Wohnhaus des Stadtbaumeisters Dorner
- Landkreis
- Aurich
- Samtgemeinde
- Norden, Stadt
- Gemeinde
- Norden
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Norden
- Adresse
- Schulstraße 67
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- 1926
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- f6a68ef3-5a8b-461b-b1b8-f83a30fc156a
- System-ID
- #61762086
- ADABweb-ID
- 51829278
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Eingeschossiger Ziegelbau auf niedrigem Sockel mit Satteldach, Schildgiebel mit Voluten am Giebelfuß und gewellter Kontur. Der Hauseingang auf der nördlichen Trauffassade mit einläufiger, sechsstufiger Treppe und flachem Vordach. Die Fensteröffnungen grundsätzlich hochrechteckig, der straßenseitige Giebel mit polygonalem Erker rechts der Mittelachse und ovalem Fenster in der Giebelspitze, am rückseitigen Giebel der Hintereingang und die Fensteröffnungen der ehemals offenen Veranda rundbogig. Die Veranda, der Hauseingang sowie die Gebäudeecken durch gemauerte Quaderung betont. Der Sockel, die schmalen Mauerwerkspfeiler zwischen den Erkerfenstern, das Traufgesims sowie die Voluten am Giebel durch helle Fassung vom dunklen Klinkermauerwerk abgesetzt. Auf dem Schornstein Wetterfahne als besenreitende Hexe. Hausstein mit Wappen, Katzen- und Hasenkopf sowie Erbauungsjahr 1926. Im Inneren bauzeitliche Grundrissstruktur und Ausstattung weitgehend erhalten.
- Denkmalbegründung
- Auf dem Areal des ehemaligen Klosters Marienthal, das sich von der nordöstlichen Ecke des Marktplatzes ausgehend nach Norden erstreckte, wurde zwischen der Klosterstraße und Großer Mühlenstraße wohl nach dem Ersten Weltkrieg die Schulstraße angelegt. Der westliche Abschnitt der Schulstraße wurde in den späten 1920er Jahren mit Wohnhäusern sowie dem Gebäude der Pestalozzi-Schule bebaut. An der Schulhausstraße 67 errichtete der Norder Stadtbaumeister Dorner 1926 nach eigenen Entwürfen sein privates Wohnhaus. Es handelt sich um einen eingeschossigen Ziegelbau mit niedrigem Sockel und Satteldach. Prägend für die Ansicht des Wohnhauses ist die straßenseitige Giebelfassade, die mit Vorgarten wenige Meter von der Straßen abgerückt ist. Über dem Sockel sind die Gebäudeecken durch eine gemauerte Quaderung hervorgehoben, die mit dem Traufgesims sowie den Voluten am Ansatz des gewellten Schildgiebels abschließen. Rechts der Mittelache ist ein kleiner, polygonaler Erker angefügt, dessen Dach die gewellte Kontur des Schildgiebels aufgreift. Der verputzte, gequaderte Sockel und die verputzten, kassettierten Mauerwerkspfeiler zwischen den Erkerfenstern sowie das Traufgesims und die Voluten bilden mit heller Fassungen einen deutlichen Kontrast zu den zeittypischen, dunklen Klinkern der Ziegelfassade. Der gartenseitige Giebel wiederholt die straßenseitige Gestaltung, das Traufgesims ist als horizontale Zäsur jedoch über die gesamte Breite des Giebels geführt. Die rundbogigen Öffnungen der ehemals offenen Veranda sind heute mit Fenstern geschlossen. Die Fenster des Wohnhauses sind erneuert und in Anlehnung an die ursprünglichen, mehrflügeligen Holzsprossenfenster gegliedert, das ovale Fenster in der straßenseitigen Giebelspitze originalgetreu nachgebaut sowie die Hauseingangstür im Original erhalten. Die bauzeitlichen Baupläne lassen einen innovativen Aufbau der Außenwände erkennen: Zur Reduzierung des Materialeinsatzes wurden die insgesamt nur 28 cm starken Außenwände mit einer Steinbreite gemauert. Die Aussteifung erfolgte durch regelmäßig nach innen gemauerte Vorlagen und ausgemauerte Gebäudeecken sowie durch eine raumseitige Beplankung mit sog. „Tekton-Leichtdielen“, die auch der Wärmedämmung dienten. Ähnliche Ansätze zu einem wirtschaftlichen und materialsparenden Bauen sind in dieser Zeit auch andernorts, so z. B. auch von den Bauten des Architekten Otto Haesler aus Celle bekannt. Das Gebäude an der Schulstraße 67 in Norden hat als Wohnhaus des Stadtbaumeisters eine ortsgeschichtliche Bedeutung. Bemerkenswert und ein anschauliches Zeugnis für die Bau- und Kunstgeschichte ist die zeit- und regionaltypische Klinkerarchitektur, die mit dem stilisieren Volutengiebel und der Eckquaderung auf barocke Vorbilder zurückgreift und dem Reformstil zuzuordnen ist. Zudem hat das Wohnhaus einen prägenden Einfluss auf das Straßenbild und ist damit von städtebaulicher Bedeutung. Durch den insgesamt guten Erhaltungszustand auch im Inneren des Gebäudes besteht aus diesen Gründen ein öffentliches Erhaltungsinteresse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

