Aulagebäude der Universität Göttingen
Ansicht von Süden (2019)
Außenansicht (2022)
Gesamtaufnahme über den Wilhelmsplatz hinweg (2021)
Außenansicht (2022)
Rückansicht von Nordosten (2019)
Innenansicht (2023)
Mittelrisalit, Ansicht von Süden (2019)
Detail Tympanon (2019)
Innenansicht (2023)
Innenansicht (2023)
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Göttingen, Stadt
- Gemeinde
- Göttingen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Innenstadt
- Adresse
- Wilhelmsplatz 1
- Objekttyp
- Hochschulgebäude
- Baujahr
- 1835 - 1837
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 9f59cf27-952e-497f-998a-311c7ce1e4b4
- System-ID
- #61555069
- ADABweb-ID
- 35858552
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Hochschullandschaft Universitaeten-in-Niedersachsen
- Beschreibung
- Das klassizistisches Aulagebäude der Georg-August-Universität Göttingen steht in zentraler Lage in der östlichen Altstadt an der Barfüßerstraße, Ecke Burgstraße; seine repräsentative Schaufassade ist nach Süden zum Wilhelmsplatz ausgerichtet. Deren Mitte wird betont durch einen fünfachsig vortretenden, zweieinhalbgeschossigen Mittelrisalt mit Freitreppe, Haupteingang, kannelierter Pilastergliederung in den Obergeschossen und Dreiecksgiebel; dagegen weisen die zweigeschossigen Seitenflügel nur je vier Fensterachsen auf. Der Grundriss des Gebäudes ist T-förmig, wobei der rückwärtige Gartenflügel den Festsaal der Großen Aula einnimmt. Im Dreiecksgiebel der Hauptfassade befinden sich figürlich- Reliefs von Ernst von Bandel mit Allegorien der klassischen Fakultäten. Die im Stadtbild nicht sichtbaren Fassaden nach Norden und Westen sind schlichter gestaltet. Nach Norden schließt sich ein lichtes Treppenhaus von 1961 in zeitgenössischen Formen und Materialien an; Teile der alten Nordfassade sind im Dachraum des Treppenhauses sichtbar. Im Gebäudeinnern folgt nach dem Haupteingang eine repräsentative Raumfolge, über ein Vestibül und ein repräsentatives zweiläufiges Treppenhaus, das in ein zweites Vestibül im Obergeschoss führt, um in die Kleine Aula überzuleiten und schließlich in die Große Aula als wichtigstem Raum zu führen. Sie ist in Anlehnung einer griechischen Tempelcella gestalte als langgestreckte, zweigeschossige Emporenhalle mit doppelter Säulenordnung und kassettiertem Spiegelgewölbe. Den Blickfang bildet an der nördlichen Schmalseite die sogenannte Königswand mit Herrscherporträts des 18. und 19. Jahrhunderts. Hervorzuheben im Innern des Aulagebäudes sind ferner u.a. das nach antiken Vorbildern ausgemalte Akademiezimmer sowie der Karzer mit mehreren Zellen, außerdem unter der Nordwestecke ein Vorgängerbau-Gewölbekeller mit Spolien sowie die weitgespannten Deckenkonstruktionen mit Sägezahnträgern. Erhalten ist umfangreiche historische, wandfeste Ausstattung (u.a. bauzeitliche Türen, Fenster) sowie ein Figurenprogramm mit Marmorbüsten berühmter Universitätslehrer.
- Denkmalbegründung
- Unter anderem der Mangel an repräsentativen großen Räumlichkeiten und die anstehende festliche "Säkularfeier" zum 100jährigen Bestehen der Georg-August-Universität Göttingen waren Anlasse zum Neubau des Aulagebäudes. Für das Baugrundstück mussten aufgekaufte Altbauten an der Nordseite des in den 1820er Jahren durch den Abriss des Barfüßerlosters entstandenen "Neuen Markts" weichen. Der Neubau entstand 1835-37 nach Plänen von Universitätsbaumeister Otto Praël, Bauunternehmer war Christian Friedrich Andreas Rohns. Das architektonische Konzept bestimmte der Philologe und Altertumsforscher Otfried Müller. Die Einweihung durch den hannoverschen König Ernst August fand im September 1837 während einer zweitägigen Festveranstaltung statt, bei der auch das Denkmal für seinen Vorgänger und Bruder Wilhelm IV. auf dem Platz enthüllt wurde. Dabei erfuhr ebenfalls der Neue Markt eine Umbenennung in Wilhelmsplatz. An der Erhaltung des Aulagebäudes der Universität als Kulturdenkmal besteht aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse. Die landesgeschichtliche Bedeutung liegt in der Universitätsgeschichte, auch im Vergleich der Neubauten konkurrierender Hochschulen in Deutschland (z.B. Berlin 1810, München 1826). Ferner besteht stadtgeschichtliche Bedeutung für die Stadtbaugeschichte Göttingens. Erhaltungsinteresse besteht auch aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für die Bau- und Kunstgeschichte durch die beispielhafte Ausprägung des Bautyps 'Aula', hier in der klassizistischen Form antiker Tempelarchitektur. Auch ist der Bau ein Entwurfswerk bekannter Architekten, Künstler und Wissenschaftler. Die künstlerische Bedeutung besteht im Erlebniswert der nicht alltäglichen künstlerisch-handwerklichen Gestaltwerte der Fassaden sowie der qualitätvollen Innenraumgestaltungen. Schließlich liegt auch eine städtebauliche Bedeutung vor, wegen des prägenden Einflusses auf die Straßenbilder von Barfüßerstraße, Burgstraße und Wilhelmsplatz sowie als bedeutender Bestandteil im räumlichen Gefüge des Altstadt-Ensembles, der einen für die Stadt insgesamt wahrzeichenhaften, hohen Identifikationswert aufweist.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61555043 | Einfriedung | Wilhelmsplatz 1
- Literatur
-
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro
Ansicht von Süden (2019)
Außenansicht (2022)
Gesamtaufnahme über den Wilhelmsplatz hinweg (2021)
Außenansicht (2022)
Rückansicht von Nordosten (2019)
Innenansicht (2023)
Mittelrisalit, Ansicht von Süden (2019)
Detail Tympanon (2019)
Innenansicht (2023)
Innenansicht (2023)

