Rosenmühle
- Landkreis
- Osnabrück
- Samtgemeinde
- Bissendorf
- Gemeinde
- Stockum-Gut
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Stockum-Gut
- Adresse
- Lüstringer Straße 19
- Objekttyp
- Mühlenanlage
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- dd0c8d4a-61b2-4f34-8d9b-87500cadfbda
- System-ID
- #61756247
- ADABweb-ID
- 49930345
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Östlich außerhalb der Ortslage von Bissendorf-Natbergen bereits in der Gemarkung von Stockum gelegen die sog. Rosenmühle, von Norden über die Lüstringer Straße erschlossen, die Mühle ehemals durch den Rosenmühlenbach angetrieben, der von Bissendorf kommend den Mühlenkomplex in Ost-West-Richtung durchfließt und weiter nordwestlich in den Fluss Hase mündet. Bestandteil des Mühlenkomplexes sind das stattliche Wohn-/Wirtschaftsgebäude von 1854 mit den sukzessiv angebauten Gebäudeteilen der Mühle, sowie eine Remise von 1863 und ein Nebengebäude mit Schweinestall, die den Hof nach Osten bzw. Norden begrenzen. Der Hof teils mit Natursteinpflaster befestigt und von altem Baumbestand umgeben, westlich des Schweinestalls kurzer Abschnitt einer Bruchsteinmauer erhalten, der Rosenmühlenbach im Umfeld der Mühle sowie der Stauweiher mit den zugehörigen Stau-/Wehranlagen sind Teil des Mühlenensembles.
- Denkmalbegründung
- Die Rosenmühle, die bereits in den Karten der preußischen Landesaufnahme als solche bezeichnet wird, gehörte ehemals zum Gut Stockum, das ca. 1 km östlich liegt. Die Ursprünge der Mühle sind jedoch unklar. Die ehemalige Bezeichnung „Kötterei Nr. 3“ lässt ein hohes Alter der Hofstelle annehmen. Auf einer Karte des Fürstbistums Osnabrück von 1774 ist die Rosenmühle allerdings nicht kartiert. Vor der Franzosenzeit (1807-13) wird ein Rosenmüller namens Hellmann genannt, und nach dem Ende der französischen Herrschaft sind 1814-16 rechtliche Auseinandersetzungen mit dem Müller Hellmann aufgrund eines zwischenzeitlich neu angelegten Mahlganges dokumentiert. 1841 wird eine Boke-, Öl-, Graupen- und Tabakmühle genannt, wobei die Tabakmühle erst 1837 eingerichtet worden ist. Zuletzt wurde die Rosenmühle als Mahl- und Sägemühle betrieben und war mit einer Turbine bis 1943 in Nutzung. Das stattlich Wohn-/Wirtschaftsgebäude wurde 1854 durch Adam Heinrich Voß und seine Frau Katharina Engel Hellmann erbaut (Inschrift Dielentor und Kamin). Die weiteren Nebengebäude des Hofes wurden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ergänzt. 1906/07 wurde die Rosenmühle von Adam Broermann gekauft, dem ehemaligen Betreiber der Neuen Mühle in Osnabrück-Gretesch, der das eigentliche Mühlenhaus noch vor dem Ersten Weltkrieg auf dem Bruchsteinsockel eines Vorgängerbaus neu errichten ließ. Die Remise, die das Wohn-/Wirtschaftsgebäude mit dem neuen Mühlenhaus verbindet, weist rückseitig ebenfalls Bruchsteinmauerwerk auf und ersetzt damit wohl auch einen älteren Gebäudeteil. Den Abschluss des Gebäudes bildet die Sägemühle südlich des Rosenmühlenbaches. In räumlichem und funktionalem Zusammenhang zum Mühlenhof stehen der Rosenmühlenbach, der in Ost-West-Richtung unterhalb des Mühlengebäudes geführt wird und hier ein innenliegendes Mühlrad antrieb, sowie der Stauweiher, der von dem südlich vorbeifließenden Mühlenbach durch einen Damm getrennt und nur über einen Nebenschluss südlich der Remise durch eine Stau-/Wehranlage an den Mühlenbach angeschlossen ist. Die Rosenmühle ist von Bedeutung für die Ortsgeschichte und beispielhaft für die bauliche Entwicklung eines Mühlenhofes von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Das zentrale Wohn-/Wirtschaftsgebäude von 1854 veranschaulicht den regional vorherrschenden Bautyp des Hallenhauses, hier als stattliche Vierständerkonstruktion, und hat die gebäudetypische Grundstruktur nach dem Umbau von 1916 weitgehend bewahrt. Durch die umfangreich erhaltene historische Technik sowohl der Mahlmühle als auch der Sägemühle ist die Rosenmühle zudem ein anschauliches Zeugnis der Technik- und Wirtschaftsgeschichte im Osnabrücker Land. Als Mühlengehöft außerhalb der geschlossenen Ortslage, das durch den Mühlenbach und die Anlage des Stauweihers die umgebende Kulturlandschaft prägt, ist die Rosenmühle zudem wesentlich für das Landschaftsbild und damit von städtebaulicher Bedeutung.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
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