Fritz-König-Stift
- Landkreis
- Goslar
- Samtgemeinde
- Bad Harzburg, Stadt
- Gemeinde
- Bad Harzburg
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Bad Harzburg
- Adresse
- Ilsenburger Straße 93 A
- Objekttyp
- Krankenhausanlage
- Baujahr
- 1908 - 1909
- Personen
- Lübke, Georg
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 90646f48-a7d0-4add-9b44-0cba2ef507dd
- System-ID
- #61662909
- ADABweb-ID
- 37677270
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Stattliche, im Stil des Neubarock gestaltete Krankenhausanlage, nach Plänen von Georg Lübke 1909 fertiggestellt. Zur Gesamtanlage gehört das repräsentative ehem. Krankenhausgebäude als Haupthaus, eine Kapelle, der die Gebäude umschließende parkähnliche Garten, umschlossen von einer bauzeitlichen Einfriedung.
- Denkmalbegründung
- Mit Gründung der Fritz-König-Stiftung im Jahr 1904 erfolgten erste Schritte zur Planung eines Heims für zur "Beschaffung für Unterkünfte für Kranke, Alte und Sieche aus Bad Harzburg, für Verpflegung u. ärztliche Behandlung, sowie die Unterstützung verschmähter Arme", wie es auch in der Burgstr. 22 und der Geissmarstr. 10 der Fall war. Fritz König und seine Frau Alette König waren ihrerzeit die wohl größten Wohltäter der Stadt Bad Harzburg; der Unternehmer aus Osterode kehrte nach Auswanderung in die USA mit einem ansehnlichen Vermögen, erwirtschaftet in der Gummi-Produktion, nach Deutschland zurück. Es erfolgten zahlreiche für Diagnose und Behandlung nötig gewordene Um-/ und Anbauten. Seit 1961 als Schwesternwohnheim für das Kreiskrankenhaus genutzt. Das Bauwerk des namhaften Architekten Georg Lübke erzielte in der zeitgenössischen Architekturkritik ein breites Echo, es wurde in der Architektonischen Rundschau 1913 mit mehreren Abbildungen des Gesamtensembles publiziert. Lübke, Hochschullehrer an der Technischen Hochschule Braunschweig, zeichnete für zahlreiche öffentliche Bauten im Braunschweiger Land und in Berlin verantwortlich, erhielt vielfach Zuschläge bei Architekturwettbewerben und beteiligte sich erfolgreich an öffentlichen Preisausschreiben. So zählen zu seinem architektonischen Werk u.a. das Handelskammergebäude, Siedlungshäuser Waterloostr. und Jüdische Kapelle, Braunschweig; Landwehrdienstgebäude auf dem Tempelhofer Felde, Berlin; Wohn- und Geschäftshaus (Drogerie Wittelsbach / Oppenheimer & Stingl), Nürnberg; sowie auch das Landhaus Fricke, Bad Harzburg. Als weiteres Krankenhaus entstand 1906-1908 das Luisenstift-Kinderheim in der Ludwigstr. 15 in Braunschweig als repräsentativer Bau in neubarocker Formsprache auf großzügigem Areal. Dieses dürfte beispielgebend für die Anlage des Fritz-König-Stiftes in Bad Harzburg gewesen sein. An dem 1909 eingeweihten sog. Fritz- König-Stift in der Ilsenburger Straße besteht aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen ein öffentliches Erhaltungsinteresse: Das äußerlich weitgehend im authentisch erhaltenen Zustand erhaltene Bauwerk vertritt beispielhaft den Bautyp Krankenanstalt bzw. Pflegeheim. Es ist, wie die gesamte Anlage mit Kapelle, Einfriedung, Park und ehem. dazugehörigem Gärtnerhaus (Abbruch 1992) ein Zeugnis des mäzenatischen Stifterwesens im karitativ-kurativen Bereich und insbesondere der Medizin- und Gesundheitsgeschichte aus der Zeit kurz nach 1900. Errichtet nach einem Entwurf des Braunschweiger Architekten und Hochschullehrers Georg Lübke (1859–1924), ist das Gebäude zudem ein wichtiges Werk im Œuvre eines lokal und regional bedeutenden Architekten. An der Erhaltung der Denkmalgruppe Ilsenburger Str. 93a besteht aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

