Kloster und Gutshof Marienrode
- Landkreis
- Hildesheim
- Samtgemeinde
- Hildesheim, Stadt
- Gemeinde
- Marienrode
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Marienrode
- Adresse
- Am Gutshof
- Objekttyp
- Klosteranlage
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 96e2cabc-5f45-4240-8282-ce5bcb746c04
- System-ID
- #61655308
- ADABweb-ID
- 37503861
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Südwestlich am äußersten Rand des Stadtgebiets von Hildesheim liegt in einem hügeligen Waldgebiet am lang gestreckten Höhenzug des Tosmar das Kloster Marienrode. Im Jahr 1125 durch den Augustinerorden gegründet, übernahmen 1159 Zisterzienser aus Isenhagen das Kloster. Der bedeutende Kirchenbau stammt aus dem 15. Jahrhundert; Konvent- und Gutshofbauten sowie die Torkapelle wurden im 18./19. Jahrhundert erneuert. 1806 wurde das Kloster säkularisiert, in hannoverscher Zeit von der Klosterkammer als Domäne betrieben und dabei von 1818 bis in die 1860er-Jahre von den kunstsinnigen Familien Beaulieu-Marconnay und Egloffstein bewohnt. Seit 1985 ist das Gelände im Besitz des Bistums Hildesheim und seit 1988 das Kloster von Benediktinerinnen wiederbelebt, die zudem in einigen umgenutzten Wirtschaftsgebäuden einen Tagungs- und Gästebetrieb unterhalten. Weiträumig wird noch heute das Klosterareal von einer Mauer umschlossen, die im Süden auch eine Stützfunktion wegen des abfallenden Geländes erfüllt. Die Fischteiche dokumentieren die intensiv betriebene Landwirtschaft der Zisterzienser und der späteren Domäne. Die komplexe Kloster- und Gutshofanlage wird durch eine Ost-West-Achse verkehrsmäßig erschlossen. Um den großen Innen- und Wirtschaftshof mit Taubenturm gruppieren sich die landwirtschaftlichen Gebäude sowie die Torkapelle. Von zentraler Bedeutung ist das östlich am Gutshof gelegene Konventgebäude, das mit der anschließenden Klosterkirche St. Michael ein geschlossenes Geviert bildet. Zum Schutzumfang zählen auch die Zeugnisse der Wirtschaftsfunktion innerhalb des Gutshofs (Bodenpflaster, Pferdeschwemme) sowie außerhalb des engeren Kloster- und Gutshofbereichs die Wassermühle und die Feldscheune. Vor dem Westtor des Gutshofs ergibt sich eine städtebaulich reizvolle, platzartige Aufweitung, die von Kapelle, Pfortenhaus, Friedhof, Schafstall und ehemaliger Schule gerahmt wird. Darüberhinaus gehören außerhalb der abgegrenzten Gruppenfläche des Kloster- und Gutshofensembles auch die historisch zugehörigen Objekte der Windmühle und des Beaulieu-Gedenksteins zur Denkmalgruppe dazu.
- Denkmalbegründung
- Die Erhaltung der Gruppe "Kloster und Gutshof Marienrode" liegt aus geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse. Die schutzbegründende Bedeutung besteht im Rahmen der Landesgeschichte und der Ortsgeschichte Marienrodes, aufgrund des Zeugnis- und Schauwertes für die Kultur-/Geistesgeschichte des Klosterlebens und die nachsäkulare Domänen-Zeit sowie für die Bau- und Kunstgeschichte der Gebäude, die Siedlungsgeschichte für die Entwicklung des Ortes und für die Wirtschaftsgeschichte als Klostergut und Domäne, die auch die Geschichte der umgebenden Kulturlandschaft geprägt hat. Die künstlerische Bedeutung konzentriert sich auf die überregional nicht alltäglichen Gestaltwerte der Klosterkirche, der Kapelle und der Konventgebäude. Die wissenschaftliche Bedeutung beruht auf dem ungestörten Überlieferungswert und Beispielwert für ein Koster- und Gutshofensemble. Schließlich besteht auch städtebauliche Bedeutung wegen des prägenden Einflusses auf das Landschafts-, Orts- und Straßenbild von Marienrode. - Aufgrund seines intakten Baubestandes ist der gesamte Bereich als Gruppe baulicher Anlagen ausgewiesen.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61658991 | Kapelle (Bauwerk) | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61658992 | Wirtschaftsgebäude | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61658993 | Wirtschaftsgebäude | Auf dem Gutshof 5
61658994 | Taubenturm | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61658852 | Schafstall | Egloffsteinstraße 1
61662667 | Windmühle | An den Mühlen 2 a
61662767 | Baumbestand | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61658996 | Scheune | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61658997 | Wassermühle | An den Mühlen 1
61658856 | Grabmal | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61658855 | Freifläche | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61662668 | Scheune | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61658851 | Konventgebäude | Zisterziensterstraße 1 -5
61662666 | Gedenkstein | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61662665 | Schulhaus | Egloffsteinstraße 2 , 2A
61768700 | Wirtschaftsgebäude | Zisterzienserstraße 6
61768697 | Einfriedung | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61768698 | Scheune | Hildesheim, Stadt - Marienrode
61658990 | Kirche | Hildesheim, Stadt - Marienrode
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

