Kriegsgedenkstätte
- Landkreis
- Heidekreis
- Samtgemeinde
- Walsrode, Stadt
- Gemeinde
- Bomlitz
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Bomlitz
- Adresse
- Friedhofsweg
- Objekttyp
- Gedenkstätte
- Baujahr
- 1942 - 1948 (Begräbnisfelder)
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- e05fb40f-181a-4204-8695-1a43ab47375a
- System-ID
- #61396386
- ADABweb-ID
- 32768087
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Rechteckige Anlage mit Heckenumrandung und im Rasen liegenden Steinplatten aus Obernkirchener Sandstein. Es handelt sich dabei um eine Gedenkstätte aus zwei nebeneinander liegenden Gräberfeldern für insgesamt 126 Opfer verschiedener Nationen von Krieg und Gewaltherrschaft des Zweiten Weltkriegs (Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Kinder aus den von der Wehrmacht besetzten Gebieten, KZ-Häftlinge aus dem KZ-Außenlager Benefeld, italienische Militärinternierte). Angelegt ab 1942 als Begräbnisstätte, 1948-59 als Kriegsgräberstätte und Erinnerungsort konsolidiert, die Steinplatten stammen von 1959. Umbettung von Toten 1966 abgeschlossen.
- Denkmalbegründung
- Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers forcierten die Nationalsozialisten den Ausbau der Rüstungsindustrie. Auch die Bomlitzer Firma Wolff & Co., die sich seit ihrer Gründung 1815 mit der Produktion von Pulver für den militärischen Gebrauch einen Namen gemacht hatte, bekam Aufträge zum Bau von Pulverproduktionsstätten. Hierfür gründete die Firma 1938 das Tochterunternehmen Eibia GmbH. Für den Aufbau und den Betrieb der neuen Produktionsstätten erfolgte die Anwerbung von tausenden Arbeiterinnen und Arbeitern aus dem In- und Ausland. Während des Zweiten Weltkriegs reichte die Zahl der Freiwilligen nicht mehr aus, so dass zunehmend ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene beschäftigt wurden. Diese wurden in der Regel schlecht behandelt, die Sterblichkeitsrate war hoch. Ab 1942 wurden tote Zwangsarbeiter teilweise auf dem Bomlitzer Friedhof bestattet und per Vorgabe „als Begräbnisort ein entlegener Teil des Friedhofs“ genutzt (die Verantwortlichen in Bomlitz wählten für die Bestattungen zunächst die am weitesten vom Friedhofseingang entfernt liegende südwestliche Ecke des Friedhofs). Am 25. Januar 1945 wurde dann „das 2te Feld für Ausländer im großen Mittelfeld gegenüber dem ersten Ausländerfeld“ angelegt. Tote kamen auch aus dem Außenlager Benefeld des Konzentrationslagers Bergen-Belsen nach Bomlitz. Ab Februar 1948 begannen auf den beiden "Gräberfeldern für Ausländer" in Bomlitz die Exhumierungen einzelner Toter, um sie entweder in ihre Heimat zu überführen oder auf zentralen, nationalen Kriegsgräberanlagen zu bestatten. Das Gräberfeld war somit in einem schlechten Zustand, ebenso die Holzkreuze auf vielen Gräbern. 1959 entschlossen sich die Gemeinde Bomlitz und der Landkreis Fallingbostel dazu, Grabnamensteine aus Obernkirchner Sandstein anfertigen und auf die Gräber setzen zu lassen. Um eine geschlossene Kriegsgräberstätte herzustellen, erfolgte im Oktober/November 1966 auch noch die Umbettung einzelner Toter hierhin, womit die Belegung der Kriegsgräberfelder in Bomlitz mit 126 Toten endgültig abgeschlossen wurde. Durch die bereits 1955 geplante und kurz danach durchgeführte Friedhofserweiterung verlor die Kriegsgräberstätte zudem ihre Randlage und ist seitdem zentraler Bestandteil des Bomlitzer Friedhofs. Auch wenn die meisten Toten auf den beiden Kriegsgräberfeldern erst nach dem Krieg verstorben sind, so hing ihre Anwesenheit in Bomlitz doch unmittelbar mit dem Krieg zusammen. Die Erhaltung der Kriegsgräberstätte liegt daher aufgrund der orts- und landesgeschichtlichen Bedeutung, wegen des anlagenbildprägenden Schau- und Zeugniswerts und natürlich als Mahnung für kommende Generationen im öffentlichen Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

