 1901-1903 wurde der Hafen in Leer tidefrei und bot damit die Möglichkeit zum Rudern. Bereits einen Tag nach Einweihung der Seeschleuse erfolgte die Gründung des Rudervereins Leer e. V. am 22. September 1903 mit zehn Gründungsmitgliedern. Die ersten Boote wurden in einem von der Fa. Bünting angemieteten Schuppen an der Wörde untergebracht. In den nachfolgenden Jahren stieg die Zahl auf 110 Vereinsmitglieder, und am 12. Mai 1908 wurde der Beschluss zum Bau eines eigenen Bootshauses gefasst. Als Bauplatz wurde das sogenannte Schlickgatt neben der Holzhandlung van Hoorn am nördlichen Ufer des Hafen erworben. Mit der Planung wurde der Architekt Niederstraßer aus Emden beauftragt. Das Richtfest fand im Januar 1909 statt, die Einweihung des neuen Bootshauses mit Vereinsheim erfolgte am 20. Mai 1909. Durch das etwa drei Meter zum Hafen abfallende Terrain ergibt sich vom Wasser bzw. vom gegenüberliegenden Ufer eine reizvoll gestaffelte Gebäudeansicht, wobei das Sockelgeschoss mit holzverschaltem Südgiebel von dem hohen Walmdach des Haptbaukörpers überragt wird. So stand das Bootshaus mit der feinen Gestaltung des Zierfachwerks zur Bauzeit zwischen den Gewerbe-, Lager- und Zweckbauten im Hafenumfeld. Das Gebäude des Rudervereins Leer e. V. an der Ledastraße 2 ist von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte sowie aufgrund des Anschauungswertes als beispielhaftes Bootshaus des frühen 20. Jahrhunderts. Mit dem Emder Architekten Niederstraßer war ein namhafter, überregional bekannter Planer eingebunden. Mit der zum Hafen gestaffelten Gebäudekubatur hat das Bootshaus eine prägende Wirkung auf die Stadtansicht am Hafen, so dass zudem die städtebauliche Bedeutung das öffentliche Erhaltungsinteresse begründet.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

