Altstadtbereich Dombezirk
- Landkreis
- Verden
- Samtgemeinde
- Verden (Aller), Stadt
- Gemeinde
- Verden
- Objekttyp
- Altstadt (Baukomplex)
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- ded40ec4-935e-4444-b731-fee87a35d294
- System-ID
- #61442050
- ADABweb-ID
- 34172161
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Verden bestand bis 1667 aus zwei nebeneinander disponierten, jedoch getrennten Gemeinwesen: der Norderstadt, "fardi locus super alearum fluvium" (also bereits Verden über dem Fluss Aller genannt) und dem Süderende, das als Domstandort entstand, und wo, nach der vergleichsweise späten Aufhebung der vita communis, also der gemeinsamen Residenz von Bischof und Domkapitel, jeweils in Domherrenhöfen, sogenannten Kurien, das Domkapitel residierte, weswegen das Süderende auch als Kapitelstadt bezeichnet wurde. Durch den Westfälischen Frieden fiel das Bistum Verden als Reichslehen an die schwedische Krone und in dieser Folge wurden 1667 die Norder- und Süderstadt vereint. Es handelt sich um einen städtebaulich geschlossenen und historisch zusammenhängenden Bereich um den Dom, der auch das ehemalige Domkloster und den Domhof umfasst sowie zahlreiche Wohnhäuser.
- Denkmalbegründung
- Die Stadtgestalt Verdens ist eine direkte Folge der politischen Verhältnisse einer Bischofsstadt und bezeugt diese bis heute. Als karolingische Neugründung diente sie der Missionierung, der Befriedung und schließlich der Konsolidierung der Verhältnisse und damit der weltlichen Machtsicherung am Ende der sächsischen Aufstände. Neben der verkehrsgeografisch günstigen Lage an einer Furt in der Aller und damit an einer schiffbaren Wasserstraße und einer Kreuzung von Fernhandelswegen, wurde ebenso der Verteidigungsfähigkeit, die aufgrund der politischen Bedeutung erforderlich war, Rechnung getragen. Die strategische Lage auf einem Dünenrücken längs der Aller innerhalb eines sumpfigen Überflutungsgebietes diente dabei als natürlicher Schutz. Zwei Elemente tragen die Entwicklung der Bischofstadt: Ausbau und Vermehrung klerikaler Zentren und das Anwachsen der Kaufmanns- und Handwerkerschicht in der Norderstadt. Während ersteres der Stadtbaukunst zuzurechnen und damit Teil der Architekturgeschichte ist, ist zweiteres noch über Jahrhunderte bis zum Anwachsen von politischer und wirtschaftlicher Macht als Siedlungsgeschichte zu bezeichnen. Verden bestand also bis 1667 aus zwei nebeneinander disponierten, jedoch getrennten Gemeinwesen. Da die Bischöfe auch Territorialherren waren, übten sie partielle oder volle Stadtherrschaft aus. Die Grundlagen bischöflicher Stadtherrschaft waren seit spätkarolingischer Zeit neben der Immunität der Besitz von Markt, Münze, Zoll und das Befestigungsrecht. Diese Rechte, die de facto die Ausübung der weltlichen Macht bedeuteten, wurden häufig als Lehen an mächtige und angesehene Adelige ausgegeben. Das Lehen als Vögte von Verden hatte lange Zeit die Familie von Wahnebergen inne. Da die Stadt sich jedoch durch diese Verwaltung in ihrer Entwicklung gehindert sah und auch von (Gewalt-)Missbrauch die Rede war, scheint sie eine Allianz mit Bischof Iso von Wölpe eingegangen zu sein. Dieser zog 1223 das Lehen ein und überließ die Vogtei der Stadt, die im Gegenzug Bischof Iso das Recht einräumte, seine Residenz, den