Wohnhaus
- Landkreis
- Leer
- Samtgemeinde
- Leer (Ostfriesland), Stadt
- Gemeinde
- Leer
- Orts-/Stadtteil/Lage
- Leer
- Adresse
- Schmiedestraße 6
- Objekttyp
- Wohnhaus
- Baujahr
- um 1860
- Denkmalstatus
- Einzeldenkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG)
- Bedeutung
- Geschichtliche Bedeutung, Städtebauliche Bedeutung
- Im Denkmalverzeichnis
- Ja
- Objekt-ID
- 871246d0-5c9a-483e-bf63-585ffd8983ab
- System-ID
- #61540721
- ADABweb-ID
- 35661864
- Fachbereich
- Baudenkmalpflege
- Beschreibung
- Von der Straße abgerücktes, freistehendes Wohnhaus mit Vorgarten, eingeschossiger, traufständiger verputzter Massivbau mit hohem Sockel, Drempel und flach geneigtem Satteldach, Wandgliederung durch Lisenen und Friese, segmentbogige Tür- und Fensteröffnungen, im Erdgeschoss mit fein profilierter Rahmung und horizontaler Verdachung, straßenseitig nach Südosten mittig massiver Terrassenvorbau, an der nordöstlichen Giebelfassade Hauseingang über Freitreppe erschlossen, im Dachgeschoss an beiden Giebelseiten je zwei Fenster durch Sohlbankgesims verbunden, an den Abseiten von kleinen Fensteröffnungen flankiert, der weite Dachüberstand auf profilierten Pfetten- und Sparrenköpfen. Errichtet um 1860.
- Denkmalbegründung
- Das Wohnhaus an der Schmiedestraße 6 wurde wohl um 1860 errichtet von dem Juristen und Politiker Carl Emanuel Groß (1800-1873), der nach seinem Studium und verschiedenen Anstellungen in Ostfriesland ab 1847 am Amtsgericht Leer als Amtsassessor tätig war. In der Märzrevolution 1848 setzte sich Groß für bürgerliche Rechte ein, vom 18.05.1848 bis zum 20.05.1849 gehörte er der Frankfurter Nationalversammlung an. Nach einer Verwarnung aufgrund seines Festhaltens an einer Reichsverfassung quittierte Groß 1849 freiwillig den Staatsdienst und lebte seither als Privatier in Leer. Verheiratet war Carl Emanuel Groß seit 1828 mit seiner Stiefschwester Teletta Margaretha Groß geb. Rahusen (1801-1888), die sich für die Bildung von Mädchen und Frauen engagierte. Mit Unterstützung des Ehepaars Groß wurde 1849 eine private Höhere Töchterschule gegründet, die von Teletta Groß nach dem Tod ihres Mannes weitere Zuwendungen erhielt. Auch nachdem die Töchterschule 1877 von der Stadt Leer übernommen wurde, unterstütze Teletta Groß die Bildungseinrichtung, so dass 1882 am Harderwykenstege ein neues Schulhaus gebaut werden konnte, am Standort des heutigen Teletta-Groß-Gymnasiums. Das Haus an der Schmiedestraße kam in den Besitz des Amtsrichters Adolf Röpke und wurde nach dem Tod der Witwe Groß noch bis in die Zwischenkriegszeit von der Familie Röpke bewohnt. Das repräsentative Wohnhaus an der Schmiedestraße 6 ist von geschichtlicher Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte sowie für die Baugeschichte aufgrund des Anschauungswertes als bürgerliches Wohngebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im spätklassizistischen Stil. Durch Teletta und Carl Emanuel Groß ist das Haus zudem von personengeschichtlicher Bedeutung. Mit dem Vorgarten hat es eine prägende Wirkung auf das Straßenbild, so dass darüber hinaus die städtebauliche Bedeutung das öffentliche Erhaltungsinteresse begründet.
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- NFIS
- NFIS|Denkmalatlas.Pro

