Kloster Bursfelde
Ansicht von Süden (2025)
Ansicht von Nordwesten (2025)
Ansicht von Norden (2025)
Ansicht von Westen (2025)
Postkarte: Bursfelde (1930)
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Hann. Münden, Stadt
- Gemeinde
- Hemeln
- Objekttyp
- Klosteranlage
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- b8acddf8-3b78-483e-a146-309094240fe3
- System-ID
- #61606654
- ADABweb-ID
- 36464632
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Ehemals benediktinische Klosteranlage am östlichen Ufer der Weser. Von den Klostergebäuden ist in erster Linie die romanische Klosterkirche St. Thomas und Nikolaus erhalten, unterteilt in eine Ost- und eine Westkirche mit deren zur Weser hin ausgerichteten, im 19. Jahrhundert im historisierenden Stil errichteten Türmen, umgeben vom ehemaligen Klostergarten. Wohnbauten und verschiedene Wirtschaftsbauten (Mühle, Backhaus, Schmiede) ergänzen das Ensemble.
- Denkmalbegründung
- Das Kloster Bursfelde wurde als Benediktinerabtei 1093 von Graf Heinrich dem Fetten / dem Reichen von Northeim als Grablege und Stätte des Gebetsgedenkens für die Northeimer Grafenfamilie unter Beteiligung des zuständigen Erzbischofs Ruthard von Mainz gestiftet und mit Mönchen des nahegelegenen Klosters Corvey besetzt. Errichtet auf dem Gut Miminde, welches Heinrich von Albert von Gieselwerder erworben hatte, liegt das Kloster an der Stelle der Einmündung der Nieme in die Weser. Die von Otto von Northeim (Heinrichs Vater) errichtete, unweit gelegene Bramburg diente als Schutz für das Klosters. Im Jahr 1101 wurde der Stifter in Friesland erschlagen und am 10. April im Gründungsbau, der späteren Westkirche, bestattet. 1144 ging die Abtei Bursfelde in den Besitz Heinrichs des Löwen über, nachdem Siegfried IV., ein Enkel Ottos von Northeim, ohne männliche Nachkommen gestorben war. Heinrich der Löwe bestätigte die Rechte des Klosters. Bis zur beginnenden Reformation sank die Bedeutung des Klosters Bursfelde kontinuierlich. Den Wendepunkt leitete Abt Johannes Dederoth mit der Bursfelder Kongregation ab 1443 ein. Dieser aus Hann. Münden stammende Benediktinermönch kam während eines Rom-Aufenthalts mit der von Ludovico Barbo ausgehenden Reformbewegung (Cassinensische Kongregation) in Kontakt und gestaltete das Kloster Bursfelde zur Reformabtei um und stellt damit den Ausgangspunkt für die benediktinische Reform in Norddeutschland dar. Das Kloster Bursfelde vergrößerte sich in diesem Zeitraum nicht sonderlich. Eine Ursache dafür waren die wiederholten Entsendungen kleiner Mönchskolonien in andere kleinere Benediktinerklöster. Die Schwerpunkte im Wirken der Abtei Bursfelde lagen letztlich bei Kloster- und ordensinternen Prozessen. Die Kritik der reformatorischen Bewegung im 16. Jahrhundert am Klosterleben führte zunächst zu einer völligen Verschlossenheit und Gegenwehr gegen die evangelische Predigt. Schon 1518 gab es erstmals eine Forderung nach Zurechtweisung der Anhänger der reformatorischen Bewegung durch das Generalkapitel. Ein Wendepunkt in dieser Beziehung wurde 1540 erreicht, als die evangelisch gewordene Herzogin Elisabeth von Calenberg-Göttingen die Herrschaft für ihren unmündigen Sohn Erich II. übernahm. Sie führte 1542/43 mit ihrem evangelischen Landessuperintendenten Antonius Corvinus eine große Kirchen- und Klostervisitation durch, bei welcher die Umgestaltung aller Klöster in Calenberg-Göttingen nach der evangelischen Klosterordnung überprüft werden sollte. Somit wurde auch das Kloster Bursfelde evangelisch. Unter Abt David Denicke (1640–1679) begann die Zeit der evangelischen Prälatur unter dem protestantischen landesherrlichen Klosterregiment, seitdem gehört das Kloster zum Klosterfonds und untersteht bis heute der Klosterkammer Hannover. Seit 1828 wird der Abtstitel als Ehrentitel an einen Inhaber einer Professur der Theologie an der Universität Göttingen vergeben, dem dann eine kleine Wohnung und ein neutraler Raum für Gespräche bereitstehen. Das Kloster ist zwar eine evangelische Prälatur, in ihm leben jedoch keine Mönche mehr. Die lange Klostergeschichte spiegelt sich beispielhaft in den erhaltenen Gebäuden der Klosteranlage wider, wobei insbesondere die Klosterkirche, die im Kern noch aus dem 11. Jahrhundert stammt, von großer landesgeschichtlicher Bedeutung ist. Die Westkirche enthält bedeutende Malereien des 15. Jahrhunderts. Die Erhaltung der Klosteranlage liegt daher aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61606683 | Mühlengebäude | Klosterhof 24
61606688 | Kirche | Hann. Münden, Stadt - Hemeln
61606681 | Wohnhaus | Klosterhof 8 ,10,12,14
61606686 | Wohnhaus | Hann. Münden, Stadt - Hemeln
61606684 | Backhaus | Hann. Münden, Stadt - Hemeln
61606687 | Backhaus | Hann. Münden, Stadt - Hemeln
61606689 | Garten | Hann. Münden, Stadt - Hemeln
61606680 | Wohnhaus | Klosterhof 16 ,18,20
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS
Ansicht von Süden (2025)
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Ansicht von Norden (2025)
Ansicht von Westen (2025)
Postkarte: Bursfelde (1930)

