Wohn-/Geschäftshaus
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Mühlenstraße 38
- Objekttyp
- Wohn-/Geschäftshaus
- Baujahr
- 1863
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- a357f7e4-3cdb-4e8f-9e2f-2247b6df6dab
- System-ID
- #61540734
- ADABweb-ID
- 35662188
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Mühlenstraße/ Ernst-Reuter-Platz, zwei versetzt zueinander stehende, zweieinhalbgeschossige Gebäudeteile mit Satteldach, im Winkel verbunden durch polygonalen, dreigeschossigen Baukörper mit flach geneigtem Zeltdach, Putzfassaden mit Stuckdekoration, im Erdgeschoss segmentbogige Fenster, im Ober- und Dachgeschoss Rundbogenfenster, breites Gurtgesims mit Blattfries zwischen Erd- und Obergeschoss. Der dreiachsige Giebel des Vorderhauses an der Mühlenstraße achsensymmetrisch angelegt, das Erdgeschoss durch Putznuten horizontal gegliedert, die Rundbogenfenster im Obergeschoss durch Archivoltenstab im Sturzbereich verbunden, Stuckdekor in den Brüstungsfeldern, im Dachgeschoss mittig zwei gekoppelte Rundbogenfenster mit vorkragender Blumenbank sowie seitlich kleine flankierende Fenster ebenfalls mit Archivoltenstab überfangen, der Schildgiebel mit breitem Ortganggesims und schmiedeeiserner Bekrönung. Der polygonale Verbindungsbau mit reichem Stuckdekor, die Fenster im ersten und zweiten Obergeschoss durch rundbogige, mit Rosetten besetzte Blende verbunden, stuckierte Brüstungsfelder, im zweiten Obergeschoss je Fensterachse zwei kleine, gekoppelte Rundbogenfenster und Kreisblende, Traufgesims. Die Putzfassaden des Hinterhauses deutlich schlichter, die östliche Traufseite zum Ernst-Reuter-Platz mit zwei Achsen nur mit segmentbogigen Fenstern, dazwischen bauliche Zäsur. Vorderhaus 1863 errichtet, Verbindungsbau und angepasste Fassadengestaltung Hinterhaus wohl 1877.
- Denkmalbegründung
- Das Anwesen Mühlenstraße 38, das ursprünglich bis an den Handelshafen reichte, kam 1855 an Gerhard Connemann, der in den nachfolgenden Jahren auf dem Grundstück eine Papierfabrik sowie unmittelbar an der Mühlenstraße im Jahr 1863 ein Wohnhaus baute. Bei einer Explosion 1869 starb sein Sohn Joseph Connemann, und Gerhard Connemann verkaufte die Papierfabrik 1871 an die englische Firma den Henry & Christison. Nach dem Konkurs der englischen Firma kaufte Connemann den Besitz zurück und verlegte seine Seifen- und Sodafabrik an den Standort an der Mühlenstraße, die Papierproduktion wurde eingestellt. 1887 wurde eine Ölmühle, 1893 eine Muschelmühle ergänzt. Das Wohnhaus wurde in den 1950er Jahren als Büro genutzt. In den 1970er Jahren wurden die Produktion verlagert und die Fabrikgebäude zugunsten der Neuanlage des Ernst-Reuter-Platzes abgebrochen. Das Wohnhaus an der Mühlenstraße wurde Anfang der 1980er Jahre für eine Hotelnutzung um- und angebaut. Das Haus an der Mühlenstraße 38 ist von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Orts-, Siedlungs- und Stadtbaugeschichte sowie für die Baugeschichte aufgrund des Anschauungswertes als bürgerliches Wohnhaus der 1860er und 1870er Jahre. Das Gebäude hat mit den reich stuckierten Putzfassaden eine prägende Wirkung auf das Straßenbild und damit eine städtebauliche Bedeutung. Aus diesen Gründen liegt die Erhaltung des Hauses Mühlenstraße 38 im öffentlichen Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61540301 | Straßenzug
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

