St. Martins-Kirche mit Turm und Kirchhof
- Landkreis
- Region Hannover
- Samtgemeinde
- Hannover, Landeshauptstadt
- Gemeinde
- Linden
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Linden-Mitte
- Objekttyp
- Kirchenanlage (Baukomplex)
- Personen
- Lehmann, Kurt (Architekt (m/w/d))
Oesterlen, Dieter (Architekt (m/w/d))
Hase, Conrad Wilhelm (Architekt (m/w/d))
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- dcbf3e3f-0f09-4d1c-8d0c-3d810d5eeb2e
- System-ID
- #61700338
- ADABweb-ID
- 41862850
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Am Fuße des Lindener Bergs erbaute Martinskirche, die aus dem 1728 errichteten und 1855 um die neugotische Turmspitze ergänzten Glockenturm sowie dem 1955 nach Entwürfen Dieter Oesterlens geschaffenen Kirchensaal besteht. Ein überdachter Weg, der einen begrünten Vorhof umschließt, schafft die optische Verbindung beider Bauten. Umgeben ist der Kirchenkomplex von der Fläche des einstigen Kirchhofs der Martinsgemeinde, der nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nach einem Entwurf von Wilhelm Hübotter neu gestaltet wurde.
- Denkmalbegründung
- Die Martinsgemeinde ist die älteste Kirchengemeinde von Linden, ein Gotteshaus ist bereits 1285 urkundlich belegt. 1728 wurde es durch einen barocken Saalbau ersetzt, dessen Turm wegen Geldmangels nicht vollendet werden konnte. 1855 entwarf Conrad Wilhelm Hase den bis heute bestehenden Backsteinaufbau, der einer der ersten neugotischen Entwürfe des Begründers der Hannoverschen Schule ist. Als am 22. September 1943 die Kirche bei einem Bombenangriff zerstört wurde, blieb der Turm weitgehend erhalten. Der Hannoversche Architekt Dieter Oesterlen, der schon ab 1946 die Marktkirche wiederaufgebaut hatte, erhielt 1955 den Zuschlag für die Idee, beim Wiederaufbau den Turm zu erhalten, damit die Geschichte zu würdigen und zugleich durch ein modernes Kirchenschiff der Veränderung Lindens vom Dorf zum Industriestandort zu entsprechen. Turm und Kirche hat er dabei getrennt und durch einen überdachten Weg, der einen begrünten Hof umschließt, eine optische Verbindung beider Bauten geschaffen. Oesterlen schuf mit der Martinskirche in Linden einen für den Nachkriegskirchenbau in der Bundesrepublik Deutschland wegweisenden Kirchsaal, der aufgrund seiner künstlerischen Gestaltwerte und seiner Innenraumgestaltung nicht nur von künstlerischer Bedeutung ist, sondern in der Ausprägung seines Gebäudetypus und als Werk Dieter Oesterlens auch geschichtliche Bedeutung hat. Zudem liegt die Erhaltung der St. Martins-Kirche mit ihrem historischen Glockenturm aufgrund ihrer Bedeutung sowohl für die Bau- und Kunstgeschichte als auch für die Stadtbau- und Siedlungsgeschichte im öffentlichen Interesse. Mit ihrem prägenden Einfluss auf das Orts- und das Straßenbild ist sie auch städtebaulich bedeutsam.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61289372 | Grabdenkmal | Hannover, Landeshauptstadt - Linden
61719223 | Kirchhof | An der Martinskirche 15
61700339 | Grünanlage | An der Martinskirche 15
61289371 | Glockenturm | Hannover, Landeshauptstadt - Linden
61700337 | Kirche | An der Martinskirche 15
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

