Schelten´sches Haus
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Kirchstraße 21
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- 1742
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- abf1cef8-9bd9-49e5-9950-bc44e0915bcb
- System-ID
- #61540723
- ADABweb-ID
- 35661914
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Eingeschossiger, traufständiger Backsteinbau mit Zwerchhaus, durch die Tiefe des Gebäudes zwei parallel hintereinander stehende Satteldächer (Doppeldachhaus). Die Straßenfassade verputzt und achsensymmetrisch angelegt, hochrechteckige Tür- und Fensteröffnungen mit profilierten Holzblockrahmen und Steinbänken. Der Hauseingang in der Mittelachse über zwei Sandsteinstufen zu erreichen, die Holztür reich verziert und mit Oberlicht, beidseitig flankiert von zwei schmalen, hohen Fensteröffnungen, anschließend jeweils zwei große Wohnraumfenster mit kleinteiliger Sprossengliederung. Im Dachgeschoss in der Mittelachse Zwerchhaus mit Eckpilastern und zwei Fenstern, der geschwungene Schildgiebel mit gestalteten Mauerwerksankern, Voluten am Ansatz und abschließendem Giebelaufsatz. Nach Westen schlichte Putzfassade. Nach Osten die beiden Schildgiebel von Vorder- und Hinterhaus backsteinsichtig mit Mauerwerksankern und Beitelmauerwerk. Errichtet 1742.
- Denkmalbegründung
- Das Schelten´sche Haus an der Kirchstraße 21 kam zusammen mit dem Haus Kirchstraße 19 an die wohlhabende Familie Schelten über Upka Schelten geb. Rösing, die Witwe des Superintendenten und ersten Predigers der reformierten Großen Kirche Bernhard August Schelten (1762-1812). Der gleichnamige Enkel Bernhard August Schelten (1840-1881) wuchs ab 1846 in der Obhut seiner Großmutter und unverheirateten Tanten in dem Haus auf und lebte, nachdem er 1861-1865 als Offizier in den Bürgerkrieg nach Amerika zog, bis zu seinem Tod 1881 als lediger Rentier in der Kirchstraße 21. Ein Großteil seines Erbes vermachte Schelten der Stadt Leer für den Bau eines neuen Rathauses. Das Schelten´sche Haus wurde von dem Kaufmann und Königl. Belgischen Konsul Carl Fastenau übernommen, der bereits im Besitz des angrenzenden Hauses Kirchstraße 23 war. Das Schelten´sche Haus an der Kirchstraße 21 ist von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Orts-, Stadtentwicklungs- und Siedlungsgeschichte. Mit der repräsentativen Fassade zur Kirchstraße, die achsensymmetrisch und über dem mittigen Hauseingang durch das Zwerchhaus mit Eckpilaster und Schweifgiebel besonders hervorgehoben wird, ist das Schelten´sche Haus von baugeschichtlicher Bedeutung als beispielhaftes Wohnhaus des gehobenen Bürgertums in Ostfriesland aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Durch die prägende Wirkung auf das Straßenbild ist das Wohnhaus zudem von städtebaulicher Bedeutung, so dass ein öffentliches Erhaltungsinteresse besteht.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61769045 | Altstadt (Baukomplex)
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

