St. Nicolai-Kirche
- Landkreis
- Region Hannover
- Samtgemeinde
- Hannover, Landeshauptstadt
- Gemeinde
- Bothfeld
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Bothfeld
- Adresse
- Sutelstraße 19
- Objekttyp
- Kirche
- Baujahr
- 14.Jh. - 1912
- Personen
- Wendebourg, Eduard (Architekt (m/w/d))
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- d5c81011-d4e6-4513-81ec-aa287b78eb11
- System-ID
- #61261597
- ADABweb-ID
- 30596648
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Die St. Nicolaikirche in Bothfeld ist vom Ursprung her wesentlich älter, als man auf den ersten Blick meint. Das Kirchenschiff entstand zwar erst 1910/11, der massive, 35 Meter hohe Westturm mit seinen bis zu 1,70 Meter dicken Mauern stammt aber von einer alten Kirche aus dem 14. Jh. ursprünglich gehörte Bothfeld zum Kirchspiel Kirchrode. In einer Urkunde von 1288 wird die Kapelle St. Nicolai in Botvelde erwähnt. 1359 erhielt Bothfeld eine eigene Kirche, deren vermutlich in Raseneisenstein (- Martinskriche Engelbostel (121) S. 191) aufgemauerter Turm bis heute erhalten ist. Raseneisenstein, eine eisenhaltige Bodenschicht, wurde in der nahen Wietzeniederung abgebaut und ist Isernhagen (isern 0 eisern) verhüttet oder als Baumaterial verarbeitet. In den Pfarrakten gibt es einen Grundriss einer schlichten Kirche aus der Zeit von 1776. Möglicherweise ist dies die erste Kirche aus dem 14. Jh. Sie wurde zwischen 1776 und 1777 abgebrochen und durch eine barocke Saalkirche ersetzt; nur den alten Kirchturm ließ man stehen. Diese Kirche wich 1910/11 einem Neubau. Eduard Wendebourg (1857-1940) sezte sich mit seinem Entwurf einer asymmetrischen Bruchsteinkirche im neuromanischen Stil gegen 44 Mitbewerber eines Architektenwettbewerbes durch. Wie vom Preisgericht vorgeschrieben, blieb der alte Turm erhalten. Er steht nun ohne Verbindung zum Schiff neben der Kirche. Der Taufstein stmamt noch aus der Zeit um 1650; die übrige Ausstattung ist aus dem 19. Jh. Bekannt ist dir Kirche vor allem wegen ihrer Jugendstil-Ausmalung von Karl Bohlmann. Sie wurde 1959 nach damaligem Zeitgeschmack als unmodern übertüncht und erst in den 90er Jahren wieder freigelegt. 1952 erhielt dir Kirche eine Glocke (gegossen 1639) aus dem ostpreußischen Insterburg. Im Turm und unter der Orgelempore stehen etwa 20 Grabsteine aus dem 17. bis 19. Jh. Erst im 20. Jh. wurde das umfangreiche Kirchspiel Bothfeld geteilt. 1927 entstand die Gethsemane- (Klein -Buchholz), 1958 die Matthias- (Groß-Buchholz) und 1964 die St. Nathanaelgemeinde als zweite Kirchengemeinde für Bothfeld.
- Denkmalbegründung
- Im Jahr 1288 wird in Bothfeld zuerst eine Kirche urkundlich genannt. Der Westturm aus Raseneisenstein mit spitzbogigem Westportal aus Sandsteinquadern, wohl 14. Jh., ist das älteste bauliche Relikt dieser bis ins Spätmittelalter zurückreichenden Kirchentradition in Bothfeld. Der überkommene neuromanische Bau wurde 1910/12 als Ersatz für die Vorgängerkirche von 1777 errichtet. In der Gruppierung seiner Bauteile weist das Bauwerk hohe bau- und kunstgeschichtliche Schauwerte auf, als Werk des renommierten Architketen Eduard Wendebourg ist es zudem künstlerisch bedueutsam, weist überdies eine qualitätvolle Innenausstattung auf. Die straßenbildprägende räumliche Anordnung mit daraus resultierendem prägenden Einfluss auf das räumliche Gefüge des Bothfelder Platzes an der zentralen Ortsdurchfahrt Sutelstraße begründet die hohe städtebauliche Bedeutung. Die Erhaltung der St. Nicolai-Kirche Bothfeld liegt daher aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen im öffetlichen Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61261273 | Kirchenanlage (Baukomplex)
- Literatur
-
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

