Neue Quelle
- Landkreis
- Osnabrück
- Samtgemeinde
- Bad Rothenfelde
- Gemeinde
- Bad Rothenfelde
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Bad Rothenfelde
- Adresse
- Am Kurpark o. Nr.
- Objekttyp
- Quellfassung
- Baujahr
- 1894
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- c1b8f14f-de1a-4f2a-ae67-fdfa1f548768
- System-ID
- #61762692
- ADABweb-ID
- 52414751
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Östlich des Brunnenhauses des Wittekindsprudels liegender Soleschacht, doppelwandig aus Ziegelsteinen gemauerter, runder Schacht von ca. 1,5m Durchmesser, ca. 20m tief, Wasserspiegel in ca. 5m Tiefe, darunter ca. 40m langes Bohrloch. Gebaut 1894.
- Denkmalbegründung
- Die Entwicklung von Bad Rothenfelde zur Ortschaft und zur Gemeinde erfolgte erst nach Entdeckung der Salzquellen 1724. In der Folge entstanden Salzgewinnungsanlagen, Wohnungen für Beschäftigte sowie ab Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt Gebäude für den Kurbetrieb, welcher in der staatlichen Anerkennung als Heilbad 1965 gipfelte. Mit dem Alten Gradierwerk entstand 1773/74 neben mehreren Solleitungen und Siedekotten das älteste heute noch erhaltene bzw. wiederaufgebaute Gebäude der Salzgewinnung in Bad Rothenfelde. Über unterirdische Stollen ist es mit der nordwestlich liegenden Alten Quelle verbunden. Diese war die erste Solequelle und somit Ausgangspunkt der orts-, stadtbau- und wirtschaftsgeschichtlichen Entwicklung von Bad Rothenfelde. Bis in die 1870er war die Salzgewinnung Haupterwerbszweig in Bad Rothenfelde. Mit der Entdeckung der Heilkraft von Solequellen zu Beginn des 19. Jahrhunderts setze ab 1811 die Entwicklung Bad Rothenfeldes zum Bade- und Kurort ein. Neben dem Neuen Gradierwerk 1818-24 wurden das erste Badehaus im Jahre 1852 und eine Trinkhalle errichtet. Nach Rückgang des Ertrages der Saline wurde die Konzentration zum Kur- und Badeort nach Kauf der Saline vom Preußischen Staat 1871 weiter vorangetrieben. Führend dabei war Heinrich Schüchtermann, Mitglied und Aufsichtsrat der neu gegründeten Saline-Solbad Aktiengesellschaft. Zahlreiche Fremdenzimmer und -heime sowie Klinikbetriebe entstanden, private Logierhäuser mit Restaurationsbetrieben sowie Villen im Landhausstil als Privathäuser. 1881/82 wurde schließlich der repräsentative Kurpark angelegt, in dessen nördlichem Bereich die Alte Quelle mit in die Gestaltung einbezogen wurde. Da der Salz- und Kohlesäuregehalt der Alten Quelle dramatisch sank, erfolgte Ende des 19. Jahrhunderts die Suche nach einer eine alternativen Quelle. 1894 wurde südwestlich der Alten Quelle die Neue Quelle erschlossen und durch einen ca. 20m tiefen, gemauerten Schacht eingefasst. Während der Bauarbeiten kam es zu einem Unglück, bei dem zwei Bauarbeiter starben. Die Neue Quelle zeigte sich jedoch schon bald als wenig ergiebig. 1926 wurde mit dem Weidtmansprudel eine dritte Solequelle erbohrt. Nach Inbetriebnahme des ergiebigen Wittekindsprudels im Jahr 1931 wurde die Neue Quelle schließlich aufgegeben und mit einem Betondeckel unterirdisch abgedeckt. 2017 konnte die auf alten Plänen kartierte Neue Quelle wiederentdeckt werden. Die Neue Quelle ist ein integraler Bestandteil der salinetechnischen Anlagen in Bad Rothenfelde. Für die Salzgewinnung ab 1724 sowie die Entwicklung zum Kurort im 19. Jahrhundert war die Ergiebigkeit der Solequelle von essentieller Bedeutung. Die Neue Quelle dokumentiert im Zusammenhang mit der Alten Quelle sowie dem Wittekindsprudel die Entwicklung und die Herausforderungen der Soleförderung. An der Erhaltung des Soleschachtes der Neuen Quelle in Bad Rothenfelde besteht daher aufgrund der geschichtlichen Bedeutung für die Orts-, Technik- und Wirtschaftsgeschichte ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

