Haneburg
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Haneburgallee 8
- Objekttyp
- Herrenhaus (Bauwerk)
- Baujahr
- Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts (Steinbau im Kern)
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- d80db807-f944-4889-b3d0-4b70687a31cf
- System-ID
- #61540430
- ADABweb-ID
- 35653680
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Leer_Altstadt
- Beschreibung
- Die Dreiflügelanlage mit ihren zweigeschossigen Flügeln unter Satteldächern mit hohen Kellergeschossen öffnet sich nach Südosten zu einem Ehrenhof. Die backsteinsichtigen Fassaden werden durch Sandsteinelemente (Eckquader, Sohlbankgesimse, Entlastungsbögen über den Fenstern) gegliedert. Die Fenster des Südwestflügels und der südlichen Torachse im Mittelbau, datiert 1621, sind jeweils als Kreuzstockfenster ausgebildet, wobei die unteren Öffnungen mit Klappläden versehen sind. Die zweiachsige Giebelseite schließt mit einem Staffelschweifgiebel. Die südliche Traufseite besitzt vier Fensterachsen, wobei den Fenstern in der 1. und 3. Achse noch ein schmales Fenster zugeordnet ist, im Obergeschoss mit glasierten Backsteinen gemauerte Ornamente. An der Hofseite des Südwestflügels ein einachsiger Standerker. Ein polygonaler dreigeschossiger Treppenturm mit Zeltdach verbindet den Südwestflügel mit dem sechsachsigen Mittelflügel bzw. Hauptflügel, in der ersten Achse eine Tordurchfahrt mit Kielbogen – ebenfalls ein Kielbogen an dem Turmeingang. Der 1671 von Dietrich Arend Hane errichtete Hauptflügel nimmt die Gestaltung mit den Entlastungsbögen auf, jedoch wurden statt der Kreuzstockfenster des älteren Teils Blockrahmenfenster eingesetzt. Dem Hauptflügel ist hofseitig eine zweiläufige Treppe, die zu einem Rokokoportal aus der Mitte des 18. Jahrhunderts führt, vorgelagert. Die zweiflügelige Eingangstür befindet sich in einem Sandsteinrahmen und hat ein mit ornamentalen Sprossen gegliedertes Oberlicht, darüber ein Wappenstein, seitlich flankieren schmale Fenster das Portal. Nach Nordosten wurde 1935 ein weiterer Flügel angebaut; die backsteinsichtigen Fassaden sind schmucklos, an der östlichen Giebelseite wurde der Renaissancegiebel des Südwestflügels wiederholt. Der Südwestflügel besteht im Kern aus einem Steinhaus aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, das 1621 und 1671 zu einer zweiflügeligen Anlage mit Treppenturm erweitert wurde, ablesbar sind diese Bauphasen durch die unterschiedlichen Backstein- und Fensterformate; der Nordostflügel wurde erst 1935 ohne die charakteristische Sandsteingliederung ergänzt.
- Denkmalbegründung
- Die Haneburg entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer Dreiflügelanlage. Ursprungsbau ist ein Steinhaus aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, dessen Reste noch im Südwestflügel zu finden sind. Die Erweiterungen und Umbauten des 17. Jahrhundert, 1621 durch Jost Hane zu Werff, Lihr und Uttum und 1671 durch dessen Sohn Diedrich Arend, nehmen typische Schmuckformen der niederländischen Renaissance mit den Schweifgiebeln, Kreuzstockfenstern und Sandsteinelementen auf. Die Haneburg gehört zu dem Typus des „Langen Hauses“, der sich ab 1500 entwickelt und von der älteren „Hohen Häusern“, den turmartigen Steinhäusern, absetzt. Diese langgestreckten Saalbauten wurden häufig im Laufe der Jahrhunderte zu repräsentativen Herrenhäusern mit mehr Wohnkomfort ausgebaut, dazu gehört auch das aufwändige Portal mit seiner Freitreppe. Die Haneburg wurde erst 1935 durch den Anbau des Nordostflügels, der sich in seiner vereinfachten Gestaltung am Südflügel orientiert, zu einer Dreiflügelanlage ergänzt. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde auch der obere Teil des Treppenturms aufgesetzt. Mit ihrer baugeschichtlichen Entwicklung ist die Burganlage von großem Wert für die Burgenforschung im Nordwesten. An der Erhaltung der Haneburg besteht aufgrund ihrer geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung wegen seines landesgeschichtlichen, bau- und kunstgeschichtlichen sowie ihres stadtbildprägenden Schau- und Zeugniswerts ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61540267 | Adelssitz
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