sogenannten Stiftshof, in Verden zu errichten - dies abweichend von den sonst geltenden Regelungen, die Geistlichkeit und Adel einen Wohnsitz in der Nordstadt untersagten. Da auch das Domkapitel, das weitgehend aus Adeligen der Region bestand, fortwährend eine selbstständige Position gegenüber dem Bischof zu behaupten suchte und diese mit der übertragenen Bischofswahl nach dem Investiturstreit auch nennenswert innehatte, begann Bischof Iso mit dem Bau einer Stadtmauer, die in Teilen überkommen ist. Er errichtete diese ungewöhnlicherweise, bezogen auf andere Bischofsstädte im Alten Reich, nicht um den Immunitätsbezirk rund um den Dom, sondern um die Stadt im Norden, so dass die eigene bischöfliche Residenz nunmehr intra muros belegen war. Damit brach die Allianz der adligen Domherren mit denen von Wahnebergen gegen den Einzug des Vogtlehens in sich zusammen und er konnte schließlich unter Vermittlung des Bremer Erzbischofs, vom Domkapitel mit getragen, im Jahr 1230 vertraglich bestätigt werden. Mit diesem Sonderweg in der Befestigungspolitik im Alten Reich betrieb Bischof Iso eine, an die regionalen zeitgenössischen Erfordernisse angepasste, erfolgreiche Politik des Ausbaus der bischöflichen Machtposition auf Kosten von welfischem Landesherrn, Domkapitel und bürgerlicher Norderstadt hin zum geistlichen Territorialfürsten. Seine Grabplatte aus Messing gilt als die älteste ihrer Art in Deutschland und befindet sich im Chor der ev.-luth. Kirche St. Andreas, der, anders als deren Langhaus, seit alters her zum Dom gehört. Die Domherrenhäuser befanden sich in einem Geviert um den Dombereich, das von einigen Curien aufgebrochen wird. Ausgangspunkt der Entwicklung der Domherrenhöfe war die Auflösung der gemeinsamen Residenz und des gemeinsamen Besitzes des Domkapitels und die Einführung einzelner fester Präbenden. Da die Mitglieder des Kapitels in der Regel dem regionalen Adel entstammten und die Tätigkeit als Kanoniker mit der beschriebenen besitzmäßigen Emanzipation angemessen als Versorgung nachgeborener Söhne zu dienen vermochte, unterscheiden sich die mittelalterlichen Kurien kaum von einem profanen Adelshof. Die Hauptgebäude lagen nicht an der Straßen- oder Platzfront, sondern am Ende eines Hofes, der von Mauern begrenzt durch ein Tor oder Torhaus, also fortifikatorischen Funktionen dienend, auch Wirtschaftsgebäude und Gärten zur Selbstversorgung beinhaltete. Mit dem 16. Jahrhundert beginnt sich ein neuer Bautyp durchzusetzen, der die Wohnhäuser, ähnlich einem Palais, an die Straße setzt und so zu städtebaulichen Situationen von gefassten und geschlossenen Straßen- und Platzfronten beiträgt. Auch diese Strukturen sind überkommen und bis heute ablesbar. An der Erhaltung des Verdener Altstadtbereichs Dombezirk besteht somit wegen seiner geschichtlichen Bedeutung aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für die Bau- und Kunstgeschichte, für die Siedlungs- und Stadtbaugeschichte und für die Kirchengeschichte, wegen der künstlerischen Bedeutung für überregional nicht alltägliche künstlerische und handwerkliche Gestaltwerte, aufgrund der wissenschaftlichen Bedeutung mit Beispielwert und zudem wegen seiner städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss auf das Landschaftsbild ein öffentliches Interesse.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61445277 | Straße | Verden (Aller), Stadt - Verden
