Rathaus Goslar
- Landkreis
- Goslar
- Samtgemeinde
- Goslar, Stadt
- Gemeinde
- Goslar
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Altstadt
- Adresse
- Markt 1
- Objekttyp
- Rathaus
- Baujahr
- 1293 - 1896
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 99543943-acb8-4682-b568-d6a987558008
- System-ID
- #61618621
- ADABweb-ID
- 36578837
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Spätmittelalterliches Rathaus der Stadt Goslar, erbaut ab 1293 östlich der Marktkirche auf den Fundamenten älterer Verkaufshallen. Zweigeschossiger Baukomplex in Massivbausweise, bestehend aus dem zum östlich gelegenen Marktplatz orientierten Kernbau mit offenen Marktarkaden im Erdgeschoss, Ratsdiele im Obergeschoss sowie rückwärtig gelegenem, mit einer Holzbohlendecke von 1295 (d) überwölbtem Sitzungssaal, der sogenannten Ratsdornse. Um 1430 Marktfassade spätgotisch neu gestaltet mit Wimpergen und Maßwerkgalerie über der Traufkante, an der Südseite Errichtung einer Freitreppe als neuer Zugang zur Ratsdiele sowie Anbau des sogenannten Südflügels. Um 1500 Erweiterung durch Einbeziehung der an der Südwestecke angrenzenden Marienkapelle als neuer Ratskapelle samt Münzkabinett. 1560 Erweiterungsbau an der Nordostecke mit Oberstock in Fachwerkbauweise, Brüstungsfelder mit Fächerrosetten und Flechtband in Renaissance-Manier. Gegen Mitte des 17. Jahrhunderts nach Bauschäden barocke Umgestaltung der Fassade, Bohlentonne der Ratsdornse verputzt und mit doppelköpfigem Reichsadler ausgemalt. 1826 Erweiterungsbau an der Nordwestecke mit schlichter Natursteinfassade. 1894-1896 nach Entwürfen des Goslarer Stadtbaumeisters Jakobus Wolckenhaar romantisierende Umgestaltung im Stil der Neogotik, neue Gestaltung der Marktplatzfassade mit symmetrisch angeordneten Spitzbogenfenstern anstelle der vormaligen Korbbogenfenster. Ratsdiele und Ratsdornse 1922 anlässlich des 1000jährigen Stadtjubiläums neu ausgemalt durch Joseph Fahrig, in der Ratsdiele Einbau neuer Glasfenster mit Motiven der Stadtgeschichte. 1936 Umbau der Kellergewölbe unter den Marktarkaden zum Ratsweinkeller, Architekt: Friedrich Fischer. 2016-2022 Umbau als Welterbe-Infozentrum, Entwurf: Krekeler Architekten.
- Denkmalbegründung
- Das Goslarer Rathaus gehört zu den ältesten und markantesten Rathausbauten im norddeutschen Raum. Der Bau geht auf das späte 13. Jahrhundert zurück, nachdem die Stadt Goslar 1290 die Vogteirechte erworben hatte. Ältester Bauteil ist die als Sitzungssaal des Stadtrates erbaute Ratsdornse, die auf älteren Fundamenten der 1293 durch die Stadt Goslar vom Kloster Neuwerk erworbenen Kaufhallen am Markt errichtet wurde. Die dendrochronologisch auf 1295 datierte Holzbohlentonne stellt eine der ältesten Bohlenstuben im deutschsprachigen Raum dar. Fertiggestellt wurde der mittelalterliche Kernbau um 1326 mit dem östlich an die Ratsdornse anschließenden Ratsdiele, unter der sich offene Arkaden im Erdgeschoss befinden. Dieser mittelalterliche Kernbau wurde im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit mehrfach erweitert und umgestaltet. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt das Rathaus 1894 - 1896 mit einer romantisierenden Umgestaltung im Stile der Neogotik, bei der die Marktplatzfassade mit axialsymmetrisch zu den um 1430 aufgestellten Wimpergen eingebrachten Spitzbogenfenstern neu geschaffen wurde. Die Erhaltung des Rathauses liegt aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung als eines der ältesten erhaltenen Rathäuser im norddeutschen Hanseraum, als Zeugnis für die Ortsgeschichte von Goslar, seines bau- und kunstgeschichtlichen Schauwertes, ebenso wie aufgrund seiner künstlerischen Bedeutung wegen der aus verschiedenen Epochen stammenden Innenraumgestaltung sowie der städtebaulichen Bedeutung durch seine prägende Wirkung auf das Straßenbild und als zentrales Element des räumlichen Gefüges des Marktplatzes, im öffentlichen Interesse.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61601981 | Altstadt (Baukomplex)
- Literatur
-
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

