Verwaltungsgebäude
- Landkreis
- Stadt Emden (kreisfrei)
- Samtgemeinde
- Emden, Stadt
- Gemeinde
- Emden
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Emden
- Adresse
- Schweckendieckplatz 1
- Objekttyp
- Verwaltungsgebäude
- Baujahr
- 1913
- Personen
- Höger, Fritz
- Denkmalstatus
- Teil einer Gruppe baulicher Anlagen (gemäß § 3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- a998d13f-0419-41ef-bc26-1d77745265b9
- System-ID
- #61597090
- ADABweb-ID
- 36361401
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Das Verwaltungsgebäude der Emder Verkehrs und Automotive Gesellschaft mbH (EVAG) wurde 1913 nach den Entwürfen von Fritz Höger an der Nordostecke des Schweckendieckplatzes errichtet. Der freistehende dreigeschossige Backsteinbau mit einem hohen Attikageschoss unter einem hohen Walmdach erhebt sich über einem u-förmigen Grundriss. Die Dreiflügelanlage hat eine annähernd quadratische Grundfläche und öffnet sich zur Hofseite, d.h. zur Hafenseite. Die Fassade wird durch kräftige Gesimse horizontal gegliedert. Auf dem vorkragenden Gurtgesims oberhalb des Erdgeschosses sitzen die gemauerten, kannelierten Säulen, die beide Obergeschosse umfassen, das mit Putz abgesetzte Gebälk bildet ein vorkragendes Kranzgesims, oberhalb ein Attikageschoss – ebenfalls mit profiliertem Gesims. Das hohe Erdgeschoss mit einem verputzten Sockelbereich ist siebenachsig ausgebildet. In der mittleren Achse befindet sich ein hohes Rundbogenportal mit einem Wappen, von Kindern getragen, als Schlussstein. Die hohen rechteckigen Fenster sind in drei übereinanderliegende zweiflügelige Fenster geteilt. Die acht Achsen der Obergeschosse werden durch die Kolossalsäulen zusammengefasst. Die Fassadengestaltung setzt sich auch an den Seitenfassaden und den Rückseiten der Seitenflügel fort; zwischen den Flügeln liegt mittig das Treppenhaus in einem Runderker.
- Denkmalbegründung
- Das Verwaltungsgebäude gehört zu den repräsentativen Kontorhäusern und Wohn- und Geschäftshäusern, die sich um den Schweckendieckplatz als Handels- und Wirtschaftszentrum Emdens in Hafennähe Anfang des 20. Jahrhunderts gruppierten. Die EVAG ist eine Gründung von Albert Ballin, dem Generaldirektor der HAPAG aus Hamburg, die ab 1901 auch eine Zweigstelle in Emden besaß. Diese Gründung war auch eine Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs, den Emden nach der Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals 1898 nahm. Das EVAG-Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für die Wirtschafts- und Stadtgeschichte Emdens. Ballin beauftrage den Hamburger Architekten Fritz Höger mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes; Höger war in Hamburg bereits für den Erweiterungsbau der HAPAG am heutigen Ballindamm verantwortlich, zudem war er auch als Privatarchitekt für Ballin tätig. Fritz Höger (1877-1949) erlangte in den 1920 Jahren vor allem durch seine expressionistischen Klinkerbauten wie das „Chile-Haus“ in Hamburg und das Rathaus in Rüstringen (Wilhelmshaven) überregionale Bekanntheit. Das EVAG-Gebäude mit seiner traditionellen, historisierenden Architektursprache, bei der er u.a. niederländische Bauten des 18. Jahrhunderts mit ihrer typischen Sandsteingliederung zum Vorbild nimmt, gehört noch zu Högers Frühwerken und ist somit im Œvre von Fritz Höger von besonderer künstlerischer Bedeutung. Die Bauleitung vor Ort übernahm der Emder Architekt H. Niederstrasser. Das Verwaltungsgebäude der EVAG wurde an prominenter Stelle an der Nordostseite des Schweckendieckplatzes errichtet, die Einzellage innerhalb der Straßenflucht unterstreicht die platzbildprägende Bedeutung an der Einmündung zur Straße „Am Delft“. An der Erhaltung des Verwaltungsgebäudes besteht aufgrund der genannten geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung als beispielhafter Vertreter dieses Gebäudetyps in Emden vor dem Ersten Weltkrieg in platzbildprägender Lage wegen seines Schau- und Zeugniswerts ein öffentliches Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61596871 | Platzanlage
- Literatur
-
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

