Stadtfriedhof Seelhorst
Lindenallee mit Eingangsgebäuden und Gedenkstätte von Osten (2023)
Bogengang in Abt. 50 (2023)
Kapellen und Krematorium von Südwesten (2013)
Kastenlinden zwischen Kapellenbau und Kolumbarium (2023)
Historische Heckenabteilung (2023)
Kolumbarium von Osten (2023)
Urnenabteilungen mit Wasserbecken (2023)
Hauptachse mit Lindenallee von Westen (2013)
Stadt Hannover, Döhren, Seelhorst, Friedhof Seelhorst, Krematorium, Außenansicht von Ost (2016)
Urnenabteilung (2023)
Historische Heckenabteilung (2023)
Niederländische Ehrenanlage (2023)
Gedenkstätte (2023)
Grabmale des Alten Wülfeler Friedhofs (2023)
- Landkreis
- Region Hannover
- Samtgemeinde
- Hannover, Landeshauptstadt
- Gemeinde
- Döhren
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Seelhorst
- Objekttyp
- Friedhofsanlage
- Personen
- Wittmann, Konrad (Architekt (m/w/d))
Kube, Hermann (Architekt (m/w/d))
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- fa19d1e0-f27d-4e3f-8337-0aca33193159
- System-ID
- #61261457
- ADABweb-ID
- 30592752
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Hannoversche-Stadtfriedhöfe
- Beschreibung
- Den Grundriss des 1919 nach Plänen des Stadtgartendirektors Hermann Kube angelegten Stadtfriedhofs Seelhorst bildet ein strenges Achsenkreuz, in dessen Schnittpunkt sich der im expressionistischen Stil nach Entwürfen von Konrad Wittmann 1924 erbaute Gebäudekomplex von Kapellen, Krematorium und Betriebsgebäuden erhebt. Er steht genau in der Achse des ehemaligen Haupteingangs, dessen Gebäude zeitgleich entstanden. Verbunden werden beide Gebäudegruppen durch eine breite, zweireihige Lindenallee, die in ihren Maßen der Mausoleumsallee des Berggartens in Hannover-Herrenhausen entspricht. Auf beiden Seiten der Hauptachse sind entsprechend dem Konzept des Reformfriedhofs symmetrisch die einzelnen Abteilungen für Erd- und Urnengräber angeordnet, die bis heute zum Großteil durch streng linear gesetzte Hainbuchen- und Thujahecken sowie Buchen-, Linden-, Kastanien- und Eichenalleen gegliedert und gerahmt werden. Hinter dem ehemaligen Krematorium nimmt ein lang gestrecktes und deutlich abgesenktes Wasserbecken die Funktion der Mittelachse wieder auf. Es wird flankiert von einheitlich gestalteten und bepflanzten Urnenabteilungen. Sie sind detailgenau erhalten: Cornushecken trennen und umrahmen die quadratischen Quartiere, ebenfalls quadratische Grabplatten und Rosenbeete bestimmen das Bild. Hier sind die strengen Vorschriften, die Kube für den ersten Bauabschnitt des Friedhofs erlassen hatte, besonders gut ablesbar: Nicht nur Größe, auch Steinart und Gestaltung der Grabsteine sowie die Höhe der Hecken waren genau festgelegt. Das Wasserbecken und die Urnenabteilungen sind von Kastenlinden eingefasst. Sie schaffen die optische Überleitung zum Kolumbarium, das den Abschluss der großen Ost-WestAchse bildet. Eine halbrunde Natursteinmauer, die zur Aufnahme der Urnen dient, umschließt die erhöhte, mit Kastanien bepflanzte Anlage. Das Halbrund aufnehmend, schließen sich weitere Urnenfelder an, die durch geschnittene Hainbuchenhecken gegliedert sind. Nach dem zweiten Weltkrieg sind Teile des Seelhorster Friedhofs durch drei Kriegsgräberanlagen verändert worden: In der Hauptallee entstand eine Gedenkstätte für die Opfer der Konzentrationslager, im nordöstlichen Teil des Friedhofs wurde Anfang der 1950er Jahre eine zentrale Gedenkstätte für die Opfer beider Weltkriege angelegt - ein gartenkünstlerisch gestalteter, mit Birken und Eichen bestandener Hain, in dem mehr als 4.000 Opfer von Krieg und Bombardierungen bestattet sind. In unmittelbarer Nachbarschaft entstand 1954 das Niederländische Ehrenfeld. In den 1960er Jahren wurde der Friedhof nach Norden erweitert und der Haupteingang nach Süden verlegt. Hier entstanden die neuen Gebäude der Friedhofsverwaltung. Anstelle der Grabfelder zwischen neuem Eingang und Kapellen wurde ein weiter, von Rasen geprägter Raum geschaffen. Auch innerhalb der einzelnen Abteilungen gab es Veränderungen: Ein anderes Verständnis von Gestaltung bewirkte in einigen Bereichen eine Abänderung der strengen Wegeachsen, die einst wassergebundenen Wege wurden befestigt und neue, maschinengerechte Grabraster entwickelt.
