Wohnhaus
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Altstadt
- Adresse
- Faldernstraße 5
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- 1834
- Denkmalstatus
- Teil einer Gruppe baulicher Anlagen (gemäß § 3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- d50d9c14-2049-4342-b2c5-3e6e336770e8
- System-ID
- #61777220
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Zweigeschossiger, traufständiger Backsteinbau mit Mauerwerksankern unter Satteldach, die Nord-, Ost- und Südfassade verputzt, hochrechteckige Tür- und Fensteröffnungen. Die langgestreckte Trauffassade zur Faldernstraße mit elf Achsen, in der vierten Achse von rechts zwei unmittelbar nebeneinander liegende Hauseingangstüren mit Oberlicht, über einem ausgebildeten Sockel die Wandflächen mit grober Putzstruktur, durch glatte Putzflächen dezent gegliedert, abschließend Traufgesims. Der Ostgiebel mit vier Fensterachsen und dezenter Putzgestaltung, im Sockel links zwei Kellerfenster, im Giebeldreieck mittig größere Fensteröffnung von kleineren flankiert. Die Südfassade nutzungsbezogen ohne Putzgestaltung angelegt, angebaute Balkone. Der zur Mennonitenkirche nach Westen gerichtete Giebel backsteinsichtig, im Erdgeschoss zwei Fensteröffnungen mit scheitrechtem Sturz und Putzfasche, im Obergeschoss zugemauerte Öffnungen erkennbar, im Dachgeschoss zwei quadratische Fenster mit Putzfasche, in der Giebelspitze zugesetzte Rundbogenöffnung, der Schildgiebel mit Beitelmauerwerk und Schornsteinkopf auf der Giebelspitze. 1834 als Wohn-Packhaus errichtet, 1907 Umbau zum Wohnhaus.
- Denkmalbegründung
- Ende der 1820er Jahre wurde das Anwesen Faldernstraße 5, das auch das heutige Grundstück am Wilhelminengang 4 umfasste, von dem Kaufmann Carl Anton Gottfried Schölvinck erworben, der 1829 zum Königlich Preußischen Konsul in Leer bestallt wurde. Im Jahr 1834 ließ Schölvinck ein neues Wohn-Packhaus und 1854 zudem eine Güterhalle errichten, so dass der Besitz nun aus „Haus, oben Packräume; Packhaus; Güterhalle“ bestand. Nach dem Tod Schölvincks 1877 kam das Anwesen 1879 an Gerhard Heinrich Josef Heitmann, der eine Schrotfabrik einrichtete und hierzu 1880 am Westgiebel des alten Packhauses einen Hagelturm anbaute. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Besitz von der G. C. Dornheim GmbH Lippstadt übernommen. Die Schotfabrik wurde fortgeführt, das Wohn-Packhaus an der Faldernstraße wurde 1907 zu einem Wohnhaus umgebaut. 1920 erwarb die LEDA Schiffsreparaturwerke GmbH das Anwesen mit der Verpflichtung, den Hagelturm abzubrechen. Noch in der Zwischenkriegszeit wurde der Besitz geteilt und das alte Packhaus am Wilhelminengang 4 von Wein Wolff übernommen. In den späten 1980er Jahren wurde das Wohnhaus an der Faldernstraße saniert. Das einstige Wohn-Packhaus aus dem Jahr 1834 ist durch das große Gebäudevolumen und durch die Gestaltung des zur Mennonitenkirche gerichteten, backsteinsichtigen Westgiebels noch zu erkennen. Die heutige Gebäudeansicht wird jedoch wesentlich durch den Umbau zu einem reinen Wohnhaus 1907 geprägt, im Zuge dessen wohl auch die Putzfassade hergestellt wurde. Dabei blieb die Grundsubstanz des Wohn-Packhauses bestehen, die kleinen Packhausfenster im Obergeschoß sowie ein Kranzgesims unterhalb der Traufe wurden zugunsten größerer Fensteröffnungen entfernt. Die beiden nebeneinander liegenden Haustüren, die den ursprünglichen Hauseingang ersetzten, begründeten sich durch den neuen Grundriss: Die rechte Tür führte in eine großzügige Wohnung, die im Erdgeschoss über drei Wohnräume (Besteszimmer, Wohn- und Speisezimmer) und Nutzräume (Küche, Speisekammer, Abort) sowie im Obergeschoss über vier Schlafkammern verfügte, verbunden durch einen eigenen Treppenlauf. Die linke Tür diente der Erschließung von getrennten Wohnungen im Erd- und Obergeschoss. Der östliche Teil des Hauses wiederum hatte eine über beide Vollgeschosse reichende, großzügige Wohnung mit Hauseingang am Ostgiebel. Im Rahmen des Umbaus 1988 wurden unter Beibehaltung der Grundstruktur ausschließlich Geschosswohnungen hergestellt und das Dach ausgebaut. Das Haus an der Faldernstraße 5 ist als Teil der Gruppe „Wörde/ Noderstraße“ von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Orts-, Siedlungs- und Stadtbaugeschichte sowie aufgrund des Anschauungswertes als ehemaliges Wohn-Packhaus, das bereits Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem Wohnhaus um- und ausgebaut wurde. Der backsteinsichtige Westgiebel hat durch die freie und von der Straßenflucht abgerückte Lage der Mennonitenkirche eine prägende Wirkung auf das Straßenbild, die zweigeschossige Trauffassaden bildet den Abschluss des Straßenraumes der Wörde nach Süden, so dass zudem eine städtebauliche Bedeutung besteht. Aus diesen Gründen besteht am Erhalt des Gebäudes an der Faldernstraße 5 als Bestandteil der Gruppe „Wörde/ Noderstraße“ ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61752559 | Altstadt (Baukomplex)
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