61445278 | Kirche | Verden (Aller), Stadt - Verden
61445279 | Wohnhaus | Andreasstraße 4
61445280 | Wohnhaus | Andreasstraße 5
61445281 | Wohnhaus | Andreasstraße 9
61445283 | Wohnhaus | Andreasstraße 13
61445284 | Wohnhaus | Andreasstraße 15
61445285 | Wohnhaus | Andreasstraße 17
61445286 | Vorgarten | Andreasstraße 17
61445287 | Einfriedung | Andreasstraße 17
61445288 | Wohnhaus | Domstraße 4
61445289 | Wohnhaus | Domstraße 6
61445290 | Wohnhaus | Domstraße 8
61445291 | Wohnhaus | Domstraße 10
61445292 | Wohnhaus | Domstraße 14
61445293 | Wohnhaus | Andreasstraße 19
61445295 | Platzanlage | Verden (Aller), Stadt - Verden
61445296 | Straße | Verden (Aller), Stadt - Verden
61445297 | Wohnhaus | Domstraße 2
61445299 | Wohnhaus | Domstraße 18
61445300 | Garten | Domstraße 18
61445301 | Einfriedung | Domstraße 18
61445303 | Wohnhaus | Grüne Straße 15
61445305 | Wohn-/Geschäftshaus | Grüne Straße 18
61445306 | Wohnhaus | Grüne Straße 19
61445307 | Wohnhaus | Grüne Straße 21
61445308 | Wohnhaus | Grüne Straße 23
61445309 | Wohnhaus | Grüne Straße 25
61445310 | Wohnhaus | Grüne Straße 27
61445311 | Wohnhaus | Grüne Straße 29
61445312 | Wohnhaus | Grüne Straße 31
61445313 | Straße | Verden (Aller), Stadt - Verden
61445314 | Wohnhaus | Kirchstraße 1
61445315 | Wohnhaus | Kirchstraße 2
61445316 | Wohnhaus | Kirchstraße 3
61445317 | Wohnhaus | Kirchstraße 4
61445318 | Wohnhaus | Kirchstraße 5
61445319 | Wohnhaus | Kirchstraße 6
61445320 | Wohnhaus | Kirchstraße 7
61445321 | Wohnhaus | Kirchstraße 9
61445322 | Wohnhaus | Kirchstraße 11
61445323 | Wohnhaus | Kirchstraße 13
61445324 | Wohnhaus | Lugenstein 1
61445326 | Wohnhaus | Lugenstein 3
61445327 | Wohn-/Geschäftshaus | Lugenstein 4
61445328 | Kirche | Lugenstein 8
61445329 | Wohnhaus | Lugenstein 9
61445330 | Wohnhaus | Lugenstein 11
61445331 | Wohnhaus | Lugenstein 13
61445332 | Wohnhaus | Obere Straße 59
61445333 | Wohnhaus | Schachtshof 1
61445334 | Straße | Verden (Aller), Stadt - Verden
61445335 | Wohnhaus | Strukturstraße 2
61445336 | Wohnhaus | Strukturstraße 4
61445337 | Wohnhaus | Strukturstraße 6
61445338 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Strukturstraße 7
61445339 | Wohnhaus | Strukturstraße 8
61445340 | Wohnhaus | Strukturstraße 10
61445341 | Wohnhaus | Strukturstraße 12
61445342 | Wohnhaus | Strukturstraße 12 a
61445343 | Wohnhaus | Strukturstraße 16
61445344 | Einfriedung | Strukturstraße 16
61445345 | Wohnhaus | Anita-Augspurg-Platz 1
61445346 | Wohnhaus | Anita-Augspurg-Platz 2
61445348 | Wohnhaus | Anita-Augspurg-Platz 5
61445349 | Wohnhaus | Anita-Augspurg-Platz 7
61445350 | Wohnhaus | Anita-Augspurg-Platz 8
61445351 | Wohnhaus | Anita-Augspurg-Platz 9
61445352 | Wohnhaus | Anita-Augspurg-Platz 10
61445353 | Wohnhaus | Anita-Augspurg-Platz 11
61445354 | Wohnhaus | Anita-Augspurg-Platz 13
61445355 | Wohnhaus | Anita-Augspurg-Platz 14
61445461 | Wohn-/Wirtschaftsgebäude | Strukturstraße 9
61445466 | Wohnhaus | Domstraße 12
61445482 | Zufahrt | Andreasstraße 17
61762664 | Küsterhaus | Lugenstein 10 / 12 / 14
61762669 | Pfarrhaus | Lugenstein 8
61765330 | Scheune | Anita-Augspurg-Platz 1
61765435 | Küsterhaus | Domstraße 1
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

