Forsthaus Schafhaus
- Landkreis
- Wittmund
- Samtgemeinde
- Esens
- Gemeinde
- Moorweg
- Gemarkung
- Moorweg
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Moorweg
- Adresse
- Buchenallee 1
- Objekttyp
- Forsthaus
- Baujahr
- 1860
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- ace7ce47-d78c-49e8-ba2a-ed1589d2d14b
- System-ID
- #61731825
- ADABweb-ID
- 45329236
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Auf einer Lichtung im Schafhauser Wald gelegenes, ehemaliges Domänengebäude und Forsthaus. Zweigeschossiges, auf hohem Keller gelegenes Backsteingebäude über längsrechteckigem Grundriss mit ziegelgedecktem Krüppelwalmdach und niedrigerem Scheunenanbau. Giebelseitig über zweiläufige Freitreppe erschlossen. Inschriftlich auf 1860 datiert. Östlich des Gebäudes Garten- und Ackerland.
- Denkmalbegründung
- Das ehemalige Forsthaus Schafhaus wurde laut Inschrift im Wohnhausgiebel 1860 errichtet. Als „Schaffhauß“ findet es 1670 das erste Mal amtlich Erwähnung. Weitere Beschreibungen und Nennungen des 17. und 18. Jahrhunderts als „die Schäferei“, „Schaafhaus“ oder „Schäferey“ legen eine frühere Schafhaltung an diesem Ort nahe. Bereits im Spätmittelalter befand sich an dieser Stelle ein Vorwerk des ehemaligen Klosters Marienkamp südlich von Esens. Die erste Erwähnung des Benediktinerklosters geht in das Jahr 1235 zurück. 1420 vertrieb der Esenser Häuptling Wibet von Stedesdorf die Benediktinermönche nach Norden und überließ deren Besitz den Augustiner-Chorherren aus Kloster Frenswegen. Das Augustinerkloster betrieb mehrere Vorwerke in Oldekloster - dem ersten Standort des Klosters Marienkamp -, Margens und Pansath sowie das Vorwerk Nyenhuus, das vermutlich mit der späteren Domäne Schafhaus gleichzusetzen ist. Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts wurde Marienkamp säkularisiert. Nachdem der ostfriesische Graf Edzard I. das Kloster im Zuge der Sächsischen Fehde zunächst geplündert hatte, ließ Balthasar von Esens das Kloster Marienkamp 1530 im Rahmen der Auseinandersetzungen mit Edzard I. um die Vorherrschaft im Harlingerland schließlich niederbrennen und eignete sich dessen Besitzungen an. Vermutlich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Domäne Schafhaus im Rahmen der Aufforstung des Schafhauser Waldes als Forsthaus weitergenutzt. Ab etwa 1850 wurde ein Großteil des landesherrlichen Besitzes südlich von Esens bestehend aus Moor- und Heideflächen als Schooer und Schafhauser Wald aufgeforstet. Als einstiges Klostervorwerk und einstige Domäne ist das ehemalige Forsthaus Träger geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Orts- und Landesgeschichte und ist ein anschauliches Beispiel dieses Gebäudetypus. Der Erhalt des ehemaligen Forsthauses Schafhaus liegt aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung in Verbindung mit dem guten Überlieferungszustand im öffentlichen Interesse. Die Außenhaut des mit drei auf sieben Achsen sehr stattlichen Hauptgebäudes und des Wirtschaftsteils ist mitsamt ablesbarer Umbauphasen bis heute erhalten geblieben und weist aufgrund des überdurchschnittlich guten Erhaltungszustands ein hohes Maß an Integrität und Authentizität auf.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

