Pfalz Werla
- Landkreis
- Wolfenbüttel
- Samtgemeinde
- Schladen-Werla
- Gemeinde
- Werlaburgdorf
- Objekttyp
- Burg
- Baujahr
- Mittelalter
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- e80a7070-c2cb-4943-aa1f-5a48e04cfd04
- System-ID
- #60893485
- ADABweb-ID
- 28949455
- Fachbereich
- Archäologie
- Beschreibung
- Hauptburg mit innerer und äußerer Vorburg (die Vorburgen umschließen die Pfalz im W und N) auf einem markanten Geländesporn über der Oker. Gesamtfläche der Anlage ca. 500 x 600 m. Ottonische Königspfalz (10. Jh.). Kernburg und die Vorburgen sind jeweils mit mächtigen Spitzgräben mit dahinterliegenden Wällen, teilweise mit Mauern verblendeter Front, befestigt. Zu den Befestigungen gehören auch insgesamt sechs repräsentative Tore, die archäologisch untersucht wurden. Im Bereich der Kernburg umfasst der für die Königsaufenthalte vorgesehene Bereich Palas I und II sowie mehrere repräsentative Nebengebäude und eine Kirche. Im weiträumigen Areal des Archäologie- und Landschaftsparks Kaiserpfalz Werla ist das bereits von weitem zu erkennende Westtor der Kernburg rekonstruiert worden, dazu wurden die Grundmauern etlicher Gebäude, darunter der Zentraltrakt mit der Kirche mit kreuzförmigem Grundriss, dem Turm IV und dem Nordtor, freigelegt und konserviert. Kleine Informationstafeln führen den Besucher über das Gelände von innerer Vorburg und Hauptburg. Die schriftliche Überlieferung zur Werla beginnt mit einer Erwähnung bei Widukind von Corvey für das Jahr 924 (926), als die Werla eine zentrale Rolle bei der Abwehr eines Ungarneinfalls spielte und sich König Heinrich I. hier aufhielt. Belegt sind Aufenthalte aller Könige und Kaiser des 10. Jh.: Heinrich I., Otto I. der Große, Otto II., Otto III. und Heinrich II. 1002 war die Werla Schauplatz eines dramatischen Geschehens im Zuge der Regelung der Nachfolge von Kaiser Otto III. 1013 hielt sich im Spätwinter Heinrich II. mehrere Wochen hier auf, um sich von einer Gallenkolik zu kurieren. In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts verlor die Werla ihre Funktion als Pfalz, existierte aber als Wirtschaftshof zunächst weiter. Nach einem letzten Hoftag Kaiser Friedrich I. Barbarossas Mitte August 1180 gibt es keine Belege mehr für Königsaufenthalte auf der Werla. Archäologischen Erkenntnissen zufolge wurden in Grubenhäusern der Vorburgen seit dem 10. Jahrhundert u.a. Metalle verarbeitet und Textilien hergestellt. Strukturell handelt es sich hier um einen sehr großen königlichen Fronhof einer Villikation. Die Anlage wurde wohl im 13./14. Jahrhundert endgültig aufgegeben. Genutzt als Steinbruch geriet die Pfalz in Vergessenheit. Im 18. Jahrhundert wurde ihr Standort gesucht und schließlich 1875 wieder entdeckt.
- Literatur
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- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

