Johannis der Täufer-Kirche
- Landkreis
- Aurich
- Samtgemeinde
- Südbrookmerland
- Gemeinde
- Engerhafe
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Engerhafe
- Adresse
- Kirchwyk 8
- Objekttyp
- Kirche
- Baujahr
- um 1240 - um 1250
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- bb94b30b-daa6-4d28-8166-737a91d46659
- System-ID
- #61501215
- ADABweb-ID
- 34683359
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Am höchsten Punkt der Kirchwurt errichtete mittelalterliche Backstein-Saalkirche mit nach Westen abgewalmtem Satteldach, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut, verkürzt und instandgesetzt wurde. Die Außenwände werden gegliedert durch schmale Lisenen und paarweise angeordnete, hochsitzende Spitzbogen- und Blendfenster sowie plastisch profilierte Rundfenster in der unteren Wandzone. Der ursprünglich aus fünf gewölbten Jochen bestehende Kirchenraum heute mit hölzerner Balkendecke im Westteil und Kreuzrippengewölbe im Chorraum. Reiche Ausstattung mit dem 1694/98 von Hinrich Cröpelin aus Esens geschaffenen Altar, einem vierstufigen barocken Retabel mit vollplastischen Szenen aus dem Neuen Testament, flankierenden gewundenen Säulen und bemaltem Schnitzwerk auf steinernem Unterbau. Außerdem Kanzel von 1636 mit Gemälden der Evangelisten zwischen kannelierten Ecksäulen und Rollwerkornamenten und von einer Christusfigur bekröntem Schalldeckel sowie Bronzetaufbecken, 1646 von den lothringischen Gießern Claudius Voillo und Gottfried Boulard, mit mit reich ornamentiertem hölzernem Deckel mit der Darstellung der Taufe Christi, der vier Evangelisten und des Heiligen Geists als Taube, den 1665 Meister Hinrich Julfs aus Wittmund schuf. Auf der Westempore 1908/09 von P. Furtwängler & Hammer aus Hannover neu erbaute Orgel mit 1774-76 von Hinrich Just Müller aus Wittmund geschaffenem Orgelprospekt
- Denkmalbegründung
- Die Johannis-der-Täufer-Kirche von Engerhafe ist um 1240 als spätromanische Backsteinsaalkirche mit halbrunder Apsis erbaut und um 1260-70 im frühgotischen Stil nach Westen auf fünf quadratisch überwölbte Joche erweitert worden. Durch den abgesenkten Baugrund und enormen Winddruck auf die aus der Ebene emporragende Kirche kam es zu schweren Bauschäden: 1775 stürzten die Gewölbe ein, 1806 sind die Apsis und das westliche Joch abgebrochen und die Holzbalkendecke eingezogen worden. Bei einer grundlegenden Instandsetzung wurde 1908/09 im Osten ein weiteres Joch abgetragen und an der teilweise erneuerten Südseite neben dem Altarraum eine Sakristei angebaut. Die Holzdecke im Ostjoch wurde wieder durch ein Kreuzrippengewölbe ersetzt. 1949 ist das kriegsbeschädigte Dach saniert worden, 1966 mussten die Außenmauern durch das Einziehen von Betonrahmen gesichert werden. Mit ihrer trotz der vielen Umbauten erhaltenen reichen Innenausstattung ist die Engerhafer Kirche von besonderer künstlerischer Bedeutung. Darüber hinaus besteht an ihrer Erhaltung aufgrund ihrer Bedeutung sowohl für die Orts- und Siedlungsgeschichte sowie die Kultur- und Geistesgeschichte als auch für die Bau- und Kunstgeschichte ein öffentliches Interesse. Zudem ist die Johannis-der-Täufer-Kirche aufgrund ihres prägenden Einflusses auf das räumliche Gefüge der Kirchwurt und auf das Ortsbild von Engerhafe auch von städtebaulicher Bedeutung.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61495267 | Kirchviertel
- Literatur
- Weiterführende Links
- Kirchengemeindelexikon: Engerhafe
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

