Stadtbefestigung
Ansicht von Osten (2023)
Fußweg auf der Stadtmauer, Ansicht von Osten (2019)
Wall und äussere Stadtmauer mit vorgelagerter Grünanlage nach Osten (2023)
Wall mit äusserer Stadtmauer (2023)
Wall, äussere Stadtmauer Bastion und Liebesgrund nach Westen (2023)
Hinter der Bardowicker Mauer nach Westen (2023)
- Landkreis
- Lüneburg
- Samtgemeinde
- Lüneburg, Hansestadt
- Gemeinde
- Lüneburg
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Lüneburg
- Objekttyp
- Wallanlage
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- df2ce650-302d-4a00-aa76-3a588573da71
- System-ID
- #61261687
- ADABweb-ID
- 30598951
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Die Wallanlage des 14. bis 19. Jahrhunderts erstreckt sich westlich der Bardowicker Straße, südlich der Hindenburgstraße und östlich der Bastionstraße. Sie besteht aus der vertieft liegenden Grünanlage Liebesgrund mit der noch erkennbar zackenförmig vorspringenden Bastion im westlichen Abschnitt und dem eigentlichen, südwestlich bis nordöstlich verlaufenden Festungsbauwerk, welches aus drei Komponenten besteht: der mittelalterlichen inneren Befestigungsmauer an der südliche Flanke des Walls entlang der Straße Hinter der Bardowicker Mauer der noch erhaltene, frühneuzeitlichen äußeren Befestigungsmauer an der Nordflanke des Walles und der Aufschüttung mit Sand und Steinen des Zwischenraumes beider Mauerzüge zu einem Wall.
- Denkmalbegründung
- Wallanlagen sind Teile der Festungsbauwerke und damit wichtigste Zeugnisse der Stadtgeschichte. Generell dokumentieren Stadtbefestigungen kriegerische Auseinandersetzungen mit politischen und religiösen Inhalten und territorialen Ansprüchen. Sie wurden meist im Laufe von mehreren Jahrhunderten erweitert, ertüchtigt und repariert, da sich Angriffstechniken grundlegend veränderten, wesentlich durch die Erfindung der Feuerwaffen und des Geschützwesens. Die Bauweise des Verteidigungsringes musste sukzessiv angepasst werden wie es sich auch an der Lüneburger Wallanlage ablesen lässt. In Lüneburg waren noch vor der Bestätigung der Stadtrechte im Jahre 1247 Abschnitte der Ursiedlungen mit Plankwerk befestigt. Um 1274 wurde mit dem Bau des Bardowicker Tores im Norden, östlich des noch erhaltenen Bardowicker Walls entlang der Straße Hinter der Bardowicker Mauer, das erste von acht Stadttoren errichtet; ab 1297 sind archivalisch erste, aus Ziegeln bestehende Mauern belegt. Der Ausbau zu einer kompletten, eine rechteckige Fläche von 84 ha umschließenden Stadtbefestigung mit Toren und Türmen ist bis zum Ende des 14 Jahrhunderts erfolgt. Im Norden lag vor der Befestigungsmauer ein Trockengraben, im Süden ein Nassgraben, nach Osten verlief ein Stadtgraben, der heutige Lösegraben. Vom ursprünglichen Verlauf zeugen heute noch die Straßen Am Graalwall, Am Schifferwall und Wallstraße. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde vor die gesamte bestehende Mauer mit einem Abstand von mehreren Metern eine zweite, mit weiteren Wehrtürmen versehene "sturmfreie" Mauer errichtet, so dass abgeschlossene Zonen entstanden. Besonders stark sicherte man die Stadt nach Norden. Die Stadt erhielt das Recht, Landwehren vor der Stadt einzurichten, womit ein mehrfachgestaffeltes Verteidigungswerk geschaffen wurde. Eine bedeutende Modernisierung und Erweiterung geschieht erst in den letzten Jahren des Dreißigjährigen Kriegs und die Stadt wieder unter landesherrschaftlicher Kontrolle durch Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg steht. Infolgedessen wurde die Befestigung am Kalkberg ausgebaut und die Bastion an der heutigen Bastionstraße erweitert. Mitte des 17. Jahrhunderts wird die Zone zwischen der inneren und äußeren Mauer zu einem Wall aufgeschüttet. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden nach und nach die Verteidigungsanlagen zurückgebaut und Wälle eingeebnet. Das Bardowicker Tor wird ab 1812 abgebrochen, der Wall in diesem Abschnitt bleibt weitgehend erhalten und wird bereits um 1820 zu einer Promenade mit einer Lindenallee umgestaltet. Der Trockengraben wurde im 19. Jahrhundert als privates Gartenland genutzt und 1910/1911 zu einer öffentlichen Parkanlage, dem heutigen Liebesgrund, umgestaltet. Mit den Brückenbauplänen zur Überquerung des Wallgrabens wurde bereits ab 1900 die innere und äußere Stadtmauer stark verändert. Die 1910 eingeweihte Holzbrücke verband die Reitende-Diener-Straße mit der gegenüberliegenden Garlopstraße und bestand bis in die 1940er-Jahre. Teile des Tunnels in der Wallanlage, der Widerlager und Plattformen sind an der Nordflanke des Walls und am Nordhang des Liebesgrunds erhalten. An der Erhaltung der Wallanlage besteht aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung im Rahmen der Stadt- und Landesgeschichte, als Zeugnis- und Schauwert für die Bau- und Kunstgeschichte sowie Technikgeschichte, wie auch aufgrund ihrer städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss auf das Orts- und Straßenbild ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS
Ansicht von Osten (2023)
Fußweg auf der Stadtmauer, Ansicht von Osten (2019)
Wall und äussere Stadtmauer mit vorgelagerter Grünanlage nach Osten (2023)
Wall mit äusserer Stadtmauer (2023)
Wall, äussere Stadtmauer Bastion und Liebesgrund nach Westen (2023)
Hinter der Bardowicker Mauer nach Westen (2023)

