Verwaltungsgebäude der Provinzial-Heil- und Erziehungsanstalt
Ansicht von Nordosten (2020)
Ostfassade: Haupteingang mit Inschriftentafel (2020)
Ansicht von Südwesten (2020)
Westfassade: Gaube mit der Anstalts-Uhr (2020)
Nördliche Flügelmauer (2020)
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Göttingen, Stadt
- Gemeinde
- Göttingen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Göttingen
- Adresse
- Rosdorfer Weg 76 D
- Objekttyp
- Verwaltungsgebäude
- Baujahr
- 1911 - 1912
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- e87cd77e-885e-4b5d-845d-06bbe6db69c2
- System-ID
- #61561769
- ADABweb-ID
- 35875441
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Hauptgebäude der 1911-12 errichteten „Provinzialen Heil- und Erziehungsanstalt“ für Jugendliche. Ursprünglich Verwaltungsgebäude mit Arztzimmer, Betsaal (Aula), Schulzimmern, Konferenzzimmer sowie Wohnungen für Arzt und Geistliche; im Sockelgeschoss befanden sich vier Räume für Werkstattbetrieb. Zweigeschossiger symmetrisch gestalteter verputzter Massivbau in neubarocken Bauformen auf hohem Natursteinsockel mit einschwingender Fassade, Mittelrisalit, Wälmdächern, Schleppgauben und zentralem Dachreiter. Nach Osten an der Vorfahrt zeigt sich eine repräsentativ gerahmtes Eingangsportal mit Inschriftenkartusche. Die Rückfassade ist schlichter gestaltet, aber mit stärkerer Risalitgliederung. Rückwärts auf dem Dach gibt es eine Gaube mit der ehemaligen Anstalts-Uhr. Seitlich an das Gebäude schließen nach Norden und Süden Torfahrten (ursprünglich mit Durchfahrtbogen) und symmetrisch weit ausgreifende, geschwungenen Ziermauern an, welche die Vorfahrt rahmen. Im Inneren des Gebäudes sind historische Grundrissstrukturen, Treppen und Türen erhalten. Die große „Aula“ im Obergeschoss wirkt schon im Außenbau architektonisch hervorgehoben durch Rundbogenfenster und ist räumlich erhalten, aber überformt. In einer Dach-Abseite befindet sich ein großes Wandgemälde „Flucht aus Ägypten“ von etwa 1922/25, geschaffen von Paul Goesch, der Bewohner und kein Insasse war.
- Denkmalbegründung
- Am Erhalt des Haupt- und Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Heil- und Erziehungsanstalt besteht ein öffentliches Interesse. Das Gebäude ist zentraler Teil einer Anlage von landesweiter Bedeutung für die Geschichte des Heil- und Erziehungswesens im frühen 20. Jahrhundert. Es besteht auch ein Zeugnis- und Schauwert für die Baugeschichte durch die neubarocken Stilformen und den beispielhaft errichteten Anstalts-Bautyp. Das Gebäude ist zudem von sozialgeschichtlicher Bedeutung, weil es den gesellschaftlichen Umgang mit unangepassten Jugendlichen dokumentiert. Schließlich liegt eine städtebauliche Bedeutung vor, da das Hauptgebäude mit seinen Flügelmauern einen prägenden Einfluss auf das Straßenbild ausübt und als Element des räumlichen Gefüges des Anstaltskomplexes dient.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61554851 | Erziehungsanstalt
- Weiterführende Links
- Von Göttingen in die NS-Tötungsanstalt: Der Avantgardekünstler Paul Goesch
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro
Ansicht von Nordosten (2020)
Ostfassade: Haupteingang mit Inschriftentafel (2020)
Ansicht von Südwesten (2020)
Westfassade: Gaube mit der Anstalts-Uhr (2020)
Nördliche Flügelmauer (2020)

