Hof Holthaus
- Landkreis
- Osnabrück
- Samtgemeinde
- Fürstenau
- Gemeinde
- Bippen
- Gemarkung
- Vechtel
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Vechtel
- Objekttyp
- Wohn-/Wirtschaftsgebäude
- Baujahr
- 1738
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- a56cb8d6-a0fd-4688-bf5d-543c565779d9
- System-ID
- #61738682
- ADABweb-ID
- 45864647
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- In einer Gruppe mit weiteren Höfen gelegenes Wohn-/Wirtschaftsgebäude, Zweiständerbau, Kammerfach mit Aufsprung, Fachwerk mit Ziegelausmauerung, Giebel jeweils dreimal vorkragend, teils über profilierten Knaggen, Giebeldreieck im Wirtschaftsgiebel oben mit Rautenfachwerk, mittig und unten mit Ziegelziersetzung, Satteldach, errichtet 1738 (i).
- Denkmalbegründung
- Im Westen von Bippen, unmittelbar an der Grenze zum Emsland und in einer Niederung, liegt die Gemarkung Vechtel. Der Siedlungskern befindet sich in etwa mittig in der Bauerschaft, am Buschbach, der nach Nordwesten dem Westerfreder Bach zufließt. Hier siedelten sich fünf Vollerbenhöfe, zwei Halbererben- und drei Erbkötterhöfe an - auch der Hof Holthaus westlich, unweit des Buschbachs. Diese Besiedelung wird von einem weiteren Vollerbenhof östlich, im Wohnplatz Kerkamp gelegen, sowie von einem Kranz aus Markköttern ergänzt, die sich im Osten mit vier, im Südwesten und Südosten mit drei und am Nordrand locker verstreut mit sieben Anlagen verteilen. Mit einigen Heuerhäusern, Umsiedelungen und Neuanlage von Hofstellen bildete sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit dem Wohnplatz Neustadt ein weiteres Zentrum heraus. Etwa mittig durchstößt die Straße von Fürstenau nach Haselünne die Gemarkung und teilt die relativ vollständig überkommene Siedlungsstruktur im Norden von der südlichen, welche seit den 1920er Jahren mit Neubauten teilweise verdichtet wurde. Dennoch ist die Kernsiedlung nicht nur für die Entwicklung der Siedlungsstruktur und –geschichte ausschlaggebend, sondern auch für den heutigen Überlieferungswert: einzigartig für die Region ist nämlich der hohe Anteil von Zweiständerbauten aus dem 18. Jahrhundert, deren Wirtschaftsgiebel das Straßenbild in der Kernsiedlung von Vechtel bis heute prägen. Das Wohn-/Wirtschaftsgebäude des Hofes Holthaus, welches 1738 errichtet wurde, ist somit ein wichtiger Bestandteil innerhalb der Siedlungsstruktur und -geschichte von Vechtel. Baukonstruktiv weist es zudem ein besonderes Merkmal auf: das Kammerfach mit Aufsprung. Das ist ein Versprung in der Balkenlage, in der Decke zwischen Flett und Kammerfach - in Verbindung mit dem Bedürfnis der Schaffung eines Kornbodens über den Wohnräumen des Kammerfachs ab 1730er Jahre entstanden. Diese Konstruktion findet sich bei ländlichen Gebäuden in der zweiten Hälfte des 18. und ersten Hälfte des 19. Jahrhundert häufig. Das Wohn-/Wirtschaftsgebäude von Hof Holthaus ist somit ein sehr früher Vertreter dieser baugeschichtlichen Entwicklung. In der Ausprägung der Bauaufgabe und -form beispielhaft, besteht an der Erhaltung des Wohn-/Wirtschaftsgebäudes daher aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung für die Siedlungs-, Bau- und Wirtschaftsgeschichte und aufgrund seiner wissenschaftlichen Bedeutung als frühes Beispiel einer Aufsprungkonstruktion ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

