Evangelisch-reformierte Schule
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Objekttyp
- Schulanlage
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 94907d98-5372-4a10-8c05-d3b0ffb3b372
- System-ID
- #61540271
- ADABweb-ID
- 35649006
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Gebäudeensemble der ehemaligen reformierten Schule. Nach Westen mit dem Südgiebel zum Reformieren Schulgang ausgerichtet das älteste Schulgebäude von 1834, ein eingeschossiger Backsteinbau unter Satteldach. Entlang des Reformierten Schulgangs langgestreckter Schulbau mit zwei Klassenzimmern von 1872, ein schmaler, eingeschossiger Backsteinbau mit Satteldach. Zwischen den beiden Gebäuden eine Einfriedung, die den Schulhof zum Reformieren Schulgang abgrenzt. Nach Osten am Reformierten Kirchgang 16 eine Turnhalle von 1906, ein eingeschossiger Backsteinbau mit Flachdach. An der Straßenecke Reformierter Kirchgang/ Reformierter Schulgang ein weiteres Schulgebäude mit zwei Klassenzimmern von 1910, ein eingeschossiger Backsteinbau mit Putzblenden, segmentbogigen Fenstern und Mansarddach.
- Denkmalbegründung
- Bereits 1525 unterhielt die reformierte Kirchengemeinde eine Volksschule, die sich im Umfeld der alten Liudgerkirche am Westerende befand. Graf Johann von Ostfriesland veranlasste 1586 den Bau eines neuen Schulgebäudes am heutigen Standort am Reformierten Schulgang, wobei der Unterhalt bei der reformierten Gemeinde blieb. Neben zwei Volkschulklassen beherbergte das Gebäude auch zwei Klassen für eine Lateinschule, zwei Lehrerwohnungen sowie die sogenannte Bürgerkammer, ein Versammlungsraum der kommunalen Fleckengemeinde Leer. 1588-1594 wirkte Ubbo Emmius als Rektor der Lateinschule und begründete die überregionale Bedeutung der höheren Bildungseinrichtung. Anfang des 19. Jahrhunderts war die reformierte Gemeinde nicht mehr in der Lage die Lateinschule zu finanzieren. 1834 übernahm die Stadt Leer die Lateinschule und führte diese als Progymnasium in den Räumen des Stadthauses fort. 1853 bezog das Progymnasium ein neues Schulgebäude an der Königstraße. Infolge der Übernahme des Königreiches Hannover durch die Preußen 1866 wurde die höhere Stadtschule eine staatliche Anstalt, aus der 1882 ein Vollgymnasium hervorging, das heutige Ubbo-Emmius-Gymnasium. Anstelle der alten Lateinschule ließ die Kirchengemeinde 1834 am Reformierten Schulgang ein neues Schulhaus errichten und setzte den Volksschulunterricht fort. 1872 wurde das langgestreckte Backsteingebäude am Reformierten Schulgang 7 mit zwei Klassenräumen ergänzt. Zwei weitere Schulgebäude mit Klassenzimmern wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem Kirchhof nord- bzw. südwestlich der Großen Kirche errichtet. Im Jahr 1906 wurde am Reformierten Kirchgang 16 die Turnhalle gebaut. 1910 vollendete an der Straßenecke Reformierter Schulgang/ Reformierter Kirchgang ein weiteres Schulhaus mit zwei Klassenzimmern das Gebäudeensemble. Aus dieser reformierten Volksschule ging 1925 die Harderwykenschule in städtischer Trägerschaft hervor. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aufgrund der Verteilung der Klassen auf mehrere Gebäude sowie des schlechten Bauzustandes in den Jahren 1952/53 ein neues Schulgebäude an der Ubbo-Emmius-Straße gebaut, die heutige Plytenbergschule. Das Gebäudeensemble am Reformierten Schulgang wurde ab 1981 durch den Kinderschutzbund umgebaut und nachgenutzt. Hofseitig wurde an dem Gebäude Reformierter Schulgang 7 ein moderner, verglaster Vorbau mit Eingang und Foyer ergänzt. Das vor 1875 errichtete Schulhaus nordwestlich der Großen Kirche wurde für die Nutzung als evangelisch-reformiertes Gemeindehaus um- und angebaut, während das 1888 erbaute Schulhaus im Südwesten nach dem Zweiten Weltkrieg abgebrochen und durch das Pfarrhaus am Reformierten Kirchgang 19 ersetzt wurde. Der älteste Schulbau von 1834 weist eine klassizistische Backsteinarchitektur mit scheitrecht gemauerten Stürzen und Blockzargen bei den Zugangstüren auf. Der Schulbau von 1872 ist ein typisches Beispiel der historistischen Backsteinarchitektur, währen die Turnhalle und insbesondere der Schulbau von 1910 die Weiterentwicklung am Anfang des 20. Jahrhunderts in den Gestaltungsformen des Reformstils zeigen. Das Gebäudeensemble der reformierten Schule am Reformierten Schulgang in Leer ist von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Orts-, Stadtentwicklungs- und Siedlungsgeschichte. Die Schulgebäude dokumentieren beispielhaft die Entwicklung des Schulbaus im 19. und frühen 20. Jahrhundert und vermittelt einen Teil des konfessionell getragenen Schulwesens in Leer. Zusammen mit den historischen Wohnhäusern im Umfeld zeigt sich ein regionaltypisches Straßenbild, an dessen Erhaltung insgesamt ein öffentliches Interesse besteht.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61769045 | Altstadt (Baukomplex)
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61540548 | Einfriedung | Reformierter Schulgang 3
61771846 | Schulgebäude | Reformierter Schulgang 7
61540549 | Einfriedung | Leer (Ostfriesland), Stadt - Leer
61540583 | Turnhalle | Reformierter Kirchgang 16
61540582 | Schulgebäude | Reformierter Schulgang 3 , 3A, 3B
61771848 | Schulgebäude | Leer (Ostfriesland), Stadt - Leer
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

