Kohlenwäsche der Piesberger Steinkohlenzeche
- Landkreis
- Stadt Osnabrück (kreisfrei)
- Samtgemeinde
- Osnabrück, Stadt
- Gemeinde
- Pye
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Pye
- Adresse
- Süberweg
- Objekttyp
- Zechengebäude
- Baujahr
- 1893
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- d22dd8a9-c055-4ed4-b6cc-a67eca60b5c2
- System-ID
- #61708560
- ADABweb-ID
- 43808994
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Eingeschossiges Gebäude aus Sandstein mit Pultdach, große Rundbogenfenster mit Laibungen aus Hüttenstein, west- und östlich drei Lisenen, vorgelagerter Eingangsbereich. 1893 unter Bergwerksdirektor Eickelberg erbaut. Ursprünglich größerer Grundriss, zweigeschossig mit Tonnendach und Dachreiter, südlich über das erste Gleis des Bahnhofs ragend. Das Gebäude diente dem Brechen und Sortieren der Kohle nach ihrer Größe, Verladung über einen eigenen Vorratsturm. 1981 Abriss des Daches und des oberen Geschosses, im Inneren stark überformt.
- Denkmalbegründung
- Die Kohlenwäsche wurde 1893 erbaut und ersetzte eine frühere, 1880 erbaute Kohlenwäsche. Durch das Sieben und Sortieren der Kohle stellte das Gebäude den elementaren Schritt der Wertschöpfung am Piesberg dar. Zum ursprünglich zweigeschossigen Gebäude gehörten ein Vorratsturm sowie ein Durchfahrtshaus über die Brücke vor der Westfassade. 1981 wurde das obere Geschoss, das Tonnendach sowie der südliche Teil über dem Bahnhof abgerissen und durch eine nach Süden hin abfallende Pultdachkonstruktion ersetzt. Durch diese Maßnahmen ist das Gebäude heute nur noch ein Rudiment der ursprünglich deutlich größeren Anlage, seine Integrität wurde also erheblich gestört. Ein authentischer Blick in die Bauweise des Gebäudes zur seiner Nutzungszeit ist dadurch verdeckt. Im Erdgeschoss ist das Gebäude weitestgehend im originalen Zustand überkommen, die Rundbogenfenster der Nordfassade sind heute vermauert, an West- und Ostfassade ergeben sich nachträgliche Änderungen, etwa durch den Einbau der drei Stahltüren an der Westfassade. Die architektonische Qualität des Gebäudes lässt sich dennoch erahnen. Die großen Rundbogenfenster der Nordfassade besitzen einen monumentalen Eindruck, und auch die gemauerten Laibungen mit krönendem Element aus Hüttenstein sind in hervorragender Qualität ausgeführt. Am östlichen Fenster des Eingangshauses ergibt sich eine insgesamt fünffache Vorkragung vom Fenster bis zur Lisene. Das Gebäude ist in demselben Stil wie die übrigen Gebäude am Piesberg errichtet, die allesamt wie “aus einem Guss” wirken. Bergwerksdirektor Eickelberg führte damit den neoromanischen Rundbogenstil des Osnabrücker Stadtbaumeisters Wilhelm Richard weiter, auch nachdem dieser schon 1870 Osnabrück verlassen hatte. Die Zechengebäude am Piesberg zeichnet in ihrer Gesamtheit eine Einzigartigkeit aus, da sie den Stand eines Bergwerks zum Ende des 19. Jahrhunderts darstellen. Es ist zudem die einzige erhaltene, denkmalwürdige Kohlenwäsche Niedersachsens. Andere Kohlenwäschen sind meist auf dem Stand einer anderen, häufig späteren Zeit und weisen daher auch einen anderen Aufbau und ein abweichendes Erscheinungsbild auf. Für den generellen Prozess des Kohlebergbaus, von der Förderung über den Transport bis zur Sortierung und Verladung weist die Kohlenwäsche außerdem eine Beispielhaftigkeit auf, da sie den Prozess der Aufbereitung der Kohle grundsätzlich veranschaulicht und nachvollziehbar macht. Aufgrund des Eingriffs in die Gebäudestruktur 1981 wird sowohl die Einzigartigkeit als auch die Beispielhaftigkeit des Gebäudes eingeschränkt, da es das ursprüngliche Erscheinungsbild stark entstellt hat. An der Erhaltung des Gebäudes besteht jedoch aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung sowie aufgrund seines Zeugniswerts ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61705319 | Bergwerk
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

