Wohnanlage "Listhof"
Ansicht von Südosten (2018)
Am Listholze Ecke Uelzestraße von Nordwesten (2012)
Matthiasstraße Ecke Bothfelder Straße von Nordwesten (2012)
Am Listholze, Ansicht nach Norden (2012)
Matthiasstraße von Südwesten (2012)
- Landkreis
- Region Hannover
- Samtgemeinde
- Hannover, Landeshauptstadt
- Gemeinde
- List
- Orts-/Stadtteil/Lage
- List
- Objekttyp
- Siedlung
- Personen
- Siebrecht, Karl (Architekt (m/w/d))
Mackensen, Wilhelm (Architekt (m/w/d))
Torno, Fritz (Architekt (m/w/d))
Elkart, Karl (Architekt (m/w/d))
Siebrecht, Albert (Architekt (m/w/d))
Siebrecht, August (Architekt (m/w/d))
Vierthaler, Ludwig (Bildhauer (m/w/d))
- Denkmalstatus
- Gruppe baulicher Anlagen (gemäß §3 Abs. 3 S. 1 NDSchG)
- Bedeutung
- Städtebauliche Bedeutung, Geschichtliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 879f1094-4e68-4557-8b21-e001e278c536
- System-ID
- #61261361
- ADABweb-ID
- 30591675
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Vier- bis fünfgeschossige Siedlungsbauten der späten 1920er Jahre an den „Vier Grenzen“, die sich hinter der platzartig erweiterten Nordseite der Podbielskistraße und beidseits der zum Mittellandkanal führenden Straße Am Listholze erstrecken. Im Zuge eines Wettbewerbs stellte das Hannoversche Stadtbauamt einen „Bebauungsplan an den Vier Grenzen“ auf, der eine großzügige, in den Innenhöfen begrünte Blockrandbebauung vorsah. Das Zentrum bildet der „Listhof“ mit seiner zur Podbielskistraße ausgerichteten, breitgelagerten und einheitlich gestalteten Fassade, die zugleich städtebaulicher Bezugspunkt in der Achse der Fritz-Beindorff-Allee ist. Dieser fünfgeschossige Kopfbau des Listhofs hat eine werksteinverkleidete Erdgeschoßzone, die der Geschäftsnutzung vorbehalten ist und im Kontrast zu den verputzten oberen Wohngeschossen steht. Das feinteilige Gitternetz der Sprossenfenster, die zum Teil in ein Muster aus plastisch heraustretenden, eingekerbten Putzstreifen eingebunden sind, und mehrgeschossige Dreieckserker in symmetrischer Anordnung stellen die bestimmenden Gliederungselemente dar. Ein über das Erdgeschoss hochgezogener, umlaufender Sockel aus roten Klinkern, den spitzbogig gestaltete Hauseingänge rhythmisieren, strukturiert die viergeschossigen Nebenfassaden. Teilweise setzen hier Erker oder überhöht ausgebildete Treppenhausachsen vertikale Akzente. Einige Eingangsbereiche werden von kleinen Skulpturen flankiert, die Erker sind teils mit Terrakottaplatten nach Entwürfen von Ludwig Vierthaler verziert. Alle Wohnungen wurden über eine mit Koks betriebene zentrale Heizungsanlage, die sich im Innenhof des östlichen Baublocks befindet, mit Warmwasser und Heizungswärme versorgt. Daran schließt eine bis heute von den Mietern genutzte Großgarage an. Im westlichen Innenhof befand sich ein Kindergarten, der im Krieg zerstört wurde.
- Denkmalbegründung
- Die Wohnanlage „Listhof“ wurde zwischen 1927 und 1930 nördlich der Podbielskistraße für die von den Bauunternehmern Meyerhoff und Sandvoss gegründete Wohnungsbaugesellschaft Listhof erbaut. Die Architekturentwürfe erarbeiteten die Brüder Siebrecht und Mackensen & Torno, die städtebauliche Planungsgrundlage bildete ein Entwurf des Stadtbaurats Karl Elkart für die „Bebauung an den Vier Grenzen“ von 1927. Vier Grenzen bezeichnet den Bereich der einstigen Chaussee nach Celle, an dem ehemals die Feldmarken der Dörfer List, Klein- und Groß-Buchholz zusammenstießen. Mit den Siedlungsbauten des Listhofs ist im Anschluss an die bereits vorhandenen Wohnbauten die systematische Bebauung entlang der Stadterweiterungsachse der Podbielskistraße fortgesetzt worden. Neben der städtebaulichen Geschlossenheit zeichnet die Wohnsiedlung sowohl eine homogene architektonische Gesamtgestaltung als auch eine Rhythmisierung der funktionalistischen Fassaden mit expressionistischen Gestaltelementen aus. Als eine der qualitätvollen und gut erhaltenen Siedlungen der zwanziger Jahre im Stadtgebiet von Hannover ist sie von Bedeutung für die Siedlungs- und Stadtbaugeschichte und zugleich durch die einheitliche Planung moderner Wohnungen mit eigener Wärmeversorgung, Waschhaus, Garagenstellplätzen und einem (leider kriegszerstörten) Kindergarten beispielhaft für die Sozialgeschichte der Stadt. Mit der anspruchsvollen Gestaltung der Einzelbauten innerhalb des einheitlichen Gesamtkonzepts ist sie bedeutsam für die Baugeschichte und auch als Werk der überregional bekannten Architekten Mackensen & Torno und der Brüder Siebrecht liegt ihre Erhaltung im öffentlichen Interesse. Aufgrund ihrer orts- und straßenbildprägenden Wirkung ist sie als Gesamtanlage zudem von städtebaulicher Bedeutung.
- Untergeordnete Objekte (ID | Typ | Adresse)
- 61279356 | Wohnhaus | Am Listholze 16
61279751 | Garage | Uelzestraße 6 A
61279396 | Wohnhaus | Am Listholze 9
61279397 | Wohnhaus | Am Listholze 8
61279398 | Wohnhaus | Am Listholze 7
61279270 | Wohnhaus | Podbielskistraße 99
61279490 | Wohnhaus | Uelzestraße 6
61279491 | Wohnhaus | Uelzestraße 4
61279492 | Wohnhaus | Uelzestraße 2
61279494 | Wohnhaus | Podbielskistraße 101
61279499 | Wohnhaus | Am Listholze 4
61279500 | Wohnhaus | Am Listholze 3
- Literatur
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro
Ansicht von Südosten (2018)
Am Listholze Ecke Uelzestraße von Nordwesten (2012)
Matthiasstraße Ecke Bothfelder Straße von Nordwesten (2012)
Am Listholze, Ansicht nach Norden (2012)
Matthiasstraße von Südwesten (2012)

