Bockhof I
- Landkreis
- Hildesheim
- Samtgemeinde
- Leinebergland
- Gemeinde
- Gronau (Leine), Stadt
- Gemarkung
- Gronau
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Gronau
- Adresse
- Junkernstraße 10
- Objekttyp
- Adelssitz
- Baujahr
- 1706
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- ef81881a-6395-4e20-b30a-66bcfcbf39ae
- System-ID
- #61481208
- ADABweb-ID
- 34508830
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Der ehemalige Bockhof I, benannt nach einem Familienzweig der Bock von Wülfingen, ist ein zweigeschossiger verputzter Bruchsteinbau auf hohem Sockelgeschoss mit Eckquaderung und Walmdach und wurde 1706(i) wohl auf Resten eines 1703 abgebrannten Vorgängerbaus (sog. Kitzscherhof) von 1613 erbaut. Die nördliche Rückseite liegt in der Flucht der ehemaligen Stadtmauer von Gronau und ist wohl offenbar auf Resten von dieser aufgebaut. Nördlich davon liegt zugehörig der eingefriedete ehemalige Garten, der sich im Bereich der geschleiften Wallanlage befindet. Der stattliche Adelssitz zeigt sich mit elfachsiger Hauptfassade mit etwas zusammengerückter Dreifenstergruppe in der Mitte; Türen und Fenster sind von kräftigen Sandsteingewänden eingefasst. In der Mitte der südlichen Vorderseite befindet sich über einer doppelarmigen Freitreppe die barocke, zweiflügelige Haustür, die darüber auf dem friesartig verbreiterten, durch ein horizontales Gesims abgedeckten Sandsteinsturz eine lange Bauinschrift enthält, welche Auskunft über die Erbauungsgeschichte gibt („Da Mich Das Feuer Furhin So In Der Stadt Aufkommen / Bis Auf Den Grundt Verzehrt Und Gäntzlich Weggenommen / Zusambt Der Stadt Und Kirch Hat Wie Ich Steh Für Dier / Zu Gottes Gnaden Hut Mich Wider Bauet Hier / (H(er)r Levin Adam Bock Von Wulffungen Fürstl(ich) Br(aunschweig) Luneb(urgischer) Oberhofmeister Auch Fürstl(ich) Stifft(s) Hildesh(eimischer) / Schatzraht Und Elisbabet Sophia Von Campen / Anno 1706.“). Zwischen den beiden links anschließenden Fenstern befindet sich eine ädikulaartige Platte mit Wappen und Namen des Wulbrandt Georg Bock v. Wülfingen und der Anna von Bennigsen, datiert 1613; sie ist wohl von dem 1703 abgebrannten Vorgängerbau übernommen. Zwischen den Fenstern der rechten Tür befindet sich eine rechteckige Platte mit dem v. Bockschen Wappen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die vierflügeligen Fenster der Hauptgeschosse stammen teilweise noch aus dem 18./19. Jahrhundert, wobei die ältesten noch mit gefiederten Eckwinkelbändern der Barockzeit versehen sind. Auf der nördlichen Rückseite an der Nordwestecke befinden sich anstelle der äußersten Fensterachse Konsolsteine und Reste wohl eines abgetragenen Aborterkers. Im Sockelgeschoss der Nordmauer (ehemalige Stadtmauer) fällt eine unregelmäßige Befensterung auf. Die seitlichen Gebäudeschmalseiten (nach Westen mit auffällig überstandsloser Traufe) sind fensterlos, was angeblich wegen Nachbarstreitigkeiten beabsichtigt war (vgl. Reden-Dohna 1995, S. 97). Im Westen sind auch teilweise zweitverwendete Steine im Mauerwerk zu erkennen. Im Gebäudeinnern sind durchweg die bauzeitlichen Barock-Grundrissstrukturen ablesbar und substanziell erhalten. Es hat wohl eine klassizistische Überformung mit einigen eingestellten Wänden stattgefunden. Einbauten und Bäder des 20. Jahrhunderts sind nicht denkmalwert. Auch der ehemalige Festsaal im Obergeschoss ist modern unterteilt, wobei auch der mutmaßliche Zierkamin zugesetzt wurde. Die wandfeste Ausstattungen des 18. und 19. Jahrhunderts ist ungewöhnlich umfangreich erhalten (Kellergewölbe, zwei Keller-Küchen, Haustür, Kellertüren, Zimmertüren mit Rahmungen und Beschlägen, Dielenböden, verputzte Balkendecken, Ofennischen usw.). In der Keller-Nordwand stecken Reste der ehemals hier verlaufenden Stadtmauer (Baunaht auch außen an der Nordwest-Ecke sichtbar); die gewölbten Teile des Kellers rühren möglicherweise vom Vorgängerbau von 1613. Das Dachwerk ist ein bauzeitlich barockes, vollständig erhaltenes Kehlbalkendach mit doppelt-liegendem Stuhl und Längsverstrebung.
- Denkmalbegründung
- Das ehemalige Herrenhaus des Adelssitzes Bockhof I ist beispielhaft für repräsentativen barocken Wohnbau führender Schichten und nimmt im Ort zusammen mit den anderen Adelssitzen eine herausragende bau- und ortsgeschichtliche Stellung ein. An seiner Erhaltung besteht aufgrund des geschichtlichen Zeugnis- und Schauwertes sowie der städtebaulichen Bedeutung als Element des räumlichen Gefüges zweier benachbarter Adelssitze ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61739340 | Adelssitz
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

