Hofanlage Lüneburger Straße 19
- Landkreis
- Region Hannover
- Samtgemeinde
- Lehrte, Stadt
- Gemeinde
- Immensen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Immensen
- Adresse
- Lüneburger Straße 19
- Objekttyp
- Hofanlage
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- addb3f5f-2d4f-414b-97c9-ee61811dd89b
- System-ID
- #61792416
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Die Gebäude des Hofes sind hufeisenförmig angeordnet. Hinter dem Schweinestall erstreckt sich die lange Parzelle die zur Hofanlage gehört. Höfe dieser Struktur sind typisch für ein Waldhufendorf. Diese sind meist als Konsequenz von starken Waldrodungen entstanden. Die Wirtschaftsteile wurden klar gegliedert und separiert. Der Einfluss der Stadt in Zusammenhang mit den gewachsenen historischen Strukturen ist in der Hofanlage authentisch überliefert und ablesbar.
- Denkmalbegründung
- Immensen steht im direkten Bezug zu Lehrte und ist mit seiner Geschichte eng an die Stadt gebunden. Das Dorf Immensen bestand bereits im Hochmittelalter als Waldhufendorf. 1338 wurde Immensen das erste Mal urkundlich erwähnt. Das Dorf verweilt bis ins 19. Jahrhundert in seiner Größe ohne nennenswertes Wachstum. 1842/45 wird das Streckennetz der Eisenbahn um eine Strecke von Berlin nach Hannover erweitert. Im Zuge dessen entsteht in Lehrte der Bahnhof. Mit der Eisenbahn beginnt sowohl die Stadt Lehrte als auch die Bevölkerung stark zu wachsen, da sich auf Grund der guten Erreichbarkeit verschiedenen Industriezweige in Lehrte ansiedeln. Die neu geschaffenen Arbeitsplätze machen Lehrte für die Bevölkerung attraktiv. Zeitgleich siedelten in Immensen vermehrt An- und Abbauern an, deren Gehöfte sich unter anderem in der Lüneburger Straße befanden. Die Parzellenstruktur, lang gestreckte Grundstück mit einer geringen Breite, lassen sich auch heute noch im Ortsbild erkennen. Immensen wurde 1893 mit der Bahnlinie Immensen/Arpke an das Bahnnetz angeschlossen. Die Hofanlage Lüneburger Straße 19 verdeutlicht den Wandel von einer durch Bauern geprägten Gesellschaft hin zu einer durch die Industrie geprägten Gesellschafft. Sie setzt sich zusammen aus dem Wohnhaus, einem angrenzenden Rinderstall, einem Schweinestall, einer Scheune, sowie einer Werkstatt. Die Gebäude Sind hufeisenförmig angeordnet. Die Hofanlage ist klassisch zur Straße hin orientiert und mit einer Einfriedung, Hofpflaster und Hofeichen versehen. Die geschichtliche Bedeutung aufgrund der Ortsgeschichte, der Siedlungs- und Stadtbaugeschichte sowie die Bedeutung für die Volks- und Heimatkunde lassen sich an den Gebäuden für die Umgebung und die Ortschaft verdeutlichen. Der Seltenheitswert in Zusammenhang mit dem ungestörten Überlieferungswert zeigt sich in dem authentischen Zustand der Wirtschaftsgebäude, die seit ihrer Erbauung nur geringfügig verändert worden sind und damit einen hohen Zeugnis- und Aussagewert besitzen. Vergleichbare Objekte aus einer ähnlichen Zeitstellung sind in den umliegenden Dörfern wie Arpke, Sievershausen, Schwüblingsen oder auch in Immensen selbst nicht anzutreffen. Hervorzuheben sei hier die klare Trennung zwischen Wohnhaus und Wirtschaftshof. Die Lüneburger Straße in Immensen ist eine Erweiterung des 19. Jahrhundert und als gerade Straße angelegt und für die Ortschaft sehr prägend, da die Struktur des mittelalterlichen Waldhufendorfes beibehalten und entsprechend fortgeführt wird. Die Hofanlage ist mit der Lage innerhalb des Dorfes für das Ortsbild prägend. An der ERhaltung der Gesamtanlage besteht somit ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

