Jüdischer Friedhof am Treckfahrtsweg Emden
Blick von Norden über die westliche Hälfte des Friedhofs (2021)
1955 aufgestellter Gedenkstein, von Nordosten gesehen (2009)
Außenansicht (2022)
Gedenkstein von 1955, Ansicht von Osten (2011)
- Landkreis
- Stadt Emden (kreisfrei)
- Samtgemeinde
- Emden, Stadt
- Gemeinde
- Emden
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Emden
- Adresse
- Treckfahrtsweg
- Objekttyp
- Jüdischer Friedhof
- Baujahr
- um 1530
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- dc602ddf-2237-4da2-9937-6ef03e7b6093
- System-ID
- #61597217
- ADABweb-ID
- 36371881
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Juedische-Friedhoefe Juedische-Friedhoefe-ohne-Grabsteine
- Beschreibung
- Der im Grundriss unregelmäßig geformte jüdische Friedhof liegt nordöstlich der Altstadt von Emden direkt am Ostufer des Trecktiefs, eines alten Schiffahrtsweges nach Aurich. Ehemals außerhalb der Stadt gelegen, befindet der Friedhof sich heute in dessen Weichbild. Sein Ursprung geht nach heutiger wissenschaftlicher Annahme auf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Die Belegung erfolgte bis zur Inbetriebnahme des jüdischen Friedhofs an der Bollwerkstraße, danach wurde er entsprechend jüdischen Verständnisses als Begräbnisort tradiert. Eingriffe während der vierziger und fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts haben zu deutlichen Störungen im Erscheinungsbild geführt, so dass der Friedhof heute als schmale von Bäumen bestandene Grünanlage in Erscheinung tritt. Grabsteine haben sich obertägig nicht erhalten, stattdessen wurde 1955 von der Stadt Emden ein Gedenkstein aufgestellt, dessen nachfolgende Inschrift vom Landesverband der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen ausgewählt wurde: "ZUM GEDENKEN AN DEN ISRAELITISCHEN FRIEDHOF [zwei hebräische Zeilen] FÜR DICH LIESSEN WIR UNS WÜRGEN ALLE TAG GEACHTET WIE DIE SCHAFE AN DER [Blume] SCHLACHTBANK 44. PSALM 23. VERS"
- Denkmalbegründung
- Der jüdische Friedhof am Treckfahrtsweg ist nach heutiger Kenntnis die älteste überkommene Anlage dieser Art in Niedersachsen. Obwohl keine Grabdenkmale mehr obertägig zu finden sind und deutliche Störungen im Erscheinungsbild das visuelle Erleben schmälern, ist die Anlage in ihrer ursprünglichen Lage und Ausdehnung immer noch vor Ort nachvollziehbar. Der historische Kontext der Entstehungsgeschichte des Friedhofs lässt eine überregionale Bedeutung sogar im Sinne von europäischer Geschichte erkennen. An der Erhaltung des Friedhofs besteht aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung ein öffentliches Interesse. Aufgrund seines Ursprungs in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts nimmt das Objekt unter den baulichen Dokumenten jüdischen Lebens im niedersächsischen Raum eine singuläre Stellung ein.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS
Blick von Norden über die westliche Hälfte des Friedhofs (2021)
1955 aufgestellter Gedenkstein, von Nordosten gesehen (2009)
Außenansicht (2022)
Gedenkstein von 1955, Ansicht von Osten (2011)

