Katholische Kirche St. Dionysius
- Landkreis
- Osnabrück
- Samtgemeinde
- Belm
- Gemeinde
- Belm
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Belm
- Adresse
- Lindenstraße 69
- Objekttyp
- Kirche
- Baujahr
- 12.Jh. - 1300
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- c695b7d2-7c99-457f-9e4a-11960354b0b1
- System-ID
- #61697196
- ADABweb-ID
- 41319053
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Im Südosten der Anlage gelegene, traufständige Kirche, zweijochiger Saalbau, verputzter Bruchsteinbau mit Sandsteingliederungen, gerade geschlossener Chor mit Hagioskop, erbaut Mitte bis zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts. Relativ reiche, plastische Bauzier, darunter Kleeblattbogenportal, dreiteiliges Maßwerkfenster im Chor von um 1500, zugesetztes Rundbogenportal mit Knospenkapitellen. Der unverputzte Westturm wohl noch aus dem 12. Jahrhundert. Im Inneren vierteiliges Domikalgewölbe, mittelalterliche Kapitelle und figürliche Scheitelsteine im Langhaus sowie bewegliche Ausstattung erhalten, darunter Sandsteintaufe aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wohl Votivtafeln aus Sandstein von 1505, überlebensgroße Holzfiguren wohl vom Snetlage-Meister von um 1520. Weitere barocke Aussattung wie Kanzel und Westempore sowie Figuren und Standkreuz aus dem 17. Jahrhundert erhalten.
- Denkmalbegründung
- Die katholischen Kirche liegt inmitten des ursprünglichen Siedlungskerns - unmittelbar an der Lindenstraße - und geht auf eine Kirchengründung 9. oder 10. Jahrhunderts zurück. Der ursprüngliche Siedlungskern von Belm bildet sich um den Meyerhof, die nachfolgenden Kirchengründungen und die Entwicklung zur Kirchhöfersiedlung. Von dieser Bebauung sind im Bereich der Lindenstraße noch Zeugnisse erhalten. Dazu zählt auch das Ensemble um die katholischen Kirche St. Dionysius, mit der sich der älteste Sakralbau der Bauerschaft aus dem 12./13. Jahrhundert erhalten hat. Da Belm zum katholischen Kirchspiel des Fürstbistums Osnabrück gehörte, also zu den Kirchendörfern, die nach Reformation und Gegenreformation als katholisch galten, war die Dionysius-Kirche bis zur Errichtung der evangelischen Kirche Anfang des 19. Jahrhunderts die einzige Kirche - abgesehen von der katholischen Kirche Mater dolorosa in der Gemarkung Icker, die bis 1972 eigenständig war. Neben dem interessant gegliederten Innenraum und dem reichen plastischen Bauschmuck, fallen vor allem die Ausstattungsstücke auf. Unter ihnen neben der Sandsteintaufe mit fein ausgearbeiteten, vollplastischen Figuren, zwei Holzfiguren des Heiligen Andreas und eines Bischofs, die dem Snetlage-Meister zugeschrieben werden. Dieser Meister gehörte der Werkstatt um den Meister Osnabrück an. Dieser überregional bekannte Bildschnitzer war mit seinen Mitarbeitern zwischen 1510-1530 in der Region zwischen Allfhausen und Badbergen, über Oldenburg bis nach Zwischenahn tätig und prägte das Kunstschaffen und die Kunstproduktion im Raum Osnabrück zu Beginn des 16. Jahrhunderts entscheidend mit. In Bauaufgabe und -form einzigartig für die Gemeinde Belm, aber beispielhaft in seiner Ausprägung, besteht an der Erhaltung der Kirche aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung für die Orts- und Siedlungsgeschichte, aufgrund ihres Zeugnis- und Schauwertes für die Bau- und Kunstgeschichte sowie aufgrund eines Werkes eines überregional bekannten Künstlers, aufgrund ihrer künstlerischen Bedeutung als Dokument für regional nicht alltägliche künstlerische Gestaltwerte und einer bedeutenden Innenraumgestaltung, aufgrund ihrer wissenschaftlichen Bedeutung als letztes, authentisch erhaltenes Dokument vorwiegend des 13. Jahrhunderts sowie aufgrund ihrer städtebaulichen Bedeutung wegen ihres prägenden Einflusses auf das Ortsbild und als Element mit prägendem Einfluss auf das räumliche Gefüge der Gebäudegruppe, ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61697418 | Kirchenanlage (Baukomplex)
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

