Kiosk
- Landkreis
- Stadt Emden (kreisfrei)
- Samtgemeinde
- Emden, Stadt
- Gemeinde
- Emden
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Emden
- Adresse
- Nordertorstraße 49
- Objekttyp
- Kiosk
- Baujahr
- 1927-1928
- Personen
- Haasis, Reinhold Friedrich
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- d63d42c4-bd13-4a36-8d03-eda6f60a0371
- System-ID
- #61690964
- ADABweb-ID
- 39394460
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Eingeschossiger Klinkerbau unter sehr flachem Satteldach, das hinter der hochgezogenen, attikaartigen Traufe mit zackiger Kante verborgen ist; die Traufzone setzt sich durch einen vertikalen Mauerverband von den Außenwänden ab. Das Mauerwerk selbst besteht aus je einer Schicht Läufer und Binder, wobei der Fugenmörtel aufgetupft ist. Durch die Vorhalle an der Südseite entsteht ein T-förmiger Grundriss; diese ursprünglich offene Vorhalle vor dem Verkaufsfenster öffnet sich zur Straßenseite, die seitlichen Öffnungen sind heute mit Brettern geschlossen. Das Vordach wird durch zwei Pfeiler mit Ziegelbänderungen, die durch versetzt gemauerte Schichten gebildet werden, gestützt; seitlich der Vorhalle gibt es je eine Sitzbank mit Beinen aus Ziegeln, darüber ein kleines, querliegendes Fenster. Diese Fenster haben wie alle Tür- und Fensteröffnungen hochkant gemauerte Stürze. Die Eingänge mit den bauzeitlichen Türen (mit aufgesetzten Zierleisten) zu den Toilettenräumen liegen jeweils an der Ost- und Westseite, seitlich befindet sich ein querrechteckiges Fenster. Der Verkaufsraum ist durch einen weiteren Eingang an der Ostseite zugänglich. Erbaut als Kiosk 1927/28 durch das Stadtbauamt Emden (Signatur Reinhold Haasis). An der Nordseite wurde während des 2. Weltkrieges ein Bunker angebaut. Im Inneren sind die originale Grundrissstruktur und bauzeitliche Ausstattung wie die Bodenfliesen im Verkaufsraum erhalten.
- Denkmalbegründung
- Die Wallanlagen in Emden stammen aus dem 16. Jahrhundert. Nachdem sie bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihre Verteidigungsfunktion verloren hatten, wurden sie ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in eine Grünanlage umgewandelt. Die Pläne zur Neugestaltung stehen im Zusammenhang mit der Emder Stadtentwicklung und -erweiterung nach Bebauungsplänen der Stadtplaner Hermann Josef Stübben und Hermann Jansen, die teilweise erst nach dem Ersten Weltkrieg verwirklicht werden konnten. In den Anlagen wurden Kleinarchitekturen wie der Kiosk in der Nordertorstraße im östlichen Abschnitt der Wallanlagen, auf einem Eckgrundstück zu Straße „Am Marienwehrster Zwinger“, und der sog. Chinesische Pavillon am Boltentor errichtet. Beide Bauten entstanden nach Entwürfen der Stadtbauverwaltung in den 1920er Jahren. Zusammen mit weiteren städtischen Bauten der Zeit wie beispielsweise dem Finanzamt in der Ringstraße und der Herrentorschule gehört der Wallkiosk zu den künstlerisch anspruchsvollen Bauten im Stile des Backsteinexpressionismus in der Stadt Emden, die in der kurzen Zeitspanne zwischen dem Ende der Inflation 1923 und den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre gebaut wurden. Der Kiosk an der Nordertorstraße setzt einen städtebaulichen Akzent bei der Neugestaltung der Wallanlagen. Darüber hinaus spiegelt er die Architektur der Zeit wider. Der Kiosk wird als Verkaufshäuschen mit einem pfeilergestützten Vordach errichtet, gleichzeitig dient er als Bedürfnisanstalt mit Toilettenräumen für beide Geschlechter. Diese an sich profanen Funktionen werden in einem modernen Bau mit einem qualitätvollen architektonischen Entwurf untergebracht. Die nicht alltägliche, anspruchsvolle Gestaltung bis hin zu der Fugenausbildung ist von besonderer künstlerischer Bedeutung. Zusammen mit der städtebaulichen und stadtgeschichtlichen Bedeutung begründet sie den Denkmalwert und somit das öffentliche Erhaltungsinteresse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

