Midlum, Ziegelei Cramer
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Jemgum
- Gemeinde
- Midlum
- Adresse
- Teelkteweg 1 Teelkteweg 2
- Objekttyp
- Ziegelei
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- d6e77672-4a0b-4587-8de0-21325f9c88f3
- System-ID
- #61538302
- ADABweb-ID
- 35648552
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Ehemalige Ziegelei Cramer, bestehend aus dem Ringofen mit Überdachungskonstruktion sowie zugehörigem Schornstein, dem Maschinenhaus und den erhaltenen Trockenanlagen, westlich des Außendeichsweg gelegen. Zur Gruppe gehören weiterhin die baulichen Reste der unmittelbar benachbarten Ziegelei Leding mit dem erhaltenen Schornstein, die westlich des Außendeichsweg liegt. Abschlossen wird die Gruppe der Ziegelei weiter im Süden durch die Anlage der Fabrikantenvilla mit Garten, Graft und Gulfscheune.
- Denkmalbegründung
- Vermutlich wurden beide Ziegeleien Cramer und Leding um 1700 am heutigen Standort, etwas erhöht im Außendeich, errichtet, begünstigt durch optimale Standortsfaktoren wie große Tonvorkommen in unmittelbarer Nähe und vorhandene Wasserwege. Das Aufkommen des Fehnwesens und der Moorkolonisation sowie das Aufblühen der Schifffahrt im ostfriesischen Raum führten zur Gründung einer Vielzahl von Ziegeleien. Ende des 19. Jahrhunderts waren im Mündungsbereich der Ems zwischen Weener und Ditzum insgesamt 26 Ziegeleibetriebe ansässig. Bis zum Ersten Weltkrieg erlebte das Ziegeleiwesen eine große Blütezeit - wie auch die Ziegelei Cramer nachdem Lukas Cramer aus Loga die Ziegelei 1888 erwarb. In dieser florierenden Zeit entstand auch die Fabrikantenvilla der Ziegelei Cramer. Diese liegt im Ortskern von Midlum, südlich der Ziegelei, und wurde 1907 zusammen mit einem Garten und einer Graft errichtet. Repräsentativ zeigt sich auch die große Gulfscheune, die direkt an die Fabrikantenvilla anschließt. Trotz beider Weltkriege und einiger Sturmfluten konnte die Ziegelei Cramer noch bis 1972 betrieben werden. Erst als Folge der Ölkrise wurde der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Heute haben sich nur bei der Ziegelei Cramer substanziell anschaulich der Ringofen und die Trocknungsanlagen, wenn auch in Teilen nicht mehr intakt bzw. im ursprünglichen Zustand, erhalten. Darüber hinaus sind die Schornsteine die beiden letzten Zeugnisse der einst bedeutendsten Ziegelregion Ostfriesland weithin sichtbar. Beide Anlagenreste vermitteln aufgrund ihrer Lage im Außendeichbereich noch sehr anschaulich die ursprüngliche Situation der Ziegelproduktion im Rheiderland an der Emsmündung. An der Erhaltung der Reste der beiden Ziegeleien besteht aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung für die Geschichte des Ortes und der Region sowie aufgrund ihrer technikgeschichtlichen Bedeutung ein öffentliches Interesse. Dieses wird durch die städtebauliche Bedeutung wegen des prägendes Einflusses auf das Landschaftsbild und der einzelnen Bestandteile im räumlichen Gefüge noch weiter untermauert.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61547790 | Maschinenhaus | Teelkeweg 1
61547797 | Trockenanlage | Teelkeweg 1
61547841 | Villa | Midlumer Straße 6
61547919 | Scheune | Midlumer Straße 6
61547937 | Ringofen | Teelkeweg 1
61547938 | Schornstein | Teelkeweg 2
61547950 | Schornstein | Teelkeweg 1
61547963 | Graft | Midlumer Straße 6
61909012 | Transformatorenhaus | Jemgum - Midlum
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

