sog. Remise
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Göttingen, Stadt
- Gemeinde
- Göttingen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Göttingen
- Adresse
- Ritterplan 8
- Objekttyp
- Museum
- Baujahr
- 1780 (Stall und Remise)
- Denkmalstatus
- Teil einer Gruppe baulicher Anlagen (gemäß § 3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- dd1bc429-ae8b-46e1-a4b5-770bb1eb0140
- System-ID
- #61561520
- ADABweb-ID
- 35868524
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Die sogenannte Remise des Städtischen Museums ist ein langgestreckter, straßenbegleitender, zweigeschossiger Fachwerkbau unter Satteldach. Ihre stockwerksweise abgezimmerten Fassaden auf Werksteinsockel sind flächig, das heißt ohne Vorkragung ausgebildet und waren ursprünglich monochrom gefasst. Zur aus einer Umnutzung des 19. Jahrhunderts stammenden Befensterung gehört auch die Ausstattung mit Erdgeschoss-Fensterläden. Im Gebäudeinneren sind ein bauzeitlicher Gewölbekeller, historische Grundrissstrukturen der zwischenzeitlichen Schulnutzungen, Wandvertäfelungen und das spätbarocke Dachwerk erhalten. Eine Besonderheit ist das sogenannte "Blaue Treppenhaus" mit Schauwand im Erdgeschoss und Brettbalustern an den Treppenläufen, das aus dem 1906 abgerissenen Wrisbergschen Haus (Goethe-Allee 1, heute Geiststraße 11a) stammt, 1928-29 hier eingebaut wurde und zur Erschließung der damaligen Museumserweiterung diente.
- Denkmalbegründung
- Die sogenannte Remise des Städtischen Museums wurde ab 1780 zunächst als Stall- und Remisentrakt der Posthalterei (Jüdenstraße 38, 39) errichtet. Nach Aufgabe der Postnutzung im Jahr 1854 und Zwischennutzungen setzten noch in den 1850er Jahren verschiedene Schulnutzungen (u.a. als Höhere Töchterschule) ein, die bis zur 1911 erst teilweisen, dann seit Ende der 1920er Jahre vollständigen Übernahme der Gebäude vom benachbarten Museum andauerten. Schulnutzung und später auch Bibliotheksnutzung haben dieses Gebäude und den westlich anschließenden Verbindungsbau (Jüdenstraße 38) außen und innen denkmalkonstituierend verändert und geprägt. Wesentliche Merkmale der Umnutzung waren die Verschleifung der ehemals getrennten Funktionen (Wohnen und Stall/Remise) sowie der Einbau von großen Räumen. Im Außenbau lehnte sich die klassizistische Umgestaltung des ehemaligen Stallteiles (Ritterplan 8) an das links benachbarte Wohnhaus (Jüdenstraße 38) an und zeigt eine lange Reihe von gleichmäßigen Fensterachsen und einen neuen Mitteleingang, dessen verzierte Originaltür aus der Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts erhalten ist. Die Erhaltung der sogenannten Remise und ehemaligen Schule liegt wegen ihrer geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung im öffentlichen Interesse. Schutzbegründend ist der Zeugnis- und Schauwert für die Bau- und Nutzungsgeschichte der Museumsbauten und ihrer Vorgängernutzungen. Die städtebauliche Bedeutung liegt im prägenden Einfluss auf das Straßenbild des Ritterplans und als Element des räumlichen Gefüges im Museumsensemble, auch als Teil im gesamten Altstadtensemble.
- Weiterführende Links
- Denkmaltopographie Stadt Göttingen: Objekterwähnung
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

