Vierständer-Längsdielenhaus
(2022)
Ost- und Südfassade 1978 (1978)
Inschrift im Torsturz der Südfassade 1978 (1978)
(1978)
Hofzufahrt mit Haupthaus vorne links und Scheune im Hintergund als Abschluß des Hofplatzes (2022)
(2022)
- Landkreis
- Lüchow-Dannenberg
- Samtgemeinde
- Lüchow
- Gemeinde
- Wustrow (Wendland), Stadt
- Gemarkung
- Güstritz
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Güstritz
- Adresse
- Im Rundling 6
- Objekttyp
- Wohn-/Wirtschaftsgebäude
- Baujahr
- 1851
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- acf9b3cd-32d6-46a8-8a94-350147a2440e
- System-ID
- #61310987
- ADABweb-ID
- 30886851
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Zusammen mit den beiden benachbarten Hofstellen 4 und 5 wurde auch das neue Haupthaus der Halbhufnerstelle Nr. 6 nach dem Dorfbrand von 1851 um eine volle Länge zurückverlegt. Diese Zurücksetzung bildete die Voraussetzung um die Grundflächen der Neubauten entsprechend anpassen zu können. Mit dem Übergang von den schmaleren Zwei- oder Dreiständerbauten des 17. und 18. Jhs. zu den modernen Vierständern musste Platz gewonnen werden, um auch noch die Zufahrten zu den Hofstellen zwischen den ohnehin eng stehenden Haupthäusern gewährleisten zu können. Im Gegensatz zu Nr. 5 und 4 verblieb der alte Bauplatz des abgebrannten Haupthauses bei der Hofstelle, obschon er als öffentlich genutzte Freifläche inmitten des Dorfplatzes liegt. Eine weitere Besonderheit ist die aus der Zeit vor dem Brand erhaltene, ehemalige Scheune, die 1984 zu einem Wohnhaus mit der Nummer 6A umgenutzt wurde. Nach dem Tod von Joachim Heinrich Mente heiratete seine Witwe Anna Elisabeth Mente, geborene Schultze aus Klennow erneut. Neuer Hofinhaber war damit laut Ehestiftung vom 24.09.1807 Jürgen Heinrich Schultz aus Neritz. Das Ehepaar ist inschriftlich auf dem Torsturz der einstigen Scheune zusammen mit deren Richttag am 20.03.1817 hinterlegt. Beeindruckend ist ein weitgehend erhaltener und wenig veränderter, historischer Gebäudebestand. Bis auf das einstige Backhaus an der Westseite und der Flachsdarre im Hofwald haben sich mit Haupthaus, Stall und Scheune die wichtigsten Wirtschaftsgebäude der Hofstelle aus dem 19. Jh. erhalten. Letztmalig 1978 konnte die Hofstelle begangen und der Hausbestand dokumentiert werden, was die Beschreibung im Folgenden einschränkt. Haupthaus: Das Vierständer-Hallenhaus unterscheidet sich von den benachbarten Häusern 3 bis 5 gleichen Baualters durch einen entsprechend der älteren Tradition kleinen Wohnteil nach Norden. Während der Wirtschaftsteil nach Süden zum Dorfplatz mit 12 Gebinden lang gezogen ist, nimmt der Wohnteil mit Pomös vom 12. bis 16. Gebinde deutlich weniger Raum ein. Der Einbau einer Neben- bzw. Altenteilerwohnung erfolgte bereits um 1900 im östlichen Seitenschiff des Wirtschaftsteils. Die Nebenwohnung erhielt wie die Hauptwohnung einen direkten Zugang von der Hofzufahrt. Die zweite Stalltür im südlichen Wirtschaftsgiebel wurde in Fachwerk zugesetzt und durch ein Fenster ersetzt. Ebenso wie die Hauptwohnung auf der Westseite erhielt auch die Nebenwohnung auf der Ostseite einen Halbkeller mit Kellerboden. Da ein zweiter Schornstein nicht ersichtlich ist, wurde vermutlich die alte Küche von beiden Wohnungen genutzt. Bauherren des Haupthauses sind laut Inschrift im Torbogen „Joachim Heinrich Schulz“ und „Anna Dorothea Schulz, geb. Schulz“. Das neue Haupthaus wurde bereits am 26. November 1851 nur wenige Monate nach dem Brand gerichtet. Die beiden Inschriften nehmen Bezug auf das Brandereignis: „Gott unsre Herzen bluten von deinen schweren Ruthen, es ist um uns geschehn. Dein Feuer schlug die Flammen schnell über uns zusammen. Daß niemand konnte widerstehn. Gieb wieder, was zusammen Wir in den heißen Flammen so schleunig eingebüßt“ (untere Dachbalkenebene) und „Erbaue, was zerstöret und was die Gluht verheeret. Ersetze diesen Brand so wollen wir von neuen uns deiner“ …Güte freuen (obere Kehlbalkenebene). Beide Giebeldreiecke sind mit einer zum Teil erneuerten Vertikalverbretterung beschlagen. Während der südliche Wirtschaftsgiebel aus dem für die Mitte des 19. Jhs. typischen Gitterfachwerk feinmaschig gegliedert wird, sind die Traufseiten dreifach verriegelt. Alle Gefache sind mit einem naturroten Ziegel ausgemauert. Im Südgiebel wurde die historische Ausmauerung vor 1978 mit einem glatten, homogen Klinker in Zement neu ausgefacht, die Grundschwelle erneuert und dabei höher gelegt. Vor dem letzten Neuanstrich wurden alle Holznagellöcher und Fugen mit einem dauerelastischen Fugenmörtel aus Kunststoff verfüllt. Das Schadensbild an den exponierten Stellen wie den Schriftbalken ist in den letzten Jahrzehnten vorangeschritten. Teile der oberen Inschrift mussten beim letzten Fassadenanstrich erneuert werden. Ebenfalls vor 1978 wurde das Dach mit den üblichen großformatigen Zementfaser-Wellplatten neu eingedeckt.
- Denkmalbegründung
- Das Haupthaus von 1851 ist aufgrund seines guten Erhaltungszustandes ohne störende An-, Aus- und Einbauten aus bautypologischen und baugeschichtlichen GrEinzelbaudenkmal nach § 3(2) NDSchG. Aufgrund des siedlungsgeschichtlichen und städtebaulichen Zusammenhangs mit der Hofstelle und dem Rundlingsdorf kommt dem Gebäude auch eine Bedeutung nach § 3(3) NDSchG zu. Der Südgiebel zum Dorfplatz und die radiale Ausrichtung sind im hohen Maße prägend für das Dorfbild und die Dorfstruktur.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61296441 | Rundlingsdorf
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro
(2022)
Ost- und Südfassade 1978 (1978)
Inschrift im Torsturz der Südfassade 1978 (1978)
(1978)
Hofzufahrt mit Haupthaus vorne links und Scheune im Hintergund als Abschluß des Hofplatzes (2022)
(2022)

