Saline Luisenhall
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Göttingen, Stadt
- Gemeinde
- Grone
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Grone
- Adresse
- Greitweg 48
- Objekttyp
- Saline
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- c6148eb4-c9f4-4a01-a344-2788efac4cbe
- System-ID
- #61554942
- ADABweb-ID
- 35855363
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Komplette in Betrieb befindliche Pfannensaline, die seit 1851 produziert. Zur Gesamtanlage gehören zwei holzverschalte Bohrtürme, Bohrturm I mit technischer Ausstattung und Wehranlage, Bohrturm II mit technischer Ausstattung und anschließendem ehemaligen Wirtschaftsgebäude, Generatorenhaus, ein Siedehaus mit einer großen Pfanne sowie Feuerungsanlage, ein weiters Siedehaus mit drei großen Pfannen und Feuerungsanlage, Reservoir für die Absatzbehälter, ein Schornstein, Trockenhaus mit technischer Ausstattung und eingebautem Schornstein, Salzlager (Altes Magazin) mit Resten der Verladerampe und Kleinverpackung, ehemalige Stellmacherei, ehemalige Schmiede, Verwaltungsgebäude, Arbeiterwohnhaus, Fabrikantenvilla mit Garten bzw. historischem Baumbestand und Allee zum Gartenpavillon. Die Bauten stammen überwiegend aus dem ausgehenden 19. und frühen 20.Jahrhundert. Zusätzlich gehören zur Anlage die Reste der historischen Pflasterung sowie die Reste der Gleisanlage und Teile des Bachlaufs des Gronebachs mit Wehranlage und Turbinenhaus. Für den heutigen, modernisierten Produktionsablauf wurde die Anlage durch Neubauten ergänzt.
- Denkmalbegründung
- Die Saline Luisenhall liegt westlich von Göttingen, im Stadtteil Grone. Sie entstand nach erfolgreichen Bohrungen des Königlichen Baukommissars Christian Friedrich Andreas Rohns und dessen Sohn Phillip ab 1853 auf einer mächtigen Steinsalzschicht, unter der die Sole durch dauernde Lösungsprozesse liegt. Die durch eine Bohrung in 462,12m Tiefe gewonnene Natursole besitzt eine Sättigungskonzentration von 26-27% und kann sofort gesiedet werden – ohne einen aufwendigen Gradierprozess durchlaufen zu müssen. Entscheidend für den Standort war weiterhin die Nähe zum Gronebach und die dadurch vorhandene Wasserkraft zum Antrieb der Pumpen des Bohrturmes. Die Blütezeit der Saline begann mit der Übernahme der Anlage 1881 durch Hermann Bartold Levin, der Sohn eines Göttinger Tuchfabrikanten, ihren planmäßigen Ausbau und Anschluss an den Göttinger Güterbahnhof. Durch einen aufwendigen, seit dem Mittalter bekannten Produktionsprozess, wird die Sole über offene Siedepfannen kristallisiert. Die einzelnen Produktionsschritte – von der Förderung der Sole, über das Einbringen in das Reservoir zur Setzung der Trübstoffe, das Sieden über den Pfannen mit anschließender Trocknung und Sortierung in die entsprechenden Körnungsgrößen sowie die abschließende Verpackung – können in Göttingen anhand der historischen Technik mit teils originaler Ausstattung nachvollzogen werden. Seit der Entwicklung und Durchsetzung des Vakuum-Siedeverfahrens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wurde die Produktion auf ein grobes Salz ausgerichtet, dass wichtige Nebensalze enthält und ohne Rieselhilfen verwendet werden kann – bis heute. Denn die Göttinger Saline Luisenhall ist die letzte Pfannensiederei in Europa, die den historischen Salzgewinnungsprozess erhalten hat und auch weiterhin für ihre Produktion nutzt. An der Erhaltung der Anlage besteht aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung für die Orts- und Wirtschaftsgeschichte sowie aufgrund ihrer Bedeutung für die Technikgeschichte, aufgrund ihrer städtebaulichen Bedeutung wegen ihres prägenden Einflusses auf das Straßen- und Ortsbild aber auch der einzelnen Bestandteile auf das räumliche Gefüge und den lückenlosen Produktionsprozess der Anlage, ein öffentliches Interesse. Dieses wird durch den Seltenheitswert der Saline als letzte produzierende Pfannensaline noch gesteigert.
- Weiterführende Links
- Wikipedia-Artikel: Saline Luisenhall
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

