Villa Lang
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Neue Straße 8
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- 1887
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 8c567692-3ce8-48e5-8d04-05b1e34d787f
- System-ID
- #61540441
- ADABweb-ID
- 35654007
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Denkmalthema
- Leer_Altstadt
- Beschreibung
- Aus der Straßenflucht gedrehter, zweigeschossiger Backsteinbau mit hohem Sockel und Drempel, steile, schiefergedeckte Dachfläche und abschließendes Flachdach. Die sechsachsige Straßenfassade durch Farb- und Materialwechsel abwechslungsreich im Stil der Neorenaissance gestaltet: das Mauerwerk aus gelben Backsteinen im Binderverband, die Architekturgliederung und dekorative Details aus roten Backsteinen, Sandstein oder Basalt (Sockel), die Tür- und Fensteröffnungen segment- und rundbogig, im Obergeschoss mit Überfangbogen und Schablonenmalerei im verputzten Bogenfeld. In der linken Fassadenachse der Hauseingang über zwei Steinstufen zu erreichen, darüber tragen skulptierte Konsolen einen turmartigen Erker mit spitzem Helm und Knauf, rechts Risalit mit spitzem Schildgiebel, im Erd- und Obergeschoss drei schmale, gekoppelte Fensteröffnungen, im Obergeschoss auf Konsolen ein aus Backsteinen gemauerter Balkon, im Dachgeschoss zwei Rundbogenfenster, darüber in der Giebelspitze ein Rundfenster, zwischen Erker und Risalit zwei Fensterachsen, im Dachgeschoss darüber jeweils eine Walmdachgaube. Die steilen Dachflächen mit Schiefer in Rechteckdeckung, der Turmhelm in Schuppendeckung, abschließend Ziergitter und Flachdach. Seiten und Rückfassaden schlicht aus rotem Backsteinmauerwerk, an der südwestlichen, dreigeschossigen Trauffassade die Treppenhausfenster auf halber Geschosshöhe. Im Inneren Grundriss und historische Ausstattung weitgehend erhalten. Errichtet 1887.
- Denkmalbegründung
- Das Anwesen an der Neuen Straße 8 kam nach 1830 an Arend Schreiber, der 1852 die Eisengießerei A. Schreiber gründete und bis Ende der 1850er Jahre hier lebte. Nachdem die Immobilie zwischenzeitlich als „Buch-, Kunst- und Musikalien-Handlung“ sowie als Leihbibliothek diente, wurde es Ende der 1870er Jahre von Dr. med. Max Lang (1841-1916) bezogen. Max Lang, erster Chefarzt des Borromäus-Hospitals, hatte Mathilda Schreiber geheiratet und die Leitung der Eisengießerei übernommen. Ab 1888 war „Frau Dr. Lang geb. Schreiber in Loga“ Eigentümerin. Durch die Familie Lang erfolgte 1887 der Neubau des repräsentativen Wohnhauses, wobei der Hauptwohnsitz der Familie das sogenannte „Schlösschen“ in Loga blieb. In den 1950er Jahren kam das Haus an die Kreishandwerkerschaft, die hier bis in jüngster Zeit ihren Sitz hatte, so dass sich die Bezeichnung "Haus des Handwerks" etablierte. Das Haus der Neuen Straße 8 ist von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Orts-, Siedlungs- und Stadtbaugeschichte sowie für die Baugeschichte aufgrund des Anschauungswertes als gutbürgerliches Wohnhaus des Späthistorismus. Mit der ausgesprochen abwechslungsreich gestalteten Backsteinfassade zeigt das Gebäude einen nicht alltäglichen Gestaltwert und hat zudem durch die bauzeitliche Raumausstattung eine künstlerische Bedeutung. Gemeinsam mit den umgebenden Gebäuden trägt es zur Geschlossenheit des historischen Platzbildes an der Waage bei, sticht allein durch die Größe und Gestaltung jedoch hervor, so dass zudem die städtebauliche Bedeutung das öffentliche Erhaltungsinteresse begründet.
- Übergeordnete Objekte (ID | Typ)
- 61540299 | Altstadt (Baukomplex)
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