- Denkmalbegründung
- Der Stadtfriedhof Seelhorst liegt im Süden von Hannover und ist mit 68 Hektar Fläche der größte Friedhof der Stadt. 1919 plante der damalige Stadtgartendirektor Hermann Kube die formal streng gegliederte Anlage. Dabei bezog er die bereits bestehenden Friedhöfe der eingemeindeten Orte Döhren und Wülfel in seine Planungen ein. Im Wesentlichen hat der Seelhorster Friedhof trotz späterer Veränderungen und Erweiterungen seinen formalen Charakter behalten. Bis heute vermittelt er durch seine gärtnerische Formensprache und die herausragende Gestaltungsqualität sowohl den großstädtischen Repräsentationsanspruch des frühen 20. Jahrhunderts als auch das Idealbild eines Reformfriedhofs, der die sozialen Unterschiede nivellierte. Der Seelhorster Friedhof ist dadurch nicht nur bedeutsam als Werk des Hannoverschen Stadtgartendirektors Hermann Kube, sondern auch von Bedeutung für die Orts- und Kulturgeschichte sowie für die Religions- und Sozialgeschichte. Eine besondere bau- und kunstgeschichtliche Bedeutung kommt auch den bis 1924 nach Entwürfen Konrad Wittmanns errichteten Friedhofsbauten zu, die das erste Krematorium der Stadt Hannover beherbergen und deren Innenausstattung nahezu vollständig erhalten ist. Die Kriegsgräberstätten und die Gedenkstätten für die Opfer von Konzentrationslagern und Erschießungen, für die Zwangsarbeiter:innen und deren Kinder sowie die Niederländische Ehrenanlage sind zudem sowohl von orts- und nationalgeschichtlicher als auch von politischer Bedeutung. Mit seinen Eingangsbauten im Westen, dem zentralen Kapellen- und Krematoriumsbau, dem Wegenetz und den strukturierenden Alleen und Hecken, den Kriegsgräberstätten und einigen ortsgeschichtlich und künstlerisch bedeutsamen Einzelgräbern unterliegt der Friedhof als Gruppe baulicher Anlagen aus geschichtlichen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen einem öffentlichen Erhaltungsinteresse.
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS
Lindenallee mit Eingangsgebäuden und Gedenkstätte von Osten (2023)
Bogengang in Abt. 50 (2023)
Kapellen und Krematorium von Südwesten (2013)
Kastenlinden zwischen Kapellenbau und Kolumbarium (2023)
Historische Heckenabteilung (2023)
Kolumbarium von Osten (2023)
Urnenabteilungen mit Wasserbecken (2023)
Hauptachse mit Lindenallee von Westen (2013)
Stadt Hannover, Döhren, Seelhorst, Friedhof Seelhorst, Krematorium, Außenansicht von Ost (2016)
Urnenabteilung (2023)
Historische Heckenabteilung (2023)
Niederländische Ehrenanlage (2023)
Gedenkstätte (2023)
Grabmale des Alten Wülfeler Friedhofs (2023)

