Wohnhaus
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Kirchstraße 30
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- Erste Hälfte des 19. Jahrhunderts
- Denkmalstatus
- Teil einer Gruppe baulicher Anlagen (gemäß § 3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- ab285ede-3d64-4cf7-b072-ec0fd16b0688
- System-ID
- #61772428
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Zweigeschossiger Backsteinbau mit flach geneigtem Satteldach. Schmale, dreiachsige Giebelfassade an der Kirchstraße, im Erd- und Obergeschoss hochrechteckige Fensteröffnungen mit Steinbänken, Blockrahmen und scheitrecht gemauerten Stürzen, der ursprünglich im Erdgeschoss rechts liegende Hauseingang heute angepasstes Fenster, auffällig die waagerechte Trennung zwischen dem hellroten Backstein der Vollgeschosse und dem dunkelroten Backstein des Giebeldreiecks, zur Belichtung des Dachgeschosses zwei gekoppelte Rundbogenfenster, seitlich gemauerte Rauten, Schildgiebelabschluss mit Ortgangprofil, First- und Schulterstaffeln. Die östliche, langgestreckte Trauffassade zum Garten weit in die Grundstückstiefe reichend, das Backsteinmauerwerk mit regelmäßig angeordneten Mauerwerksankern auf Höhe der Balkenlagen, hochrechteckige Tür- und Fensteröffnungen mit Steinbänken, weiter Dachüberstand mit sichtbaren, profilierten Sparrenköpfen. Der rückseitige Giebel verputzt, mit Ecklisenen und geschosstrennenden Gesimsen, analog zum Straßengiebel im Erd- und Obergeschoss drei hochrechteckige Fenster, im Dachgeschoss zwei Rundbogenfenster. Straßenseitig gewölbter Keller, unter dem hinteren Teil des Gebäudes Keller mit preußischer Kappendecke. An der Kirchstraße schmiedeeiserner Staketenzaun zur Einfriedung des Gartens. Das Haus im Kern wohl in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut, Umbauten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, die innere Raumstruktur in den 1980er Jahren verändert.
- Denkmalbegründung
- Das in der Nähe zur reformierten Großen Kirche stehende Haus an der Kirchstraße 30 war bereits Ende des 18. Jahrhunderts im Besitz der reformierten Gemeinde, die es als zweite Predigerwohnung nutzte. Es handelt sich um einen schmalen, tief ins Grundstück reichenden Backsteinbau mit Satteldach. Die dreiachsige Straßenfassade zeigt eine auffällige waagerechte Zäsur zwischen den beiden Vollgeschossen, die aus hellrotem Backsteinmauerwerk mit hochrechteckigen Fensteröffnungen bestehen, sowie dem Dachgeschoss, das zur Kirchstraße mit einem Schildgiebel aus dunkelroten Backsteinen und rundbogigen Fenstern abschließt. Der zweigeschossige Ursprungsbau wohl aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhielt offenbar Ende des 19. Jahrhunderts ein neues Dachgeschoss mit einem eigenständig und zeittypisch gestalteten Giebeldreieck. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das östlich angrenzende Haus an der Kirchstraße 28 von der reformierten Kirchengemeinde hinzugekauft und abgebrochen. Auf dem freien Grundstück wurde ein Garten angelegt, wovon noch der schmiedeeiserne Zaun an die Kirchstraße zeugt. An der freigestellten Ostfassade des Predigerwohnhauses wurden zusätzliche Fensteröffnungen hergestellt, ein 1914 gebauter Wintergarten ist heute nicht mehr vorhanden. Im Rahmen der Stadtsanierung wurde das Haus in den 1980er im Inneren grundlegend umgebaut. Das Wohnhaus an der Kirchstraße 30 ist als Bestandteil der Gebäudegruppe „Westliche Altstadt“ von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Orts-, Stadtentwicklungs- und Siedlungsgeschichte sowie aufgrund des Anschauungswertes als Wohnhaus aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit einem prägenden Dachaufbau aus dem späten 19. Jahrhundert. Zusammen mit den umliegenden Gebäuden an der Kirchstraße zeigt sich ein geschlossenes, von historischen Bauten geprägtes und regionaltypisches Straßenbild, an dessen Erhaltung insgesamt ein öffentliches Interesse besteht.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61769045 | Altstadt (Baukomplex)
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

