STALAG X B
- Landkreis
- Rotenburg (Wümme)
- Samtgemeinde
- Selsingen
- Gemeinde
- Sandbostel
- Gemarkung
- Sandbostel
- Objekttyp
- Kriegsgefangenenlager
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 97e1bcb9-74a1-459b-87f8-a15460465d17
- System-ID
- #61333914
- ADABweb-ID
- 31019505
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Als Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager (STALAG X B) der Wehrmacht, entsprechend der Heeres-Dienst-Vorschrift 319/2 errichtet. An einer zentralen Erschließungsachse reihen sich giebelständig massive Baracken aneinander, dahinter traufständig Abortbaracken angeordnet. Mittig zentrale Versorgungsbaracken. Im Vorlager Funktionsbaracken. Heeresbauamt II Bremen. 1939. Erweiterung um eine zweite und dritte Reihe Holzbaracken des RAD, Typ Protektorat. 1940/41. Nachkriegsnutzungen mit Um-, Erweiterungs- und Neubauten: Britisches Internierungslager für SS-Angehörige. 1945-1948. Strafgefängnis. 1948-1952. Notaufnahmelager für männliche jugendliche Flüchtlinge aus der DDR. 1952-1960. Bundeswehr. 1962-1973. Gewerbegebiet Immenhain. 1974. Gedenkstätte Lager Sandbostel in einem Teilbereich. 2007.
- Denkmalbegründung
- Im Sommer 1939 und damit noch vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde entschieden, dass in der Nähe des Dorfes Sandbostel bei Bremervörde ein zentrales Kriegsgefangenenlager errichtet werden sollte, dessen Ausbau dann im September 1939 direkt nach Kriegsbeginn begann. Das Lager war zunächst zur Unterbringung von 10.000 Kriegsgefangenen vorgesehen, bis 1941 wurden wegen des so genannten "Westfeldzuges", des Überfalls auf Belgien, die Niederlande und Frankreich, die Kapazitäten durch zusätzlich aufgestellte Holzbaracken auf 30.000 Gefangene erweitert. Ab Herbst 1941 wurden Lagerbereiche verlegt und das Stalag für die Unterbringung sowjetischer Kriegsgefangener umstrukturiert und als solches während des gesamten Krieges genutzt. Wenige Wochen vor Kriegsende kamen etwa 9.500 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme bei Hamburg und einigen der geräumten Außenlager im Bremer Raum hinzu. Befreit wurden die Kriegsgefangenen und die KZ-Häftlinge am 29. April 1945 von Einheiten der britischen Armee. Die in großem Umfang erhaltenen Baracken in Sandbostel sowie die zwei überkommenen Lagerkirchen bieten nach wie vor ein authentisches Bild der großräumigen Lagerstruktur und somit auch des Lagerlebens. An der Erhaltung der Gesamtanlage besteht daher aus geschichtlichen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen, insbesondere wegen des Seltenheitswerts, der Bedeutung im Rahmen der Nationalgeschichte und des landschaftsbildprägenden Zeugniswerts ein öffentliches Interesse.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61338047 | Kirche | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338048 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338049 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338050 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338051 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338052 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338053 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338054 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338055 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338056 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338058 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338060 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338061 | Baracke | Greftstraße 3
61338062 | Baracke | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
61338064 | Baracke | Greftstraße 1
61338065 | Baracke | Greftstraße 4
61338068 | Kirche | Samtgemeinde Selsingen - Sandbostel
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

