sog. Kapelle
- Landkreis
- Göttingen
- Samtgemeinde
- Göttingen, Stadt
- Gemeinde
- Göttingen
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Göttingen
- Adresse
- Ritterplan 7
- Objekttyp
- Museum
- Baujahr
- 1896 - 1897
- Personen
- Gerber, Heinrich
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Künstlerische Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 88444ae5-b532-4abf-bd7a-f8877b8132dd
- System-ID
- #61679457
- ADABweb-ID
- 38303071
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Die sogenannte Kapelle ist ein zur Museumsnutzung an den Hardenberger Hof angefügter Massivbau in Gestalt einer gewesteten Kapelle in Renaissanceformen. Die rauhen Putzfassaden kontrastieren zu den Natursteinpartien für Strebepfeiler, Sockel, Gesimse, Fenstereinfassungen, Eckquader und einem aufragenden Giebel am Ansatz des eingezogenen niedrigeren Chorpolygons. Die Befensterung deutet von außen schon die innere Zweigeschossigkeit an. Während im Erdgeschoss teilweise Arbeitsräume des Archivs untergebracht waren, diente das hohen Obergeschoss ursprünglich der Ausstellung kirchlicher Altertümer. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist das Obergeschoss vereinfacht worden durch eine entstellend eingezogene Zwischendecke für obere Lagerräume, so dass dem Ausstellungs-Kapellenraum jetzt der Blick ins holzverkleidete offene Zierdach und über dem Chor ins steinerne Rippengewölbe fehlen; beide sind über der eingezogenen Decke erhalten, ebenso wie ein mächtiger hölzerner Zuganker im Chorbogen, der im ursprünglichen Ausstellungskonzept als Standort für eine Trimphbogen-Figurengruppe diente. Im Dach sind Reste des ehemaligen Dachreiters erkennbar, der den Kapellenanbau einst bekrönte.
- Denkmalbegründung
- Die sogenannte Kapelle des Städtischen Museums entstand 1896-97 nach Entwurf von Stadtbaurat Heinrich Gerber als Anbau zum umgenutzten Hardenberger Hof als künftige „Städtische Altertumssammlung“. Dabei sollte die Kirchenkunstsammlung des Museums in dem deswegen wie eine christliche Kirche gestalteten Anbau gezeigt werden. Für die Bauformen wählte Gerber den bei Kirchen seltenen Renaissancestil, offenbar als Referenz an den benachbarten Adelshof von 1592. Der Kapellenchor stand ursprünglich frei und wurde 1907 mit einem Durchbruch und Fachwerkgang zur benachbarten Remise verbunden. Die Erhaltung der "Kapelle" des Städtischen Museums liegt aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse. Die stadtgeschichtliche Bedeutung liegt im Zeugnis- und Schauwert für die historisierende Baugeschichte Göttingens im späten 19. Jahrhundert, auch im Bezug auf die örtliche Museums- und Geistesgeschichte sowie als Werk des bekannten Architekten Gerber. Die künstlerische Bedeutung liegt in den überregional nicht alltäglichen künstlerischen und handwerklichen Gestaltwerten des Gebäudes und seiner historischen Ausstattung. Städtebauliche Bedeutung besteht wegen des prägenden Einflusses auf das Straßenbild am Ritterplan sowie als Element im räumlichen Gefüge des Museumsensembles, auch als markanter Bestandteil im gesamten Altstadtensemble.
- Weiterführende Links
- Denkmaltopographie Stadt Göttingen: Objektbeschreibung
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

