Adventskirche
- Landkreis
- Hildesheim
- Samtgemeinde
- Algermissen
- Gemeinde
- Algermissen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Algermissen
- Adresse
- Am Grasweg 5
- Objekttyp
- Kirche
- Baujahr
- 1950
- Personen
- Bartning, Otto
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- e377d2c6-9778-4887-aa57-d6b61a2bd19f
- System-ID
- #61476173
- ADABweb-ID
- 34463140
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Bartning-Notkirchen
- Beschreibung
- Rechteckiger Saalbau unter Walmdach und ursprünglich aufgesetzem Glockenstuhl, 1966 kleiner freistehender Glockenträger im Süden erbaut. Errichtet 1950 als sogeannte Bartning-Notkirche Typ D nach einem Entwurf Otto Bartnings (1883-1959) aus Mitteln einer Spende der amerikanischen Sektion des lutherischen Weltbundes. Gemeindezentrum.
- Denkmalbegründung
- Bei dem Gemeindesaal liegt eine sogenannte Bartning-Notkirche vom Typ D vor. Der Bau der Bartning-Notkirchen wurde ab 1945 im Rahmen eines Kirchenbauhilfsprogramms vom Evangelischen Hilfswerk deutschlandweit koordiniert. Mittels eines funktionalen Konstruktionsprinzips sollte dem aus Kriegszerstörung und Zuzug von Flüchtlingen resultierenden Mangel an Räumlichkeiten für Gottesdienste Abhilfe geschaffen werden. Der Architekt Otto Bartning (1883-1959) entwickelte unter Verwendung von regionalen Baumaterial zwei Typen (Typ A, Typ B) eines Gottesdienstraums in Leichtbauweise aus vorgefertigten, selbsttragenden Konstruktionselementen. In einem zweiten Hilfsprogramm des Hilfswerkes der Evangelischen Kirchen in Deutschland, welches zwischen 1949 und 1953 durchgeführt wurde, entstanden die sogenannten Gemeindezentren vom Typ D und, in reduzierter Form, die sogenannten Diasporakapellen. Bundesweit erhielten somit evangelische Gemeinden (vorrangig auch in katholisch geprägten Regionen) neue Räumlichkeiten für Gemeindearbeit und die gottesdienstliche Nutzung. Das Objekt am Grasweg in Algermissen wurde 1950 als eines von im Bundesgebiet insgesamt 19 ausgeführten Gemeindezentren des Typs D errichtet. Im Grundriss stellen sich die Gemeindezentren quadratisch dar und sollten 250-280 Sitzplätze bieten. Das Innere besteht aus einem zentralen Kirchensaal-Bereich, welcher von einem erhöhten Walmdach überfangen wird und seitenschiffähnliche Nebenbereiche hat. Deren umlaufendes, niedrigeres Pultdach bewirkt die typische, in Höhe gestaffelte Außenfassade. Zwischen Walm- und Pultdach sorgt ein Lichtband für eine zusätzlich Beleuchtung des zentralen Kirchensaals. In der traufseitigen, mittigen Gebäudeachse ist ein offener Glockenträger angebracht. Der Innenraum wird von der sichtbaren Holzständerkonstruktion geprägt. Das rückwärtig angeschlossene, eingeschossige Gebäudeglied unter Flachdach mag als Pfarrwohnung vorgesehen gewesen sein. Der Architekt Otto Bartning zählt zu den wichtigsteen deutschen Architekten und Architekturtheoretikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine intensive Beschäftigung mit dem zeitgenössischen Kirchenbau fand in zahlreichen Kirchen im In- und Ausland ihren baulichen Niederschlag. An der Erhaltung des Gemeindezentrums Algermissen besteht aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung für die Bau- und Kunstgeschichte, aufgrund des Zeugniswertes durch beispielhafte Ausprägung eines Gebäudetypus als Werk eines überregional bekannten Architekten sowie aufgrund seiner wissenschaftlichen Bedeutung mit Seltenheitswert ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
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