Hof Dübber, früher Schnudde
- Landkreis
- Osnabrück
- Samtgemeinde
- Ostercappeln
- Gemeinde
- Ostercappeln
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Ostercappeln
- Adresse
- Bremer Straße 101
- Objekttyp
- Wohn-/Wirtschaftsgebäude
- Baujahr
- 1790
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Wissenschaftliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 8850e662-717e-4b27-970a-ed7d289d29be
- System-ID
- #61749688
- ADABweb-ID
- 48232242
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Südlich der Hauptstraße gelegenes Wohn-/Wirtschaftsgebäude, Zweiständerbau, Kammerfach, teils mit nachträglicher Erweiterung, Fachwerk mit verputzten Gefachen, Wirtschaftsgiebel zweimal vorkragend, nordöstliche Traufseite mit profilierten Knaggen, Satteldach, errichtet 1790 (i) von Zimmermeister Steinkamp. Im Inneren der Flettdielengrundriss erhalten.
- Denkmalbegründung
- Die Gemeinde Ostercappeln wurde nach Auflösung des Landkreises Wittlage 1972 dem Landkreis Osnabrück zugeschlagen. Noch gut erkennbar ist die ehemalige Kirchhofsburg in Höhenlage am Südrand des Wiehengebirgkamms. Laubbaumbestand prägt das Landschaftsbild. Mit dem Zentrum der Kirchhofburg, welche um 1200 gegründet wurde, entwickelten sich auch mehrere Wördnerstellen und Hofstellen von Vollerben. Markkötter wurden vor allem im Süden der Gemarkung, im Bereich des Wohnplatzes "Große Heide" angesiedelt. Weitere Markkötter- und Neubauerstellen finden sich vor allem in Randlage und an den Hängen der Bremer Straße. Im 19. Jahrhundert und verstärkt nach 1900 erfolgte eine Erweiterung der Ortschaft in nördlicher Richtung, wohl bedingt durch den Bau der Eisenbahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Baulücken vor allem in den Randbereichen geschlossen und nach 1960 mit Schule und Krankenhaus eine größere Neubausiedlung angelegt. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die ehemaligen Kirchhofspeicher durch Neubauten ersetzt. Um 1900 setzte mit der Errichtung von massiven Bauten in der gesamten Ortschaft eine bauliche Entwicklung ein, die im Verlauf des 20. Jahrhunderts durch den Verputz von Fachwerkbauten sowie Umbau der landwirtschaftlich geprägten Wohn-/Wirtschaftsgebäude zu reinen Wohnhäusern bzw. zu Wohn-/Geschäftshäusern weiterentwickelt wurde. Baukonstruktiv dominieren bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die Zweiständerbauten, sowohl für Heuerhäuser, als auch für Haupthäuser von größeren Hofanlagen. Nachfolgend wurde der Hallenhaustyp des Vierständerbaus für die Errichtung von Wohn-/Wirtschaftsgebäuden als Haupthäusern genutzt. Auch nach Ablösung der Fachwerkkonstruktion durch massive Klinkerbauwweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts, blieb das Prinzip des Flettdielengrundrisses und somit die traditionelle Raum- und Grundrissaufteilung erhalten. Das Wohn-/Wirtschaftsgebäude zu Hof Dübber wurde 1790 im Südwesten der Gemarkung errichtet und zeigt sich als wichtiger Bestandteil der Siedlungsgeschichte, weil es, südlich des Ortskerns und im Bereich des Wohnplatzes "Große Heide" gelegen, zu einer siedlungsgeschichtlichen Entwicklung gehört, die mit der Gründung der Kirchhofburg ihren Anfang nahm. Zudem hat sich mit dem Wohn-/Wirtschaftsgebäude ein letztes Haupthaus erhalten, dessen Substanz in die Zeit vor 1800 zurückgeht. Mit intaktem Wand-, Innenraum- und Konstruktionsgefüge, welches typisch für die Zeit und die Region ist, hat es einen hohen Aussage- und Zeugniswert und ist wichtiges Zeugnis der Bau- und Konstruktionsgeschichte des 18. Jahrhunderts. In der Ausprägung der Bauaufgabe und -form daher beispielhaft, besteht an der Erhaltung des Wohn-/Wirtschaftsgebäude aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung für die Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte und aufgrund seiner wissenschaftlichen Bedeutung als wohl letzter, authentischer Zweiständerbau aus der Zeit vor 1800, der als Haupthaus errichtet wurde, ein öffentliches Interesse.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS

