Wohn-/Wirtschaftsgebäude
- Landkreis
- Schaumburg
- Samtgemeinde
- Rinteln, Stadt
- Gemeinde
- Möllenbeck
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Möllenbeck
- Adresse
- Hildburgstraße 23
- Objekttyp
- Wohn-/Wirtschaftsgebäude
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- e847e29b-adca-4b72-ae96-99e816d642a6
- System-ID
- #61432568
- ADABweb-ID
- 34065285
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Inmitten der Gemarkung Möllenbeck, östlich und etwas abseits der Straße gelegenes, giebelständiges Wohn-/Wirtschaftsgebäude, Vierständerbau, Fachwerk mit verputzten Gefachen, Satteldach, errichtet wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Innengefüge und die Raumstrukturen sind erhalten.
- Denkmalbegründung
- Im Norden von Möllenbeck bildete sich mit dem Stift bereits im 13. Jahrhundert eine Siedlung, die sehr früh eine Ratsverfassung, das Marktrecht und eine eigene Pfarrkirche hatte. Die heutige Siedlung, welche sich weiter nach Süden und Osten erstreckt ist jedoch eine Neuansiedlung des ausgehenden 17. Jahrhunderts, da Möllenbeck im späten Mittelalter seine Bedeutung weitgehend verlor. Grund dafür war die Nähe zu Rinteln, welches durch zahlreiche politische, kulturelle und wirtschaftliche Impulse bis Ende des 17. Jahrhunderts zu der wichtigsten Stadt im Schaumburger Territorium entwickelte. Das Wohn-/Wirtschaftsgebäude in der Hildburgstraße 23 liegt im südlichen Bereich von Möllenbeck. Es wurde wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet und ist eines der wenigen erhaltenen baulichen Zeugnisse aus der Zeit der Neuansiedlung und somit von hoher Bedeutung für die Siedlungsgeschichte. Darüber hinaus ist es eines von nur zwei überkommenen typischen Beispielen eines niederdeutschen Hallenhauses in der Gemarkung Möllenbeck, das relativ ungestört von An- und/oder Umbauten erhalten ist. Das Hallenhaus dominierte zunächst in Form von Zweiständerbauten und anschließend vor allem in Form von Vierständerbauten das Baugeschehen im ländlichen Raum Niedersachsens bis in das späte 19. Jahrhundert hinein. Der Vierständerbau, als Weiterentwicklung des Zweiständerbaus, besitzt sowohl ein tragendes Innengerüst als auch Außenwände mit stützender Funktion. Aus diesem Grund hat die gesamte Fachwerkkonstruktion einen großen Einfluss auf die Raum- und Grundrissstrukturen. Das Wohn-/Wirtschaftsgebäude als Kleinsteinheit ländlicher Siedlungen vereint alle Anforderungen an das bäuerliche Leben: in einem Gebäude sind sowohl Wohn- und Wirtschaftsnutzung, wie auch die Lagerung untergebracht. Die typische Binnengliederung erfolgt durch den sogenannte Flettdielengrundriss. Über ein Giebeltor gelangt man zunächst in die Diele, den Wirtschaftsteil, mit Lagermöglichkeiten im Dachgeschoss sowie seitlich anschließenden Upkammern zur Unterbringung des Viehs. Getrennt von diesem Bereich befindet sich im hinteren Areal das Flett, der Hauswirtschaftsbereich mit Feuerstelle und Küche. Abgeschlossen wird das Gebäude durch den Wohnbereich mit Schlafmöglichkeiten. Diese Raum- und Grundrissstrukturen, die seit dem Mittelalter in dieser Form auftraten, sind in dem Wohn-/Wirtschaftsgebäude erhalten und zeugen von einer traditionellen bäuerlichen Lebens- und Wirtschaftsweise. Hieraus begründet sich ein weiterer, wichtiger Aspekt in der geschichtliche Bedeutung des Objektes. An der Erhaltung des Wohn-/Wirtschaftsgebäude mit seinen durch die Baukonstruktion und Nutzungsanforderungen bedingten Raum- und Grundrissstrukturen sowie städtebaulich straßenbildprägender Wirkung besteht daher ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
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